DIE LINKE beharkt sich

GiNN-BerlinKontor.—Klaus ERNST,  seit Mai 2010 neben Gesine LÖTZSCH Auch-Vorsitzender der Partei DIE LINKE, hat seine Genossen in Rage gebracht. Der “Porsche-Sozialist” ärgerte sich öffentlich über die “Unvernunft” in seiner Partei, die aus SED-Kommunisten und PDS-Sozialisten zusammengezmmert wurde. Ernst, dessen bayerischer Landesverband sich laut Süddeutsche Zeitung “seit längerem im Chaos” befindet, verärgerte seine Parteifreunde, weil er gegenüber der SZ beklagte, “der Zweck” der Linkspartei  -die Verbesserung der Lebensverhältnisse der Menschen” -  gerate “zu oft  aus dem Blick”. Überdies müsse  “die Diffamierung der eigenen Leute aufhören”.

Klaus Ernst kritisierte mit Blick auf das innerparteilich heftig diskutierte neue Grundsatzprogramm der Linkspartei, dass einige Genossen  bereit seien  “mit allem, was sie haben, dafür einzutreten, dass ein Punkt, der keinen Hund hinter dem Ofenrohr hervorlockt, ins Programm geschrieben wird. Dafür sind sie auch bereit, in der Öffentlichkeit übereinander herzufallen”, schimpfte Ernst.

Ernst beschwerte sich im “Neues Deutschland”, dass in der Linkspartei “ein paar besondere Strategen am Werk” seien. Einige nähmen sich “einfach zu wichtig”.


Der DIE LINKE-Chef kritisierte auch deutlich seinen eignen bayerischen Landesverband. Dieser sei  “oftmals nicht sehr kulturvoll”. Seit der Üarteigründung habe es bei den Sozialisten zwei Gruppierungen gegeben, “die sich in vielen Fragen frontal gegenüberstehen”, so Ernst.  “Die sind aus meiner Sicht nicht alle politikfähig. Damit meine ich nicht nur ehemalige Leute aus der PDS, wir haben auch aus der WASG einige mitgebracht, die noch nicht gelernt haben, wie man Konflikte in einer Partei vernünftig austrägt.”Eine volle Breitseite feuerte Klaus Ernst auf die sozialistischen Genossen in der ehemaligen DDR:  “Die überwältigende Mehrheit der Mitglieder und Funktionäre im Osten findet die neue Linke gut. Aber wir haben einige Leute, die sich nicht damit abfinden können, dass es jetzt nicht mehr die alte PDS gibt. Diese Leute haben durch die Fusion an Einfluss verloren”, so der LINKE-Chef in der Süddeutschen Zeitung.

Der DIE LINKE-Spitzenkandidat  in Sachsen-Anhalt, Wulf GALLERT,  schoss umgehend zurück: “„Die alte PDS hat eine Menge Dinge vorangebracht – gerade im Osten. Es wäre deshalb gut, wenn alle in der Führungsspitze diesen Erfahrungsschatz zur Kenntnis nehmen.“

Auch der Vorsitzende der linken Landtagsfraktion in Thüringen, Bodo RAMELOW, sinnierte laut: „Klaus Ernst reflektiert immer nur die West-Erfahrung der Partei. Mit einer Bundesspitze, die aus reiner Verzweiflung eine Wagenburgmentalität um sich herum baut, geht das nicht.“  Ersnt liess über seinen Pressesprecher verbreiten: „Der Wagenburg-Vorwurf ist Unsinn.  Ramelow ist bekannt für zugespitzte Formulierungen. Das ist nicht hilfreich.“

Ostdeutsche Genossen kolportieren  bereits, Klaus Ernst bereite seine “Rückkehr zur SPD” vor. Der ehemalige IG-Metall-Funktionär war von 1974-2004 Mitglied der SPD, Nach seinem Ausschluss aus der Partei gründete er die Partei “Wahlalternative Arbeit und Soziale Gerechtigkeit” (WASG), die mit der PDS fusionierte.

Die Co-Chefin der Linkspartei, Gesine LÖTZSCH,  sagte zur so genannten Landesgruppe Ost,  die sich in Ostdeutschland offensichtlich gegen den “Wessi”-Genossen Ernst formiert, mit einer solchen Gruppe hätte sie kein Problem, es mache sie aber “stutzig, daß diese Initiative sich angeblich als ‘Gruppe Vernunft‘ tituliere.  Lötzsch: “In unserer Partei hat keiner die Vernunft für sich gepachtet.”

Zum öffentlichen Streit in der Partei DIE LINKE erklärte Petra PAU:  “Hartz-IV-Betroffene werden gedemütigt. Altersarmut grassiert. Das Gesundheits-System krankt. Das Bildungssystem fiebert. Die Demokratie hat Schwindsucht. Kommunen bluten aus. In Afghanistan ist Krieg… Und DIE LINKE beharkt sich! Allen Mitgliedern und Sympathisanten der Linken wünsche ich zum Jahreswechsel herzlich und dringend: „Besinnung statt Böller!“

Die Führungsspitze der Linkspartei schickte dennoch”solidarische Grüße” an die Genossen und wünschte”Kraft, Mut und Zuversicht, Klugheit und Kreativität”.  Es ist gut zu wissen, dass Ihr Euer Bestes gebt. Wir tun es auch. Versprochen!”, so Gesine Lötzsch und Klaus Ernst in ihrer Neujahrsbotschaft.

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