Einkommenserwartungen stark gestiegen

GiNN-BerlinKontor.—Nach Mitteilung der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) in Nürnberg  macht die  “Einkommenserwartung einen großen Sprung nach oben, während die Konjunkturerwartung und die Anschaffungsneigung leicht ansteigen”.  Der Gesamtindikator prognostiziert nach revidiert 5,6 Punkten im Juni für Juli einen Wert von 5,7 Punkten. Weiter erklärt die GfK:  “Die ungebrochene Dynamik der deutschen Wirtschaft sowie die weitere Belebung auf dem Arbeitsmarkt haben die Konjunkturaussichten moderat und die Einkommenserwartungen der Bundesbürger stark ansteigen lassen. Auch die Anschaffungsneigung hat ihre Verluste aus dem Vormonat mehr als kompensiert. Damit gewinnen die guten Rahmendaten wie die positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt und das gute Wirtschaftswachstum wieder die Oberhand über die ‘Störfaktoren’ Fukushima sowie die Situation im Nahen Osten und Griechenland. Nachdem die Konjunkturerwartung in den vergangenen Monaten viermal in Folge zurückgegangen ist, legt sie im Juni dieses Jahres wieder zu. Das Plus beträgt 4,2 Punkte. Mit 50,3 Zählern liegt der Indikator damit knapp 45 Punkte über seinem entsprechenden Vorjahreswert.

GfK: Nach den Meldungen des Statistischen Bundesamts wuchs das reale Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal im Vergleich zum Vorquartal mit 1,5 % sehr stark. Im Vergleich zum Vorjahresquartal steht sogar ein Plus von kalenderbereinigt 4,9 % zu Buche. Auch auf Grundlage dieser guten Ausgangsposition haben sowohl eine Reihe von Wirtschaftsforschungsinstituten wie auch die Deutsche Bundesbank ihre Wachstumsprognose für dieses Jahr deutlich nach oben revidiert.

Inzwischen gehen die Experten von einem Zuwachs des realen BIP 2011 von mehr als 3 % aus. Das bedeutet, dass sich die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr ähnlich dynamisch entwickeln wird wie im vergangenen Jahr. Damals legte sie 3,6 % zu. Korrespondierend zu diesen guten Wachstumsaussichten wird auch die Zahl der registrierten Arbeitslosen weiter sinken und die 3-Millionen-Marke deutlich unterschreiten.

Die guten gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen überlagern mögliche Risiken, die aus einer Verschärfung der gegenwärtigen Schuldenkrise sowie einem weiteren drohenden Anstieg der Energiepreise entstehen könnten. Dies zeigt sich auch beim ifo-Geschäftsklimaindex, der im Juni ebenfalls zum ersten Mal seit Februar wieder gestiegen ist.
Einkommenserwartung: deutlicher Anstieg

Den größten Sprung nach oben macht in diesem Monat die Einkommenserwartung. Nach einem Plus von 18,7 Zählern weist der Indikator aktuell 44,6 Punkte auf. Folglich werden die Verluste kompensiert, die die Einkommenserwartung im Verlaufe dieses Jahres bis Mai zu verzeichnen hatte.

Optimistischere Konjunkturaussichten, vor allem die anhaltend positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt, sorgen dafür, dass mehr Konsumenten eine Verbesserung ihrer finanziellen Lage erwarten. Zum einen können die gesamten Löhne und Gehälter durch die steigende Anzahl von Erwerbstätigen zunehmen. Zum anderen stärkt eine sinkende Arbeitslosigkeit die Verhandlungsposition der Arbeitnehmer im Hinblick auf höhere Zuwächse bei den Arbeitseinkommen. Bereits im ersten Quartal sind die Reallöhne laut Statistischem Bundesamt um durchschnittlich 2 % gestiegen.

Gestützt wird diese überaus positive Entwicklung durch die Tatsache, dass sich der Preisdruck auf die Konsumenten zuletzt nicht mehr verstärkt hat. Dazu passt, dass die Preiserwartungen der Verbraucher im Juni kaum noch zugenommen haben und die Inflation im Mai leicht auf 2,3 % gesunken ist, nachdem sie im April noch 2,4 % betragen hatte.(GfK/Destatis)

Zu den GfK-Ergebnissen zum Konsumklima erklärte der Bundeswirtschaftsminister Philipp RÖSLER in Berlin: “Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stützen weiterhin den privaten Konsum. Das zeigt auch das aktuelle Konsumklima. Wichtig für eine Fortsetzung der guten Kauflaune der Menschen ist, dass sich die positiven Beschäftigungstrends auch weiterhin fortsetzen und sich der derzeit beschleunigte Preisauftrieb nicht verstetigt. Hilfreich wäre aber auch, wenn sich den Bürgerinnen und Bürgern die Perspektive eröffnet, wieder etwas weniger von ihrem erarbeiteten Einkommen an den Staat abführen zu müssen. Wenn die Menschen am Aufschwung teilhaben, stärkt dies die Auftriebskräfte und macht die gute Wirtschaftsentwicklung nachhaltiger und widerstandsfähiger.” (BMWi)

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