DGB startet Herbst-Demonstrationen

GiNN-BerlinKontor.—Thilo Sarrazin hat es vorgemacht – der Deutsche Gewerkschaftsbund schiebt nach.  Der Noch-SPD-Genosse hatte die Nation aufgeschreckt mit dem Angstmacher-Titel “Deutschland schafft sich ab – Wie wir unser Land aufs Spiel setzen”. Der DGB startet seine bundesweite Herbstprotestaktion mit klassenkämpferischen Parolen wie   “Deutschland in Schieflage” – und  “Gegen soziale Kälte”. DGB-Chef  Michael SOMMER  gibt höchstselbst “den Ton an” und verteilt die Sprachregelung für den “heißen Herbst”.  Der DGB will “Druck machen” und gegen die CDU/CSU/FDP-Regierung wettern -  gegen diese “willfährigen Helfershelfer der Interessen von Arbeitgebern und Besitzenden”, so Sommer.

Es ist wieder mal “das Kapital, das die Karre in den Dreck fährt”,  es ist “das Kapital, das auf hohem Ross sitzt” und es ist die  schlimme “Kumpanei von Kapital und Politik”.  Dies alles hat “die Welt an den Rand des ökonomischen Abgrunds geführt”, sagt Sommer. Drei Jahrzehnte sei  überdies “alles getan worden, um gute Arbeit durch schlechte zu ersetzen und die Reichen reicher und die Armen ärmer zu machen”, behauptet der DGB-Chef.

Es gebe kaum ein Politikfeld – weiss Sommer -  “in dem nicht versucht wird, es dem Kapital wieder recht zu machen. Es gibt kaum ein soziales Gebiet, in dem nicht weiter Politik gemacht wird gegen Rentner und Alte, gegen Dauerarbeitslose und gesetzlich Krankenversicherte. Und auch unsere Jugend soll weiter betrogen werden mit einem verlogenen Ausbildungspakt.” Man werde nicht müde  werden “für gute Arbeit zu kämpfen, denn wir wollen uns mit Lohndumping und dem Raubbau an Arbeitnehmerrechten nicht abfinden. Wir wollen anständige Löhne, von denen man leben kann. Ohne Zuschüsse des Staates. Ohne die Aufstockung durch Hartz IV”

Auch Berthold HUBER, Erster Vorsitzende der IG Metall, kritisierte scharf die  “Beeinflussung von Politik durch Wirtschaftsinteressen”. Man wolle keine Republik,  “in der mächtige Interessengruppen mit ihrem Geld, mit ihrer Macht und mit ihrem Einfluss die Richtlinien der Politik bestimmen”, sagte Huber auf einer Protestkundgebung in Stuttgart.  Nicht der Shareholder Value, sondern die Interessen und Bedürfnisse der Menschen müssten Maßstab für Politik und wirtschaftliches Handeln sein.  Wer glaube, sich “hemmungslos bereichern” zu können und  “die Wirtschaft ohne Rücksicht auf Mensch und Umwelt lenken zu können, der steht nicht mehr auf dem Boden der Verfassung”, so der IG Metall-Chef Huber.  Auch der aktuelle Aufschwung gehe an vielen Menschen vorbei. “Im Aufschwung” wollten die Beschäftigten jedoch auch an den Gewinnen beteiligt sein. “Das ist ihr gutes Recht”, betonte Huber.

Die Herbstaktion der Gewerkschaften richtet sich unter anderem gegen niedrige Löhne und Leiharbeit. Zu einer Kundgebung  in Stuttagrt wurden am 13.11. unter dem Motto “Deutschland in Schieflage”  mehrere zehntausend Teilnehmer erwartet – Hauptredner der IG-Metall-Vorsitzende Berthold Huber.  Auf der DGB-Demonstration in Nürnberg sollen die Themen Gesundheit, Bildung und Alterssicherung im Mittelpunkt stehen. Man rechnet mit 15 000 Demonstranten.. Allein aus der Region Schweinfurt-Würzbug machten sich 60 Busse auf den Weg, kündigte der DGB an.  Auch in Hannover, Frankfurt, Dortmund fanden Demonstrationen statt.

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