Erdölpreise um 40 % gestiegen

GiNN-BerlinKontor.—Seit Ende Mai 2010 ist das Erdöl um 40 % teuerer geworden. Für die Tonne Kupfer – wichtiger Rohstoff für den Bausektor und die Elektroindustrie – wurde im Februar 2011 über US-$ 10.000 gezahlt – ein neuer Rekord, so die Deutsche Postbank AG.  Die Volkswirte der Postbank sehen jedoch diesen Preisanstieg nicht nur kritisch. “Sicher – für Deutschland als rohstoffarmes Land – bedeuten Rohstoffpreisanstiege eine Belastung. Für 2010 beziffern wir die dämpfenden Effekte auf rund € 5 Milliarden – das entspricht 0,2 % des Bruttoinlandsprodukts”, so Chefvolkswirt Marco BARGEL  “Aber Deutschland hat auch einen Vorsprung bei der Entwicklung Ressourcen schonender Technologien. Die Nachfrage nach Effizienz-Technologie made in Germany dürfte weltweit zunehmen, wenn Energie und Rohstoffe sich weiter verteuern. Das wäre gut für den Export”, meint der Chefvolkswirt der Bonner Bank.

Weiter heißt es, die Rohstoff exportierenden Unternehmen und Staaten würden von Preisanstiegen profitieren und ihrerseits Gewinne bzw. Wohlfahrtssteigerungen verzeichnen. Mit dem zusätzlichen Geld könnten sie ihre Investitionen ausweiten. Das würde der deutschen Wirtschaft mit ihrer Ausrichtung auf Kapitalgüter und deren Export zugute kommen.

Ganz entscheidend ist die Geschwindigkeit, mit der sich Preisänderungen vollziehen. Ein jäher und starker Preisschub bei Rohstoffen dürfte spürbar negative Auswirkungen auf die Konjunktur haben. Die Unternehmen könnten die Kostenexplosion kurzfristig nicht an die Verbraucher weitergeben. Dadurch würden sich ihre Gewinnaussichten verringern und mit ihnen auch die Investitionsmöglichkeiten. Vollzieht sich der Preisanstieg jedoch stetig und über einen längeren Zeitraum, könnten langfristig die positiven Nachfrageeffekte für die deutsche Wirtschaft stärker ins Gewicht fallen als die negativen Kosteneffekte.

Die Volkswirte der Postbank neigen zum positiven Szenario: Sie rechnen damit, dass der Preisanstieg bei Rohstoffen sich verlangsamen wird. In den vergangenen Jahren dürfte die sehr lockere Geldpolitik in den Industrienationen den Preisanstieg bei Rohstoffen verschärft haben. Denn mit einem Teil der großzügig zur Verfügung gestellten Liquidität ist auf den Rohstoffmärkten spekuliert worden, wodurch sich die Preisanstiege verschärft haben. Die Postbank geht davon aus, dass die Notenbanken in den Industrienationen in absehbarer Zeit zu einer weniger expansiven Geldpolitik zurückkehren. Damit dürfte auch die Preisdynamik bei Rohstoffen nachlassen. Auch die Bestrebungen Chinas und anderer Schwellenländer, einer drohenden Überhitzung der Wirtschaft mit Anhebungen der Leitzinsen zu begegnen, sprechen gegen einen steilen Aufwärtstrend bei den Rohstoffpreisen. (Pressestelle Postbank)

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