Druck aus Peking & Moskau: Nordkorea lenkt ein

GiNN-BerlinKontor.—Das kommunistische Regime in Nord-Korea hat drei Wochen nach dem Atom-Test mitgeteilt, dass es zu den Sechser-Gesprächen über sein Nuklear-Programm zurückkehren würde, wenn die US-Regierung auch über die “Beendigung der Atombedrohung und der US-Finanzsanktionen” sprechen werde. Das Einlenken von Kim Jong Il ist offensichtlich auf massiven Druck der chinesischen und russischen Regierungen – enge verbündete Nordkoreas – erfolgt.


Der “Durchbruch” wurde nach so genannten Geheimverhandlungen in Peking erzielt, an denen der Vizechef des US State Departments, Christopher R. HILL, teilnahm und auf nordkoreanischer Seite sein “counterpart” Kim Kye-Gwan.

Russlands Verteidigungsminister, Sergej IWANOW, erklärte in Oslo, die Sechser- Verhandlungen seien “der einzige Weg zur Losung des nordkoreanischen Nuklearproblems”. Iwanow behauptete, Pjöngjang habe keine Atomwaffen – “nur die Kernspreng-Ladung, die weniger als 200 Kilometer von der russischen Grenze entfernt getestet wurde”. Die Beendigung “jeglicher Nuklear-Programme” müsse unter scharfster Kontrolle der Weltgemeinschaft” gestellt werde, so Iwanow, der als Nachfolger Wladimir Putins gilt.

China, Nord- und Süd-Korea, Japan, Russland und die USA hatten die Verhandlunghfolgeren in Peking vor einem Jahr unterbrochen, weil Pjöngjang gegen das “Einfrieren” von nordkoreanischen Geldern durch die USA protestierte und die Konferenz verließ. Wie es heißt, wollen die USA und Japan die Sanktionen und Embargos, die nach den Atomtests gegen Nord-Korea verfügt wurden, vorerst fortsetzen.

In der Erklärung Pjöngjangs vom 01.11. hiess es unter Hinweis auf den Atomtest: “Die Demokratische Volksrepublik Korea hat kürzlich zur Selbstverteidigung eine Gegenmaßnahme vornehmen müssen, um sich gegen die täglichen Nuklearbedrohungen und die finanziellen Sanktionen zu schützen. In Beijing/Peking haben am 31. Oktober bi- und multilaterale Begegnungen stattgefunden, wobei die Hauptbetonung auf Gespräche zwischen der Demokratischen Volksrepublik Korea und den Vereinigten Staaten lag. Erörtert wurden mögliche Wege zur Wiederaufnahme der Sechs-Parteien-Gespräche. Die DVRK hat entschieden, zu den Sechs-Parteien-Gesprächen zurückzukehren – unter der Voraussetzung, dass auch die Frage einer Aufhebung der finanziellen Sanktionen zwischen der DVRK und den USA besprochen und geregelt wird.”

US-Präsident George W. BUSH begrüßte das Übereinkommen (“I am pleased”) , die Sechser-Gespräche neu zu starten” und dankte vor allem “den Chinesen, den Russen, den Süd-Koreanern und Japanern für ihre Bereitschaft, an den Tisch mit Nord-Korea zurückzukehren”.

Bush, der am 07. November Kongresswahlen durchstehen muss, zeigte sich versöhnlich: “Ich war immer der Meinung, dass es wichtig für die Vereinigten Staaten ist, sich gemeinsam mit anderen Partnern an einem Tisch zu sitzen, wenn es gilt eine so wichtige Frage zu erörtern.” Er werde “teams to the region” entsenden, die dafür sorgen sollen, dass die UNO-Resolution 1718 umgesetzt werde. Gleichzeitig müsse sichergestellt werden, dass die Gespräche “effektiv” verlaufen. Man wolle Ergebnisse erreichen, die “wir wollen, nämlich dass Nord-Korea von dem Atom-Programm ablässt”. Er freue sich über den “Fortschritt im Fernen Osten”, so Bush, aber es gebe “noch sehr viel zu tun”. Besonderen Dank zollte der Präsident seiner Außenministerin Condoleezza RICE für ihre “gute Arbeit” und fügte hinzu. “Ich kann dem amerikanischen Volk versichern, dass wir weiterhin daran arbeiten werden, eine friedvolle Lösung zu finden.”

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