EURO-Krise: “Germany Bashing” from London

GiNN-BerlinKontor.–-Das United Kingdom, das sich immer noch Gross-Britannien nennt, wickelt über 40 % seiner Exportumsätze mit europäischen Staaten ab, Aber mit Europa wollen die Briten nicht all viel am Hut haben.  Sie weigerten sich nicht nur, den EURO einzuführen, sie deklarieren sich selbst immer wieder als “euro(pa)-skeptisch”.  Das Vereinigte Köngreich ist Atommacht, hat rund 60 Millionen Einwohner – ist also das drittbevölkerungsreichste Land der Europäischen Union (EU). England war Gründungsmitglied der NATO sowie der Vereinten Nationen – ein enger Verbündeter Deutschlands.

Auf den britischen Inseln kannte bisher wohl kaum jemand den deutschen Politiker und “Merkel’s right-hand ” Volker KAUDER (CDU), Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Nun steht er im Fadenkreuz der britischen Presse und Politiker. Der “powerful parliamentary leader of her CDU party”  namens Kauder hatte sich erdreistet,  die Weigerung der Briten zu kritisieren,  eine Finanztransaktionssteuer zur Disziplinierung der Großbanken einzuführen.

Auf dem CDU-Parteitag in Leipzig hatte Kauder wenige Tage vor dem Besuch des Premierministers David Camerons in Berlin (18.11.)  in Richtung London gesagt: “Nur den eigenen Vorteil suchen zu wollen und nicht bereit sein, sich auch einzubringen – das kann nicht die Botschaft sein, die wir den Briten durchgehen lassen…Jetzt auf einmal wird in Europa deutsch gesprochen – nicht in der Sprache, aber in der Akzeptanz der Instrumente, für die Angela Merkel so lange und dann erfolgreich gekämpft hat.“

Die empörte, anti-Eu-Presse in dem Olympialand England machte daraus: “ALL of Europe is now speaking German”. Die britische BILD mit Namen THE SUN titelte: “Europa spricht jetzt deutsch!“ Volker Kauder – “the chair of Merkel’s Christian Democratic fraction in the Bundestag”, – hatte lediglich Frankreichs Präsidenten  Nicolas Sarkozy  “zitiert”, der dem englischen Regierungschef in Brüssel geraten hatte, doch besser den “Mund zu halten”, wenn die 17 Staaten der EURO-Zone über die Stabilität der Gemeinschaftswähung ringen. Denn von London käme kein kontruktiver Beitrag.

Kauder hatte erklärt, auch London habe als EU-Mitglied eine Verantwortung für Europa und sogar für die Stabilität des EURO. Es sei zwar verständlich, dass ein Land, das 30 % seiner nationaler Wirtschaftsleistung  über das  financial center der City of London  erarbeite, und folglich nicht über eine Finanztransaktionssteuers begeistert sei. Dennoch sei es Unsinn – so Kauder – zwar den Verkauf einer Kaffeemaschine zu besteuern, nicht aber Transaktionen an den Finanzmärkten.

Das Bankenviertel in London gilt bekanntlich als größter Finanzplatz Europas und steht für einen großen Teil des britischen Bruttoinlandsproduktes. Auch hier wurde hemmungslos “gezockt” und im Einklang mit der US-Wall Street die Finanzkrise mitverursacht.

Am 18.11. kommt es nun – folgt man der britischen Presse – zum show down  der beiden Kontrahenten Cameron und Merkel: “David Cameron will go into battle with Angela Merkel over the fate of the euro, the might of the City of London and the future shape of the European Union.”

Premierminister David Cameron  erschien in Berlin mit einer Arbeitslosenquote von 8,3 % und der neuesten Wachstumsprognose im Nacken, die von der Bank of England lediglich mit 1 %  angegeben wird – ohne rosige Aussichten für 2012. Die Inflation liegt übrigens im UK bei 5 %. Hier könnte ein Rat des Tandems Merkel/Kauder vielkeicht nützlich doch sein?!

Festzuhalten ist: Großbritannien ist nicht Mitglied der Euro-Zone. Primeminister Cameron hatte jedoch vor einigen Tagen angekündigt, sich angesichts der Krise wieder “mehr Kompetenzen aus Brüssel” zurückholen zu wollen. Die EU brauche die “Flexibilität eines Netzwerks und nicht die Starre eines Blocks.”  Cameron muss in der Tat befürchten, sein brüchiges Mitspracherecht in Europa endgültig zu verlieren.  Bundeskanzlerin Angela MERKEL (CDU): “Wir übernehmen Verantwortung für Deutschland in einem geeinten Europa.”

„Eine Finanztransaktionssteuer wäre ein Geschoss – gezielt auf das Herz Londons“, stöhnte der britische Finanzminister George OSBORNE im “Evening Standard“. Sollte Europa das alleine durchsetzen – ohne die USA und China – so sei dies „ökonomischer Selbstmord“. In Brüssel hatte der Schatzkanzler die Euro-Länder kess zur raschen Stärkung des Euro-Rettungsfonds aufgefordert. Die Euro-Zone müsse  – so Osborne – “der Welt zeigen, dass sie hinter ihrer Währung stehen kann.” Man müsse sich darauf konzentrieren, die Brandmauer aufzubauen.” Es müsse klar werden, dass es genügend Ressourcen gebe, um die Ausbreitung der Schuldenkrise zu vermeiden. (Quellen: the-sun/cdu.de/stern/eveningstandard)

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