EU: Druck auf Finanzmärkte lässt nach

GiNN-BerlinKontor.— Die wirtschaftliche Erholung, die Ende 2011 unerwartet ins Stocken geraten ist, wird wohl auch in den ersten beiden Quartalen 2012 weiter auf sich warten lassen. In der zweiten Jahreshälfte soll sich dann jedoch wieder ein bescheidenes Wachstum einstellen. Auf Jahresbasis betrachtet werden für 2012 nun ein unverändertes Wachstum des realen BIP in der EU (0.0%) und ein Rückgang um 0,3 % im EURO-Währungsgebiet prognostiziert, so die EU-Kommission in Brüssel.More…

Weiter heißt es: “Nach wie vor bestehen erhebliche Unsicherheiten, und die Entwicklung verläuft von Land zu Land unterschiedlich. Die Inflationsprognose für 2012 wurde gegenüber den Zahlen vom Herbst leicht nach oben korrigiert, was seinen Grund in den anhaltend hohen Energiepreisen und im Anstieg der indirekten Steuern hat. Die Inflation liegt nun bei 2,3 % für die EU und bei 2,1 % für das EURO-Währungsgebiet.”

Der für Wirtschaft, Währung und den EURO zuständige Kommissionsvizepräsident Olli REHN sagte dazu: „Auch wenn das Wachstum ins Stocken geraten ist, sind Anzeichen einer Stabilisierung der europäischen Wirtschaft zu erkennen. Zwar befindet sich der Indikator der wirtschaftlichen Einschätzung nach wie vor auf niedrigem Stand, doch lässt der Druck auf den Finanzmärkten allmählich nach. Inzwischen wurden viele der notwendigen Schritte unternommen, um Finanzstabilität zu erreichen und die Rahmenbedingungen für ein nachhaltigeres Wirtschafts- und Beschäftigungswachstum zu setzen. Wenn wir entschlossen handeln, können wir die Trendwende von der Stabilisierung zur Steigerung von Wachstum und Beschäftigung schaffen.“

Für 2012 wird für 9 EU-Länder ein negatives BIP-Wachstum, für ein Land ein stagnierendes Wachstum und für 17 Länder ein positives Wachstum vorhergesagt. Am höchsten wird das Wachstum in Lettland, Litauen und Polen ausfallen und am niedrigsten in Griechenland und Portugal.

“Eine glaubwürdige Politik in anfälligen Ländern und die wachsende Anerkennung der stetigen Fortschritte bei der Bewältigung der Staatsschuldenkrise haben zur Stabilisierung der Märkte beigetragen. Das Staatsanleihenrisiko wird für bestimmte Länder inzwischen etwas geringer eingeschätzt, doch die Aufschläge sind nach wie vor hoch und die Kreditkonditionen für den privaten Sektor verschärfen sich weiter. Wenngleich die Situation an den Finanzmärkten in der EU generell fragil bleibt und private Investitionen und privater Verbrauch nach wie vor stark unter den bestehenden Unsicherheiten leiden, konnte die Gefahr einer Kreditklemme verringert werden, was vor allem den Liquiditätsmaßnahmen der EZB zu verdanken ist. Außerdem ist angesichts der gedämpften Nachfrage nicht davon auszugehen, dass sich die Kreditkonditionen innerhalb des Prognosehorizonts negativ auf Investitionen und Verbrauch auswirken werden. Generell darf in der zweiten Jahreshälfte 2012 mit einer allmählichen Rückkehr des Vertrauens und einer Erholung von Investitionen und Verbrauch gerechnet werden.”

Wegen der hohen Energiepreise wird eine höhere Inflationsrate vorausgeagt. “In Anbetracht einer Kerninflation, die sich bei etwa 2 % eingependelt hat, und in Anbetracht der jüngsten Erhöhungen bei den indirekten Steuern, durch die ein rascheres Nachlassen des Preisdrucks verhindert wird, hat die HVPI1-Inflation langsamer als erwartet abgenommen. Im Zuge der prognostizierten Abschwächung der Wirtschaftstätigkeit dürfte die Inflation innerhalb des Prognosehorizonts auch weiterhin nur allmählich zurückgehen. Für das Jahr 2012 insgesamt wird nunmehr eine HVPI-Inflationsrate von 2,3 % für die EU und von 2,1 % für das EURO–Währungsgebiet projiziert.”

Die EU-Kommission warnt: “Angesichts anhaltender Unsicherheiten sind die Wachstumsaussichten der EU im Jahr 2012 eher mit Abwärtsrisiken behaftet. Sollte es aufgrund einer Verschärfung der Staatsschuldenkrise am Ende zu einer Kreditklemme und einem Zusammenbruch der Binnennachfrage kommen, würde dies aller Wahrscheinlichkeit nach eine tiefe und lange Rezession nach sich ziehen. Zu den Aufwärtsrisiken für das BIP-Wachstum zählen ein unerwartet kräftiges Wiedererstarken des Vertrauens und eine widerstandsfähigere globale Nachfrage, z. B. infolge einer Stabilisierung der Immobilienmärkte in den USA. In Sachen Inflation scheinen sich die Risiken weitgehend die Waage zu halten: Die größten Abwärtsrisiken könnten aus einem unerwartet starken BIP-Rückgang erwachsen, der auch die zugrunde liegende Preisdynamik schwächen würde. Was die Aufwärtsrisiken betrifft, könnten Störungen der Erdölversorgung aufgrund geopolitischer Spannungen und einer unerwartet hohen Nachfrage der aufstrebenden Märkte die Inflation bei den Rohstoffpreisen anheizen.” (Quelle: europa.eu)

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