Erneute US-Leitzins-Senkung erwartet

GiNN-BerlinKontor.– Trotz oder gerade wegen der hektischen, zweifachen Senkung des US-Leitzins innerhalb von zwei Tagen herrscht am internationalen Finanzmarkt nach wie vor großes Misstrauen in das Bankensystem der USA. Nach dem letzten Zinsentscheid der Federal Reserve wird mit einer erneuten Zinssenkung gerechnet. Erwartet wird eine Senkung um mindestes einen ganzen Prozentpunkt auf dann 2 %. Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 und wegen des Irak-Krieges sank im Juni 2003 der Leitzins schon einmal auf ein Prozent (1 %), dem niedrigsten Stand seit 1958.

Seit dem Ausbruch der US-Hypothekenkrise im Sommer 2007 hat die US-Notenbank (Fed) den US-Leitzins um insgesamt 2,25 Punkte auf derzeit 3 % reduziert. Die drastische Zinssenkung und die relativ guten Geschäftsberichte führender US-Investmentbanken konnten die US-Märkte jedoch noch nicht nachhaltig beflügeln.

Der US-Dollar kostete im März 2008 zeitweise € 1,59.  Der Verdacht liegt nahe, dass man den US-Dollar bewußt und gezielt “rollen läßt”. Ein fallender US-Dollar sorgt nämlich dafür, dass sich Exporte in die USA verteuern. Gleichzeitig steuert man einer durch eine Rezession ausgelösten deflationären Entwicklung entgegen. Ziel ist es, eine Deflation in den USA zu vermeiden. Es gilt also, inflationäre und deflationäre Tendenzen “auszutarieren”. Wenn das nicht funktioniert, bleibt immer noch eine Leitzinssenkung in Reserve. Das erinnert übrigens an die Rezession von 2001. Der US-Dollar fiel von Ende November 2000 bis Anfang Januar 2001 drastisch, dann aber senkte die Fed deutlich die Zinsen. Der “Greenback” zog wieder an.

Zur weiteren Erinnerung: Im Mai 2006 hob die Fed in ihrer ersten Sitzung unter dem Vorsitz des Greenspan-Nachfolgers Ben BERNANKE den Leitzins um 25 Basispunkte auf 5 % an. Der Goldpreis – heute bei über US-$ 1000 – stieg damals auf US-$ 702,68 US-$ je Feinunze. Dies markierte 2006 ein neues 25-Jahreshoch. Gegenüber dem €URO fiel der US-$ am 10.05.2006 auf ein Ein-Jahres-Tief und kostete US-$ 1,2804 US-Dollar. 2008 lag er zeitweise bei € 1,59.

Durch das exorbitante Wachstum der US-Wirtschaft bestand damals die Gefahr, dass die Nachfrage das Angebot übersteigen und die Inflation anziehen könnte, da – aus Arbeitskräftemangel – die Produktionskapazitäten nicht stark genug wachsen könnten, um die Nachfrage zu befriedigen. Mit dieser Vermutung argumentierte die Fed ihre Zinsrunde, in deren Zuge die Leitzinsen von 4,5 % auf 6,5 % angehoben wurden. Ziel war zu jener Zeit eine sogenannte “Soft Landing”, also: rezessionsfreie Landung der US-Wirtschaft.

Am 31.01.2006 hob die US-Notenbank die Leitzinsen übrigens zum 14. Mal in Folge an. Es war der letzte Arbeitstag des US-Notenbankchef Alan GREENSPAN, nach dem sie nicht nur Amerika jetzt zurücksehnt.

Bereits 2001 hatte Alan GREENSPAN übrigens vorausgsagt, dass der €URO “die Parität mit dem US-Dollar erreichen und sogar übertreffen wird.”

Detlef R. Peters

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