EU und Berlin zur Offshore-Ölindustrie

GiNN-BerlinKontor.—Wegen der BP-Ölkatastrophe im US-amerikanischen Golf von Mexiko hat der deutsche EU-Energiekommissar Günther OETTINGER die Mitgliedstaaten der Europäischen Union aufgefordert,  Tiefsee-Bohrungen bis auf weiteres auszusetzen.  Im April 2010  war die  “Deepwater Horizon”-Platform explodiert und gesunken. Seitdem strömen täglich Tausende Liter Rohöl ins Meer. “Neue Bohrungen können für die Zukunft und den Markt wichtig sein, aber sie müssen nicht zwingend in diesem Jahr sein”, sagte  Oettinger nach Gesprächen mit  Managern von Ölkonzernen in Brüssel.  Oettinger kritisierte vor allem die fehlenden Sicherheitsvorkehrungen und mangelhaften Kontrollen der Offshore-Ölbohrungen.

Der Energie-Kommissar will durchsetzen, dass alle großen Mineralölkonzerne ihre Notfallpläne an  die “weltweit höchsten Standards” anpassen. Oettiunger forderte zudem, dass die verantwortlichen Firmen die Kosten der Schadenbeseitigung nach Unfällen tragen.  Wie es heißt, will die EU entsprechende Gesetzesvorschläge noch im Herbst vorlegen.

Die Genehmigung und die Kontrolle von Ölbohrungen und Ölplattformen ist Sache der EU-Mitgliedstaaten. Die EU-Kommission kann jedoch  “Empfehlungen” abgeben.  So gibt es in Norwegen bereits ein Moratorium.  In der Nordsee sind nach EU-Angaben derzeit rund 400 Ölförderanlagen in Betrieb.

In Berlin begrüßte Bundeswirtschaftsminister Rainer BRÜDERLE (FDP) ausdrücklich ,  “dass sich Kommissar Oettinger dieses Themas persönlich und entschlossen für Europa annimmt”. Man müsse weitweit alles daran setzen, dass sich eine Katastrophe wie die im Golf von Mexiko nicht wiederholen kann. Die Ursachen müssten “lückenlos aufgeklärt, die Sicherheitsvorschriften grundlegend überprüft werden”, so Brüderle.

Der deutsche Offshore-Sektor bleibt mit nur zwei kleineren Fördereinrichtungen in Seegebieten mit einer Wassertiefe von unter 60 Metern weit hinter der Offshore-Förderung von Erdöl  – etwa durch Norwegen, Dänemark, die Niederlande und das Vereinigte Königreich – zurück. Gerade aber wegen der ungleichen geografischen Verteilung der Offshore-Ressourcen und der an sie gebundenen Risiken sei eine europaweit abgestimmte Vorgehensweise aus deutscher Sicht dringend geboten”, betonte der Bundesminister für Wirtschaft und Technologie in Berln.

In Europa unterhält die BP Europa SE (bis 01.01.2010 in Deutschland: Deutsche BP AG) ein Tankstellennetz und einen Schmierstoffmarkt. BP tritt hier unter den Marken Aral  und Castrol auf.

BP steht für „British Petroleum“ – ist heute  ein international tätiges Energieunternehmen mit Hauptsitz in London. Heute benutzt BP den Slogan “Beyond Petroleum”. Weltweit erwirtschaftete BP 2009 einen Konzernumsatz von  US $ 239 Milliarden  und beschäftigte über 80 000  Mitarbeiter. BP fördert täglich  83 Millionen Barrel Öläquivalent. Davon fördert BP täglich 4 Millionen Barrel (circa 57 %  Erdöl und etwa 43 % Erdgas). Das Unternehmen besitzt rund 22.400 Tankstellen und bedient täglich 13 Millionen Kunden.

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