Dresdner Frauenkirche wird am 30. Oktober feierlich geweiht

GiNN-Global iNet News.–60 Jahre nach ihrer Zerstörung durch alliierte Bomber feiert Dresden den Wiederaufbau der Frauenkirche. Ermöglicht wurde das “Wunder von Dresden” durch das beispiellose Engagement zahlreicher privater Spender und die Unterstützung durch den Bund, den Freistaat Sachsen und die Stadt Dresden.

An der Weihe der wieder aufgebauten Frauenkirche am 30. Oktober nehmen Bundespräsident Horst KÖHLER, Bundeskanzler Gerhard SCHRÖDER sowie Kulturstaatsministerin Christina WEISS und der sächsische Ministerpräsident Georg MILBRADT teil. Erwartet werden außerdem mehr als 100.000 Besucherinnen und Besucher aus aller Welt. Viele von ihnen haben sich in einem der zahlreichen Fördervereine für den Wiederaufbau der Frauenkirche engagiert.

Die ausgebrannte Dresdner Frauenkirche war am 15. Februar 1945 in sich zusammen gestürzt. Zwei Tage zuvor war die Dresdner Innenstadt nach ihrer Bombardierung durch einen Feuersturm zerstört worden. Von dem barocken Gotteshaus blieb nur eine Ruine erhalten, die jahrzehntelang an die schrecklichen Folgen des Krieges und die bei den Bombenangriffen ums Leben gekommenen Menschen erinnerte.

Erst nach der Wiedervereinigung nahm die Idee des Wiederaufbaus der Kirche konkrete Formen an. 1994 war es dann soweit: Der Grundstein der neuen Frauenkirche wurde gelegt. Trotz anfänglicher bautechnischer Schwierigkeiten konnte der Wiederaufbau in nur elf Jahren realisiert werden. Mit in das Gebäude integriert wurden dabei die noch vorhandenen historischen Steine und Quader, die mehr als ein Drittel der Bausubstanz ausmachen. Durch ihre dunkle Färbung werden sie noch Jahre lang an die Zerstörung der Ursprungskirche erinnern.

Ermöglicht wurde der Wiederaufbau der Frauenkirche vor allem durch das beispiellose Engagement der Menschen, die sich nicht nur in Dresden, sondern überall auf der Welt für das Projekt eingesetzt haben. Insgesamt 86 Millionen Euro stammen von privaten Spendern, weitere Mittel kommen vom Bund, dem Freistaat Sachsen und der Stadt Dresden. Die Bundesregierung hat den Wiederaufbau 1995 mit 23 Millionen Euro aus dem Verkauf einer Gedenkmünze und in diesem Jahr mit weiteren 4 Millionen Euro gefördert.

Mit der wiederaufgebauten Frauenkirche erhält Dresden nicht nur sein berühmtestes Bauwerk, sondern auch einen städtebaulichen Fixpunkt zurück. Durch ihre Geschichte ist die Kirche darüber hinaus zu einem Symbol der Versöhnung geworden, nicht nur für die Bürgerinnen und Bürger Dresdens, sondern für viele Menschen in aller Welt. Nach ihrer Weihe soll die Frauenkirche deshalb nicht nur für Gottesdienste und Andachten, sondern auch für zahlreiche Sonderveranstaltungen und Jugendbegegnungen genutzt werden.

Der ursprüngliche Bau der Frauenkirche wurde zwischen 1726 und 1743 nach einem Entwurf des Dresdner Architekten George Bähr errichtet. Auf einem annähernd quadratischen Grundriss entwickelte Bähr einen monumentalen Zentralbau, der von einem halbrunden Chor durchbrochen wurde.

Finanziert wurde der Bau aus Spenden Dresdner Bürger. Berühmtheit erlangte das Gotteshaus, das als bedeutendster protestantischer Sakralbau des deutschen Barock gilt, vor allem durch seine komplett steinerne Kuppel. Mit ihr hat die Dresdner Frauenkirche Jahrhunderte lang die Silhouette der Stadt wie kein anderes Gebäude geprägt.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

* Copy this password:

* Type or paste password here:

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>