EURO stabil – innen und außen

GiNN-BerlinKontor.—Zum ersten Mal veranstaltete die Deutsche Bundesbank am 10.10. ein Bargeldsymposium. Ranghohe Vertreter der Kreditwirtschaft und aus dem öffentlichen Bereich beleuchteten die Rolle des Bargeldes für die Volkswirtschaft. “Die Notenbanken des EURO-Systems haben die Verantwortung dafür, dass die Menschen weiterhin gutes und wertstabiles Geld in den Händen halten“, sagte BUNDESBANK-Präsident Jens WEIDMANN. Um zu verhindern, dass Zentralbanken „für die Finanzierung von Staatsausgaben eingespannt werden, müssen sie unabhängig sein“, betonte er. „Einer Notenbank, die de jure oder de facto abhängig ist, der fehlt es dagegen an Glaubwürdigkeit, dass sie der Sicherung der Preisstabilität zu jeder Zeit den Vorrang gibt.“

Unter den Notenbankaufgaben – so Weidmann – habe die Sicherung der Geldwertstabilität eine besondere Bedeutung. “Denn ohne das Vertrauen in die Stabilität der Währung nützen auch ein materialtechnisch hochwertiges Bargeld und ein reibungslos funktionierendes Zahlungsverkehrssystem nichts. Preisstabilität ist daher zu Recht vorrangiges Ziel der europäischen Geldpolitik.”!

Die Geschichte des Papiergeldes sei leider immer wieder auch eine Geschichte der Geldentwertung. “Eine Notenbank, die nicht zur Einlösung von Banknoten gegen Edelmetall verpflichtet ist, kann Geld quasi aus dem Nichts schaffen. Diese Möglichkeit ist immer mit der Versuchung verbunden, Finanzierungsrestriktionen des Staates durch Drucken von Geld zu überwinden”, mahnte Weidmann..

Papiergeldwährungen müssten aber nicht zwangsläufig in der Inflation enden. Um jedoch zu verhindern, dass die Notenbanken für die Finanzierung von Staatsausgaben eingespannt werden, müssen sie unabhängig sein und ein Mandat haben, das der Sicherung der Geldwertstabilität Vorrang vor anderen Zielen gibt.

Weidmann: Einer Notenbank, die de jure oder de facto abhängig ist, fehlt es dagegen an Glaubwürdigkeit, dass sie der Sicherung der Preisstabilität zu jeder Zeit den Vorrang gibt.

Die Gründungsväter der Währungsunion hätten klare Regeln formuliert, um den EURO zu einer stabilen Währung zu machen.Weidmann erinnerte an den Maastricht-Vertrag, in dem festgelegt worden sei, dass das EURO -System “unabhängig von Weisungen der Regierungen sein soll, dass Preisstabilität sein vorrangiges Ziel sein soll und dass Staatsfinanzierung durch die Notenbanken verboten ist.”

Der EURO sei “tatsächlich eine stabile Währung, nach innen wie nach außen”, unterstrich Weidmann. Die durchschnittliche Inflationsrate innerhalb der ersten fast 14 Jahre liege nur knapp oberhalb der Stabilitätsmarke des EZB-Rats von „knapp unter 2 %“. Eine Währung könne nur dann stabil sein, wenn “die Bürger Vertrauen in die Fähigkeit der Notenbank haben und ihren Willen erkennen, die Preise stabil zu halten.” Dieses Vertrauen hätten die Notenbanken sich in den vergangenen Jahrzehnten hart erarbeitet, es ist ihr wertvollstes Kapital.”

Auch wenn das Rahmenwerk der EWU im Rückblick manche Schwächen offenbare, “die Stabilitätsorientierung der Geldpolitik, ihre Unabhängigkeit und ihre Verpflichtung auf das Hauptziel Preisstabilität gehören sicher nicht dazu. Im Gegenteil: Die Krise erfordert ebenso Mut zu Veränderungen wie den Mut, Bewährtes zu erhalten und vor Vereinnahmung oder Aufweichung zu schütze.”, so der Bundesbank-Präsident.

Weidmann: “Gerade in turbulenten Zeiten steigen die Erwartungen an Notenbanken – und damit die Gefahren einer Überforderung. Hier kann es helfen, sich auf die eigenen Kernaufgaben zu besinnen. Neben der stabilitätsorientierten Geldpolitik zählt dazu auch die sichere Versorgung mit qualitativ hochwertigem Bargeld.” (Quelle: bundesbank.de)

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