Finanzkrise: Crashartige Turbulenzen

GiNN-BerlinKontor.—Die Turbulenzen an den Finanzmärkten halten an.  Die Schuldenkrisen in den USA und in Europa haben auch Asien erfasst. Der Goldpreis katapultierte auf US-$ 1,771  je Feinunze, Anleger flüchten weiter in Gold und in den Schweizer Franken. Seit Jahresbeginn legte der Goldpreis um 20 % zu. EZB-Präsident Jean-Claude TRICHET spricht von der “schlimmsten Krise seit dem Zweiten Weltkrieg”.  Christoph GEYER von der Commerzbank erkennt “crashartige Ausmaße”.  Bisher seien wichtige Unterstützungs- und Trendlinien völlig ignoriert worden. Der deutsche DAX sackte weiter unter die 6000-Grenze und dümpelte zwischen 5500 und 5750. Wenig Turbulenz gab es bisher bei der €-$-Parität. Sie pendelte konstant zwischen € 1,41 und € 1,44.

Zum ersten Mal in der jüngeren Geschichte scheint der Staat seine Handlungsfähigkeit zu verlieren, befürchtet Werner ABELSHAUSER, der an der Universität Bielefeld den Lehrstuhl für Wirtschaftsgeschichte  leitet. Der ARD-Tagesschau sagte er, in der Finanzkrise von 2008 und 2009 habe die Politik noch “souverän und erfolgreich reagiert”. Ihr Vertrauenskapital sei damals “unverbrauch” gewesen , so dass die Bundeskanzlerin Angela MERKEL habe  Sparkonten garantieren können – “und die Leute haben es geglaubt”, so Abelshauser.

Heute stehe diese  Handlungsfähigkeit im Zweifel, weil die Staaten hoch verschuldet seien.  Niemand glaube, dass die amerikanische Krise durch die Aufstockung des Schuldenlimits  “gelöst” sei.  Auch die europäische  “Krise der Stabilität des Euroraums” sei  voreilig   “mit großem Pomp beerdigt worden”.  Der “Dauerstress” – so Abelshauser – halte jedoch an.. Weder Washington noch Brüssel seien bereit, das Übel an der Wurzel zu packen. Anleger aber wollten  “Sicherheit – ansonsten investieren sie nicht.”

Abelshauser erinnert:  “Deutschland ist außergewöhnlich wettbewerbsfähig am Weltmarkt für nachindustrielle Qualitätsproduktion. Diese Fähigkeit haben nicht viele Wettbewerber. Außerdem sind wir die inneren Staatsschulden in der Währungsreform von 1948 losgeworden. 93,5 % der Reichsmark-Bestände wurden enteignet und vernichtet. Nur der Rest – also 6,5 % – wurde in D-Mark umgetauscht. Damit konnte man einerseits eine Inflation abwenden, zum anderen hat der Staat sich so entschuldet. Erst mit der Bekämpfung von Arbeitslosigkeit in den Siebzigerjahren und natürlich besonders mit der Wiedervereinigung hat man wieder Schulden angehäuft.”

Der Wirtschaftsprofessor empfiehlt Griechenland,  die Währung um ein Drittel abzuwerten. “Die Aufenthaltskosten in Hotels würden sofort günstiger werden als in der Türkei, und auch der Preis von Waren, vom Ouzo bis zum Schiffsbau, würde um ein Drittel sinken. Das wären Wettbewerbsvorteile für das Land.”  Griechenland sei jedoch längst nicht mehr das einzige Problem: “Ein Land wie Italien kann man nicht mehr über europäische Umlagen stabilisieren. Das geht nicht, das wiegt wirtschaftlich zu schwer. Deshalb bin ich langfristig sehr skeptisch, ob sich der EURO in dieser Form erhalten lässt.”

In Berlin machte der SPD-Vorsitzende Sigmar GABRIEL die konservativen Regierungen in Europa  für das Versagen der Politik verantwortlich. Sie agierten  “zunehmend hilflos gegenüber der Macht der Finanzmärkte”, so Genosse Gabriel.  Zur Erinnerung: In Griechenland und Spanien regieren die Sozialisten. (Quelle: boerse/ard-tagesschau/spd.de)

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