EURO: Deutschland gewinnt – andere nicht

GiNN-BerlinKontor.—“Viele Menschen sorgen sich um den Zustand der Euro-Zone. Wie ernst ist die Lage?”, fragte das ZDF sorgenvoll den Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank (EZB), Jürgen STARK und der antwortete: “Die wirtschaftliche Erholung im Euroraum festigt sich und gewinnt an Breite. Die Mehrheit der Mitgliedsländer des Euroraums überwindet allmählich die wirtschaftlichen Auswirkungen der globalen Finanzkrise. Das positive Gesamtbild lenkt aber nicht davon ab, dass einige Mitgliedsländer vor großen Herausforderungen stehen. Sie haben ihre Reformhausaufgaben – die übrigens von der Europäischen Zentralbank immer wieder angemahnt wurden – seit Beginn der Währungsunion sträflich vernachlässigt. Diese Länder müssen jetzt entschlossen handeln, um im europäischen und internationalen Wettbewerb nicht den Anschluss zu verlieren.”

Jürgen Stark ( 62), seit 2006 Mitglied im EZB-Direktorium  und davor Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, später im Vorstand der Deutschen Bundesbank, wies darauf hin, dass es “keine Krise des EURO gibt, sondern eine Schuldenkrise in einigen Mitgliedsländern des Euroraums”.

The New York Times veröffentlichte am 23. April 2011 einen  Artikel mit dem Tenor: “Deutschland gewinnt und andere nicht” (“Germany wins – others do not”).  Für Deutschland habe sich der EURO  “sehr, sehr gut entwickelt, nicht so für die anderen Staaten der Euro-Zone”.

Floyd Norris kommentiert für die  NYT so: Seit der Einführung des EURO 1999  “the European Central Bank calculated that Germany has gained competitiveness, – not only against other major industrial nations but against all other members of the euro-zones.”

Jügen Stark bekräftigte im ZDF:  “Unsere gemeinsame europäische Währung war nie in Gefahr und ist es auch heute nicht. Der EURO hat sich in der Krise als Stabilitätsanker bewährt. Dessen sind sich alle Länder im Euroraum bewusst. Allerdings ist diese Erkenntnis kein Grund zur Nachlässigkeit.”

Der EZB-Chefvolkswirt räumte ein, dass  Länder “voraussichtlich auf unabsehbare Zeit von den Finanzmärkten abgeschnitten” und auf fremde Finanzhilfe angewiesen sein werden. Darüber hinaus würde das Bankensystem der betroffenen Länder an die Grenze der Insolvenz gedrängt und für seine Stabilisierung müsste sich die Regierung erneut stark verschulden. Die Vorstellung, man könne eine Haushaltskrise durch eine einfache Schuldenreduzierung lösen, sei jedoch eine Illusion. “Die einzig tragfähige Möglichkeit ist die konsequente Umsetzung der Reformprogramme und die vollständige Rückzahlung aller ausstehenden Schulden. Es gibt keinen schmerzfreien Weg”, so Stark im ZDF.

Die EZB ist die Zentralbank für die gemeinsame europäische Währung -  den EURO. Ihre Hauptaufgabe ist es, die Kaufkraft des EURO und somit Preisstabilität im Euroraum zu gewährleisten. Das €-Währungsgebiet setzt sich aus den 17 Ländern der EU zusammen, die den €  eingeführt haben. Das Eurosystem besteht aus der EZB und den nationalen Zentralbanken der Länder, die den Euro eingeführt haben.  (ZDF/NYT)

3 Gedanken zu “EURO: Deutschland gewinnt – andere nicht

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