Ex-Kanzler Schröder im Fokus

GiNN-BerlinKontor.—Der deutsche Ex-Bundeskanzler Gerhard SCHRÖDER (SPD) soll – so wird berichtet – am 29. 09.2017 (5 Tage nach der Bundestagswahl) als Direktor in den Aufsichtsrat des größten russischen Öl-Konzern ROSNEFT — Stammsitz Moskau – berufen werden. Russlands Ministerpräsident Dmitri MEDWEDJEW bestätigte Schröders Kandidatur für den Posten eines “unabhängigen Direktor.” Der Putin-Konzern steht nach der Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim auf der EU-Sanktionsliste. Rosneft ist zur Zeit laut SPIEGEL der größte Erdölproduzent der Welt.

BILD (15.08.) erinnerte daran, dass der Ex-Kanzler Schröder bereits seit 2005 im Dienst von Gazprom steht und seit 2016 als Verwaltungsrat an dem umstrittene Pipeline-Projekt Nord Stream 2 beteilgt war.

Cem ÖZEMIR, Vorsitzender der Partei Bündnis 90/Die Grünen sagte laut taz. Nicht die Privatwirtschaft ist das Problem der SPD, sondern die Verbindung zur russischen Staatswirtschaft Ich frage mich, ob Martin Schulz das Problem erkannt hat.” Jetzt räche sich die “Nähe der Sozialdemokratie zu Moskau”. Die SPD finde ” keine klare Absage an die Kumpanei mit Putin”, so Özdemir.

Reinhard BÜTIKOFER, Europa-Abgeordneter und Vorsitzender der Europäischen Grünen Partei (EGP), nannte Schröders Verhalten “schamlos”. Die Ex-Kanzler habe sich endgültig “zu einem bezahlten Diener der Politik Putins erniedrigt.”

Die FRANKFURTER ALLGENEINE (16.08.) kommentierte: “Wenn Gerhard Schröder den Posten bei Rosneft annimmt, macht sich ein früherer deutscher Bundeskanzler zum Handlanger eines autoritären Systems. Die Schande eines solchen, sich weder um persönlichen Ruf noch politische Sitte scherenden Seitenwechsels träfe auch die SPD.”

Der BILD-Chefredakteur (17.08.) rügt den “Wandel” des Ex-Kanzlers Schröder zum “hochbezahlten Lobbyisten des russischen Regimes, das eigene Interessen ständig über  sein Volk stellt, sich an seinen Staatskonzernen (Gazprom/Rosneft) bereichert und die gigantischen Gewinne in verbrecherische Feldzüge in Syrien, auf der Krim und in der Ost-Ukraine investiert….Es gehört sich nicht für einen Bundeskanzler a.D. für diese Leute zu arbeiten.”

“Ich würde das nicht tun”, twitterte der SPD-Chef und  sozialdemokratische Kanzlerkandidat der SPD, Martin SCHULZ:  ”Für mich ist klar: Auch nach meiner Zeit als Bundeskanzler werde ich keine Jobs in der Privatwirtschaft annehmen.” Die Entscheidung  sei “Schröders Privatsache” und habe mit der Politik der SPD nichts zu tun.

Die UNION kritisierte, dass sich der SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz “nicht klar genug vom angekündigten Engagement des früheren Bundeskanzlers Gerhard Schröder für den russischen Ölkonzern Rosneft distanziert habe. Die Einlassung von Schulz, Schröders Mitwirken im Aufsichtsrat des Konzerns sei Privatsache, sei Ausdruck von Führungsschwäche”, so der CDU-Außenpolitiker Norbert RÖTTGEN in der F.A.Z.

Regierungssprecher Staatssekretär Steffen SEIBERT, wollte “die berufliche Entwicklung des Alt-Bundeskanzlers” nicht kommentieren.”

Gerhard Fritz Kurt Schröder (73), von 1998 bis 2005 Deutschlands siebter Bundeskanzler, sagte der Schweizer Zeitung BLICK: Es ist eine politische Kampagne zugunsten von Frau Merkel. Man will ihr über die Diffamierung meiner Person helfen.”  (Quellen: ARD-TV/Spiegel/FAZ/taz/BILD/BLICK)

Übrigens: Gerhard Schröder hatte im Dezember 2016 seiner SPD in der Wirtschaftswoche geraten, sich die rot-rot-grüne Option für die Bundestagswahl 2017 offenzuhalten. Die Sozialdemokraten müssten “den Deutschen im Wahlkampf die Angst vor einem Linksbündnis nehmen.” Dies sei wohl “die einzige Option, um Merkel abzulösen.” (WW 14.12.16)

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