FIAT legt “interessantes Angebot” für Opel vor

GiNN-BerlinKontor.—Der italienische Autokonzern FIAT will die drei deutschen Adam Opel -Standorte Rüsselsheim, Bochum und Eisenach im Fall eines Einstiegs des Unternehmens erhalten, wird aus Berlin gemeldet.  Beim Opel-Werk in Kaiserslautern sei FIAT  “vorerst noch zögerlich”.   Nach einem Gespräch mit Fiat-Chef Sergio MARCHIONNE  teilte Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor ZU GUTTENBERG (CSU)  mit, FIAT wolle angeblich “ohne eigene Schulden”  bei Adam Opel einsteigen. Marchionne habe jedoch einen “Überbrückungsbedarf” in Höhe von  € 5 bis 7 € Milliarden angemeldet, der sich aus den Schulden und den Pensionsverbindlichkeiten von General Motors (GM)  in Europa ergebe. Dieser Überbrückungsbedarf  könne  europaweit über staatliche Bürgschaften oder Garantieren gedeckt werden.

Guttenberg sprach von einem  “interessanter Ansatz”, auch wenn der Finanzierungsbedarf “nicht unerheblich” sei.  Er habe das Konzept der FIAT-Führung  “entgegen genommen”.   Die Bundesregierung  habe sich jedoch noch nicht festgelegt.  Es werde  “heute oder morgen keine Vorfestlegungen” geben.   Auch der Plan und das Interesse des des kanadisch-österreichischen Autozulieferers  MAGNA International  werde ernsthaft geprüft.

Auch Magna-Europa-Chef Siegfried WOLF sprach mit Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor ZU GUTTENBERG und SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter STEINMEIER über einen Einstieg bei Opel.  Wie es heißt,  wurde der Kontakt Berlin-Magna von Ex-Bundeskanzler Gerhard SCHRÖDER (SPD)  “eingefädelt”.  Magna arbeitet eng mit einer russischen Großbank zusammen und möchte russische Investoren “mit ins Boot holen”, heißt es in Toronto.

Gleichzeitig wurde gemeldet, dass sich auch die Magna-Werke in Österreich  “einschränken müsen”.  Die Belegschaft wird ein Jahr lang bis zu 20 %  weniger Lohn erhalten.  Die Belegschaft stimmte zu.  Ca. 5000 der 11.000 österreichischen Mitarbeiter wurden bereits in Kurzarbeit geschickt.

Magna-Chef Frank STONACH (78)  unterstrich erneut,  sein Konzern sei für eine entsprechende Aktion mit Opel “finanziell gut aufgestellt”. “Magna sei eine sehr gesunde Firma: “Wir haben ungefähr US-$ 1,5 Milliarden Bar-Reserven auf der Bank, da können wir ruhig in ein Geschäft hineingehen, ohne uns selbst zu gefährden”, so Stronach. Jobgarantien könne er aber nicht abgeben.

Il Messagero“  meldet, dass dem  Turiner FIAT-Konzern “Angebote” der Banken Morgan Stanley, Goldman Sachs, Citigroup, Merrill Lynch, JPMorgan, Credit Suisse, Deutsche Bank und UBS  vorliegen.  Das Blatt berichtet zudem, das die Konzern-Familie ihre Beteiligung von derzeit 33 % auf 15-20 % verringern will.

Sergio MARCHIONNE, Chef des Automobil- und Industriekonzern Fiat S.p.A., ist zugleich  Vize-Präsident der Schweizer Großbank UBS.  Sein Ziel ist ein Mega-Unternehmen bestehend  aus Fiat Group Automobiles plus Chrysler plus General Motors Europe (Opel). Durch eine solche Transaktion würde ein Automobilkonzern mit einem Jahresumsatz von rund €  80 Milliarden geschaffen.

Fiat wurde 1899 gegründet.  Der Name steht für “Fabbrica Italiana Automobili Torino“  (Italienische Automobilfabrik Turin).  Außer den legendären Kleinwagen Fiat 500 - Cinquecento – baut der FIAT-Konzern unter anderen auch die Prestigemodelle Ferrari,  Maserati, Lancia und Alfa Romeo.

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