EU: Der Neid und Deutschland

GiNN-BerlinKontor.-–Die deutsche Bundeskanzlerin Angela MERKEL “mit Hitler-Schnurrbart auf Plakaten in den Straßen von Zypern bis Spanien” – so The New York Times – hat Unverständnis und Empörung nicht nur in Europa ausgelöst. Die Kritik aus Zypern und anderen EU-Staaten an den “Rettungsschirmen” habe in Deutschland die Nerven freigelegt und Zorn erzeugt: “Cypriots’ Criticisms of Bailout Rattles Nerves and Raises Ire in Germany” titelte die NTY und zitierte ausführlich aus einem Interview der deutschen Justizministerin Sabine LEUTHEUSER-SCHNARRENBERGER, welche die EU-Führer aufgefordert habe, Deutschland, das schließlich schwächeren EU-Staaten helfe, zu verteidigen. (“…to do more to defend Germany’s role in helping the weaker  members.”)

Unter Berufung auf das Bundesfinanzministerium schreibt die NYT, Deutschland habe im Rahmen der Rettungschirme (“bailouts”) für Irland, Griechenland, Spanien und  Portugal  bisher bereits rund € 220 Milliarden an finanziellen Hilfen, Garantie- und Kreditzusagen beigesteuert. Nun werde auch Zypern geholfen. Die Erinnerung dieser Nehmerländer an Deutschlands “dark days” werde in Berlin als äußerst  unfair empfunden.

Die NYT-Berlin-Korrespondentin Melissa EDDY verweist auf einen FAZ-Kommentar, dass die Zusahme der wirtschaftlichen Kraft Deutschlands auch Neid*) und Misgunst ausgelöst habe. Der Abstand zu den anderen EU-Partnern  sei größer geworden. Analysten hätten darauf hingewiesen, dass “Deutschland als die stärkte Wirtschaftskraft in Europa”  auch steigender Kritik ausgesetzt sei.  Von Deutschland erwarte man eben, dass es “führt, aber nicht geliebt wird”, schreibt Ms Elly in The New York Times (28.03.).

In The Wall Street Journal war am 29.03. zu lesen: “Germany gains momentum as Europe’s South Struggles” Und: “Germany is Europe’s predominant economic and political power.”

In der NYT heißt es weiter, die deutsche Liberale Sabine Leutheuser-Scharrenberger habe betont, dass alle  Entscheidungen in Brüssel nicht von Deutschland, sondern von allen 17 Staaten der EURO-Zone getroffen wurden.

Deutschland habe sich stets “solidarisch eingebracht, damit es am Ende eine Perspektive für die Krisenländer gibt“, habe Leutheusser-Schnarrenberger dem Münchner Merkur gesagt.  ”Germany acts in solidarity so that crisis countries will have a perspective in the future”. Sie würde sich daher schon wünschen, dass die Persönlichkeiten an der Spitze der Europäischen Union (EU)  - “Kommissionspräsident und der Ratspräsident – auch Solidarität mit uns üben und die Deutschen gegen ungerechtfertigte Vorwürfe verteidigen“, habe die FDP-Politikerin denen in Brüssel gesagt. Auch andere deutsche Abgeordneten hätten die Zypern-Kritik an Berlin als “unpassend und ärgerlich” (“inapproriate and aggravating”) bezeichnet.

The New York Times verweist zudem auf den deutschen Finanzminister Wolfgang SCHÄUBLE  (“who has helped shape Germany’s European Union policy for decades”)  habe in Berlin erklärt,  sein Amtskollege, Zyperns Finanzminister Michael SARRIS, habe ihm am Ende der Gespräche in Brüssel ausdrücklich gedankt. (Quelle: New York Times/MM)

DER SPIEGEL rechechierte und berichtet, dass die größten Banken Zyperns  - Bank of Cyprus und Laiki –  ”zwischen 2007 und 2012 Darlehen in Millionenhöhe an Parlamentarier, lokale Behördenvertreter und Unternehmen vergeben und ihnen diese dann zum Teil oder komplett erliessen”. Die Bank of Cyprus habe – so  DER SPIEGEL – einen Kredit in Höhe von €  2,8 Millionen an ein Hotel gegeben,  das Verbindungen zur kommunistischen AKEL-Partei haben soll.  Hinzu käme eine “Abschreibung von € 193.000 eines Kredits über insgesamt € 554.000  an eine zypriotisch Gewerkschaft”

 

*) Neidisch ist  jemand den “ein Besitztum oder Vorzug anderer kränkt und ein Minderwertigkeitsgefühl auslöst”. Götz Haydar Aly meint: „Neid entsteht aus Schwäche, Kleinmut, mangelndem Selbstvertrauen, selbstempfundener Unterlegenheit und überspanntem Ehrgeiz.” (n. Wikipedia)

Detlef R. Peters

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