EU-Krise: CDU-Wirtschaftsrat vermisst Führung

GiNN-BerlinKontor.—Der Präsident des Wirtschaftsrates der CDU, Kurt LAUK , hat in mehreren Interviews von der CDU-Vorsitzenden und Bundeskanzlerin Angela MERKEL  “Klarheit über den künftigen Umgang mit der EU-Schuldenkrise” gefordert. Es wachse bei den Bürgern die Sorge um ihr Geld. Merkel müsse deshalb jetzt darlegen, “wie sie die Krise lösen will”. Dem SPIEGEL (18.07.) sagte Lauk: “Die Regierung muss jetzt in die Offensive gehen. Das Letzte, was die Exportnation Deutschland jetzt brauchen kann, ist eine europaskeptische Bevölkerung. Wir brauchen Europa. Aber die Europa-Begeisterung ist einer Europa-Angst gewichen”, sagte Lauk. Darauf müsse die Bundesregierung reagieren. Auf Deutschland als dem “stärksten Land” in der EU falle bei diesem Thema eine besondere Verantwortung zu.

Im Interview mit dem rbb-InfoRadio sagte Lauk: „Wir stehen an einem Scheideweg in Europa. Das hat mit den überschuldeten Ländern Griechenland und Portugal zu tun. Wenn keine Lösung für die Schuldenkrise gefunden wird, ist in der Tat der gesamte Euroraum in Gefahr. Wir haben eine Situation, dass diese Länder verantwortungslos gewirtschaftet haben – übrigens unter Aufsicht der EU-Institutionen in Brüssel, die damit total versagt haben. Wir müssen jetzt eine Lösung finden, wenn Griechenland umgeschuldet wird. Daran führt wahrscheinlich kein Weg vorbei. Wir müssen die Voraussetzungen schaffen, dass die Auswirkungen außerhalb Griechenlands im Griff bleiben.”

Den Regierungschefs  – so Lauk – sei es es bislang nicht gelungen, “die Märkte zu beruhigen”. Diese zeigten nur die Reaktion auf die unvollständigen Ansätze, die bislang gemacht worden seien. Der deutsche Finanzminister Wolfgang SCHÄUBLE (CDU) habe bisher  “den einzigen geschlossenen  Ansatz gemacht, indem er einen europäischen Monetary Fund vorgeschlagen hat. Das wurde kalt kassiert und rächt sich jetzt.”

Insgesamt sei die europäische Situation unbefriedigend, weil es keine Einigung gebe, beklagt Lauk. Das führt zu einer “Europamüdigkeit in der Bevölkerung”. Dies aber sei  “das schlimmste, was uns passieren kann, denn wir sind die größten Profiteure des europäischen gemeinsamen Marktes und der gemeinsamen Währung”, mahnte der Präsident des CDU/SU-Wirtschaftsrates im rbb.

Es herrsche in Europa mehr Uneinigkeit als Einigkeit. Auf der anderen Seite sei  “Führung gefordert”  Bundeskanzler Helmut KOHL – erinnert Lauk — habe  “als es bei der Wiedervereinigung um die Führung ging, 10 Punkte vorgelegt. Rückblickend sind sie nicht alle so gekommen, wie sie angedacht waren. Aber es gab wenigstes eine Orientierung. Und diese Orientierung ist jetzt einzufordern, sie ist wichtig für die Bevölkerung und die Akteure.“

Zuvor hatte Lauk an anderer Stelle erklärt,  das gegenwärtige Umfragetief der CDU sei absehbar gewesen. Ein Grund dafür sei auch die “Kehrtwende” der UNION in der Energiepolitik. Lauk:  “Wir haben für einen ganz bestimmten Zeitpunkt den Umzugstermin festgelegt und den Möbelwagen bestellt. Es ist aber völlig unklar, ob zu dem Zeitpunkt des Auszugs die neue Wohnung überhaupt fertig ist.” Dies merke auch die Bevölkerung. (Quellen: wirtschaftsrat.de/rbb/Spiegel

Der Präsident des Europäischen Rates, Herman VAN ROMPUY hatte in Br4üssel die Botschaft ausgesendet: “Europa durchlebt aufgewühlte Zeiten, aber wir müssen uns auf die langfristigen Themen konzentrieren. Vor uns liegt die Aufgabe, die europäischen Bürger davon zu überzeugen, dass die Anstrengungen, die wir heute unternehmen, es auch wert sind, unternommen zu werden, weil es ohne Hoffnung weder Inititiativ- noch Unternehmergeist gibt.”

“Damit ein Traum wahr wird, muss man den Traum leben. Ist man aber von einem Albtraum besessen, dann wird der Albtraum wahr”, sagte Herman Van Rompuy.

Ein Gedanke zu “EU-Krise: CDU-Wirtschaftsrat vermisst Führung

  1. “Der Kurzsichtige ist selbstsüchtig, der Weitsichtige wird in der Regel bald einsehen, dass im Gedeihen des Ganzen der eigene Nutz am besten verankert ist.”

    Silvio Gesell (Vorwort zur 3. Auflage der NWO, 1918)

    Aufgrund einer seit jeher fehlerhaften Geld- und Bodenordnung gibt es keine wie auch immer geartete Finanz- oder Wirtschaftspolitik, um die größte anzunehmende Katastrophe der Weltkulturgeschichte (globale Liquiditätsfalle nach J. M. Keynes, klassisch: Armageddon) abzuwenden. Heute, unmittelbar vor der Katastrophe, wird sie von den Kurzsichtigen noch immer nicht gesehen, weil sie – unabhängig vom so genannten Glauben – in einer kollektiven Wahnvorstellung existieren. Die Antwort auf die “Finanzkrise” erhielt ich im Dezember 2002:

    “God said ‘Cancel Program GENESIS’. The universe ceased to exist.”

    Diese “letzten 10 Worte” übergab mir Sir Arthur Charles Clarke (1917 – 2008) nach seinem 85. Geburtstag mit der beiläufigen Bemerkung: “First you must cancel this useless program, my son. I’m too old for that.” Den Rest der Dreiviertelstunde amüsierten wir uns über die Dummheiten Politik und Religion, bis Arthur die Unterhaltung beenden musste, weil das Lachen ihm aufgrund seiner schweren Krankheit zu starke Schmerzen verursachte.

    Wer aus einem Irrenhaus, in dem naive Sparer “großer Investor” spielen, “Spitzenpolitiker” und “Wirtschaftsexperten” die “banalsten Selbstverständlichkeiten” nicht verstehen, “Geistliche” den Propheten Jesus von Nazareth für einen moralisierenden Wanderprediger halten und die Ärmsten der Armen glauben, NWO müsse “Neue Weltordnung” und nicht Natürliche Wirtschaftsordnung bedeuten, eine Zivilisation machen will, muss nicht nur die Makroökonomie erklären können, sondern zuerst die Religion wegerklären. Nur ein außergewöhnliches Genie wie Silvio Gesell konnte die einzige Möglichkeit des zivilisierten Zusammenlebens verstehen, ohne die Religion verstanden zu haben! Dabei handelt es sich um eine künstliche Programmierung des kollektiv Unbewussten, die es der halbwegs zivilisierten Menschheit seit jeher unmöglich macht, zwischen Marktwirtschaft und Kapitalismus zu unterscheiden – die Grundvoraussetzung des Denkens, sofern es das menschliche Zusammenleben im weitesten Sinne betrifft:

    http://opium-des-volkes.blogspot.com/2011/07/die-ruckkehr-ins-paradies.html

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