EU-Prognose: Entspannung an Finanzmärkten

GiNN-BerlinKontor.–-In der aktuellen EU-Prognose zur Wirtschaftstätigkeit in der Europäischen Union heißt es: “Die wirtschaftlichen und finanziellen Aussichten sind zwar nach wie vor mit großen Unsicherheiten behaftet, doch haben entschlossenes politisches Handeln und wesentliche Verbesserungen des institutionellen Rahmens der EU Anfang 2012 zu einem Nachlassen der Spannungen an den Finanzmärkten und zu einer zögerlichen Stabilisierung des Vertrauens geführt, das sich weiter festigen dürfte.”

Kritisch notiert die EU-Kommission die verfehlte Haushaltskonsolidierung in Frankreich und in Spanien. Erwartet wird ein Defizit von 4,5 % der Wirtschaftskraft Frankreichs in  diesem Jahr (anstatt 4,4 %), das in 2013 immer noch bei 4,2% liegen dürfte. Für Spanien erwartet die EU-Kommission ein Defizit von 6,4 % (anstatt 5,3 %), in 2013 immer noch von 6,3 % anstatt wieder den EU-Grenzwert von 3,% einzuhalten. Zum Vergleich: Deutschlands Defizit liegt  in 2012 bei 09 %, für 2013 erwatet man 1,7 %.

Vor allem die Entwicklung Spaniens in der Schuldenkrise sieht die Kommission “mit Sorge”. Spanien sei das einzige Land, dessen Wirtschaft in 2013 weiter “schrumpfen” werde. Erwartet wird ein Minus von 0,3 % im kommenden Jahr nach  -1,8 % in diesem Jahr. Die Arbeitslosenquote in Spanien werde von 24,4 % auf 25,1 % ansteigen.

Auf der EU-Warnliste stehen auch die Niederlande,  die Entwicklung in Italien wird dagegen gelobt.

Weiter heißt es in der EU-Prognose: “Die Wirtschaftstätigkeit in der EU ist im letzten Quartal 2011 zurückgegangen. Diese Entwicklung dürfte sich auch im ersten Quartal 2012 noch fortgesetzt haben. Den Prognosen zufolge soll im zweiten Halbjahr eine schrittweise Erholung einsetzen, die 2013 an Tempo gewinnen wird. Nichtsdestoweniger wird erwartet, dass die Erholung verhalten bleiben wird, da nach wie vor verschiedene Faktoren auf die Inlandnachfrage drücken. Die von den Banken zu unternehmenden Anstrengungen zur Verbesserung ihrer Bilanzen werden weiterhin für angespannte Kreditbedingungen sorgen, wobei die Kreditnachfrage insgesamt aber immer noch schwach ist.”

Für dieses Jahr wird ein BIP-Wachstum von 0,0 % in der EU und -0,3 % im EURO-Raum vorausgesagt. 2013 werde dann nur ein Wachstum von 1,3 % in der EU und 1 % im EURO-Raum haben.. “Der Konjunkturrückgang hat zwar alle Mitgliedstaaten getroffen, doch ist davon auszugehen, dass ein Wachstumsgefälle fortbestehen wird, nicht zuletzt aufgrund der Unterschiede beim strukturellen Anpassungsbedarf, bei den Finanzierungskosten und hinsichtlich der Tragfähigkeit der öffentlichen Finanzen. Die Korrektur der externen Ungleichgewichte auf Ebene der Mitgliedstaaten ist im Gange und dürfte sich über den Prognosezeitraum hinweg fortsetzen.”

Trotz der Konjunkturabschwächung im Laufe des Jahres 2011 habe sich die Lage der öffentlichen Finanzen in der EU 2011 “deutlich verbessert”. Im Zuge der bereits beschlossenen Konsolidierungsmaßnahmen und einer schrittweisen wirtschaftlichen Erholung – so die EU-Prognose – dürften die Haushaltsdefizite weiter zurückgehen, und zwar von 4,5 % des BIP in der EU (4,1 % im EURO-Raum) im Jahr 2011 auf 3,6 % in der EU (3,2 % im EURO-Raum) im Jahr 2012 und weiter auf 3,3 % (2,9 %) im Jahr 2013, “wobei zwischen den Mitgliedstaaten erhebliche Unterschiede bestehen”. Bei Annahme einer unveränderten Politik könne jedoch bei der Prognose für 2013 kaum von strukturellen Verbesserungen in der EU ausgegangen werden. Bis 2013 soll sich der Anstieg der Schuldenquote verlangsamen: 87,2 % des BIP in der EU und 92,6 % im EURO-Raum. (Quelle: eu-commission)

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