Finanzkrise:Mehr Transparenz und Frühwarnsystem

GiNN-BerlinKontor.—Die EU-Kommission, Deutschland, Großbritannien, Frankreich und Italien fordern angesichts der Turbulenzen an den internationalen Finanzmärkten und Börsen ein Frühwarnsystem und mehr Transparenz – vor allem bei Rating-Agenturen . In einem “Joint Communiqué on the global economy” riefen sie die Banken auf, fällige Abschreibungen im Hinblick auf die US-Immobilienkrise schnell und umfassend aufzudecken.

Auf einem Gipfeltreffen in London erklärten Bundeskanzlerin Angela MERKEL, der britische Premierminister Gordon BROWN, der französische Staatspräsident Nicolas SARKOZY, Italiens Ministerpräsident Romano PRODI und EU-Kommissionspräsident José Manuel BARROSO: “Wir brauchen eine besseres globales Frühwarnsystem
und eine Selbstregulierung der Finanzmärkte.”

Due deutsche Kanzlerin warnte: “Wenn das nicht passiert, dann muss auch regulatorisch gehandelt werden.” . Sie sprach sich dafür aus, bei der Bewertung neuer Finanzinstrumente eine Einigung auch mit den USA zu suchen.

Der britische Premierminister appellierte im Namen der Konferenzteilnehmer an die Banken, “aller Risiken und Verluste offenzulegen”. Die primäre Verantwortung für den Umgang mit den Risiken bleibe bei den Finanzinstitutionen und Anlegern. Es gelte zudem für die zuständigen Behörden, etwa im Aufsichtsbereich, auf EU-Ebene wie global enger zu kooperieren und Informationen auszutauschen.

Die Konferenz in London bereitete auch das nächste Treffen der G-7(-Staaten am 9. Februar in Tokio vor.

Die Bundesregierung hatte frühzeitig für einen freiwilligen Verhaltenskodex für Hedge-Fonds geworben. Ausdrücklich lobte die Kanzlerin die seit letztem Jahr bestehende Selbstverpflichtung europäischer Hedge-Fonds. In London forderte sie nun ähnliche Anstrengungen auch von den Rating-Agenturen. Diese Agenturen bewerten die Kreditwürdigkeit von Schuldnern. “Wir sind bereit, die Zulassungsbestimmungen für Rating-Agenturen so zu formen, dass diese den notwendigen Voraussetzungen auch gerecht werden”, sagte Merkel.

Der Europäische Rat wird sich im Frühjahr 2008 auf der Grundlage eines Fortschrittsberichts der EU-Finanzminister damit befassen. Viele wirtschaftspolitische Herausforderungen seien nur gemeinsam und in enger Kooperation zu bewältigen, so Merkel. Bei dem Meinungsaustausch in London spielte daher auch die verbesserte Zusammenarbeit und Aufstellung internationaler Organisationen eine wichtige Rolle. Es ging zum Beispiel um die Frage: Wie kann das Zusammenspiel von Weltbank, Internationalem Währungsfonds, der Welthandelsrunde und der Internationalen Arbeitsorganisation reibungsloser gelingen?

Bundesfinanzminister Peer STEINBRÜCK (SPD) hatte zuvor erklärt: „Die aktuellen Entwicklungen an den Finanzmärkten sind sehr ernst zu nehmen. Es macht aber keinen Sinn, jetzt nervös zu werden. Die ökonomischen Fundamentaldaten in Deutschland und in Europa sind nach wie vor gut. Die Auftragsbücher deutscher Unternehmen sind gut gefüllt. Die Firmen haben ihre Wettbewerbsfähigkeit deutlich gestärkt und finanzieren sich vermehrt über den erwirtschafteten Überschuss und Beteiligungskapital. Das alles ist eine stabile Ausgangslage, um solche Turbulenzen abfedern zu können. Europa und insbesondere Deutschland haben die Kraft, in der Krise als Stabilitätsanker zu wirken. Zwischen Verharmlosung und Dramatisierung brauchen wir ein abgewogenes Urteil. Die Banken müssen ihre Risiken offen legen und für mehr Transparenz sorgen. Das ist entscheidend für die Vertrauensbildung.“

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

* Copy this password:

* Type or paste password here:

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>