FDP-Abgeordnete fordern Abberufung des US-Botschafters

GiNN-BerlinKontor.—Das Bundesvorstandsmitglied der FDP, Wolfgang KUBICKI, hat die “Indiskretionen” des Westerwelle-Büroleiters Helmut METZNER  als “schwerwiegendes Vergehen” bezeichnet und den sofortige Rauswurf des Informanten gefordert.  Der FDP-Chef Guido WESTERWELLE müsse hier hart durchgreifen und den Zuträger “fristlos entlassen”, sagte Kubicki. Auch die SPD forderte den FDP-Vorsitzenden und Außenminister auf, Verantwortung zu übernehmen und offene Fragen zu klären. Einige Medien titelten “Spionage in der FDP”.

Kubicki empörte sich darüber, dass der ehemalige Büroleiter Westerwelles und seit 2009  Staatssekretär im Auswärtigen Amt, Martin BIESEL, beauftragt worden sei, in der FDP-Parteizentraole nach dem “Maulkorb” zu fahnden. Biesel sei schließlich ein von der Regierung – sprich: Steuerzahler – bezahlter Staatssekretär und kein Parteiangestellter.
Auch das Verhalten des US-Botschafters in Deutschland, Philip MURPHY,  griff Kubicki scharf an. Es sei ein “Skandal”, dass offenbar Parteimitarbeiter von Botschaftsangehörigen “ausgehorcht” worden seien. Aus den Reihen der liberalen  Bundestagsfraktion wurden Stimmen laut, die eine Abberufung des US-Botschafter verlangten. Das Vertrauen sei nachhaltig gestört. Schließlich habe der Botschafter “herabwürdigende Berichte” über Regierungsmitgieder unterzeichnet und abgeschickt, wie WkiLeads enthüllt habe.

Zuvor hatte der FDP-Bundestagsabgeordnete Michael GOLDMANN erklärt, das Verhalten des US-Botschafters sei “ungehörig”. So ein Botschafter müsse “nach Hause geholt” werden. Sein Parteifreund Bijan DJIR-SARAI (MdB) sekundierte: “Ob Botschafter Murphy noch ein vertrauensvoller Gesprächspartner ist, ist mehr als zweifelhaft.”

FDP-Generalsekretär Christian LINDNER erklärte in Berlin, die ganze “Sache” werde “dramatisiert”. Ein Mitarbeiter, der ohnehin mit der Pflege internationaler Kontakte beauftragt gewesen sei, habe offenbar über  “verdichtetes Zeitungswissen gesprochen“, so der FDP-GS. Dies sei manchmal vielleicht “ungeschickt“ gewesen, aber letztlich sei die US-Botschaft dadurch nicht besser informiert gewesen als Zeitungsleser.

Der Ex-Büroleiter Westerwelles, Helmut METZNER,  erklärte gegenüber dem FOCUS, er habe “Botschaftsvertretern zu keiner Zeit Dokumente vertraulichen Inhalts ausgehändigt oder angeboten.”

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