Deutsche Hochkonjunktur

 

GiNN-BerlinKontor.—Die deutsche Wirtschaft driftet in die Hochkonjunktur. Im Jahr 2017 dürfte der BIP-Zuwachs dürfte 1,7%t und im nächsten Jahr 2,0 % betragen. Die gesamtwirtschaftliche Überauslastung steigt weiter und ist nach einer sechsjährigen Aufschwungphase dann so groß wie seit dem Boom-Jahr 2007 nicht mehr, so das Institut für Weltwirtschaft in Kiel (IfW).

Die öffentlichen Haushalte verzeichnen weiter Rekordüberschüsse. Der deutschen Wirtschaft droht eine konjunkturelle Überhitzung. In seiner neuesten Konjunkturprognose erwartet das ifw einen Anstieg des Bruttoinlandsproduktes (BIP) um 1,7 % in diesem und um 2 % im nächsten Jahr. Damit hält es an seiner bisherigen Schätzung fest.

Weiter heißt es: Der geringere Anstieg im laufenden Jahr ist auf die relativ hohe Anzahl an Feiertagen, die auf einen Werktag fallen, zurückzuführen. Arbeitstäglich bereinigt liegt die Prognose für 2017 bei einem BIP-Zuwachs von 2 %. Die gesamtwirtschaftliche Produktion in Deutschland legt laut Prognose bis 2018 mit höherem Tempo zu, als das nachhaltig mögliche Wirtschaftswachstum, wodurch sich die Abwärtsrisiken erhöhen. Die Überauslastung beträgt zum Ende des Prognosezeitraumes etwa 2 %, so viel wie seit dem Boom-Jahr 2007 nicht mehr.

Insgesamt gewinnt der Aufschwung in Deutschland zunehmend an Breite., so Stefan KOOTHS, Leiter des Prognosezentrums am IfW. Zwar dürfte der private Konsum in deutlich verlangsamtem Tempo expandieren, da die Kaufkraft der verfügbaren Einkommen durch den ölpreisbedingten Anstieg der Inflation auf knapp 2 % spürbar geschmälert wird. Auch wird der öffentliche Konsum nicht mehr ganz so rasch ausgeweitet werden, da es hier voraussichtlich zu keinen zusätzlichen Ausgaben im Zuge der Flüchtlingsmigration kommen wird. Insgesamt dürften die Konsumausgaben nur noch mit Raten von 1,4 %(2017) und 1,6 % (2018) zulegen, nach 2,6% im Jahr 2016. Dafür nimmt der Investitionsaufschwung jedoch Fahrt auf.

Die Anlageinvestitionen steigen laut Prognose arbeitstäglich bereinigt um 2,6 %(2017) und 4,2 % (2018), nach nur gut 2 % im Jahr 2016. Die Ausrüstungsinvestitionen legen nächstes Jahr um 5,1 % zu, nachdem sie in den vergangenen Quartalen aufgrund des unsicheren internationalen Umfelds zur Schwäche tendierten.

Die Bauinvestitionen werden, abgesehen von witterungsbedingten Schwankungen, im gesamten Prognosezeitraum nicht zuletzt aufgrund der niedrigen Zinsen weiter lebhaft mit Raten von 3,4 % (2017) und 4,0 % (2018) expandieren. Zudem dürften die Exporte mit der allmählichen Belebung der Weltkonjunktur wieder zunehmend den Aufschwung stützen und im laufenden Jahr um 4 % und im kommenden Jahr um 4,8 % zunehmen.

Die konjunkturelle Erholung im EURO-Raum setzt sich mit Zuwachsraten von etwa 2 % in diesem und im nächsten Jahr fort. Während sich der Produktionsanstieg in den meisten Schwellenländern verstärken dürfte, ist für China eine allmähliche Verlangsamung der wirtschaftlichen Expansion zu erwarten. „Risiken für die Prognose resultieren vor allem aus den politischen Unwägbarkeiten und möglichen Problemen im Zusammenhang mit der anstehenden Normalisierung der Geldpolitik”, so Kooths. (Quelle: ifw-kiel.de)

 

 

 

 

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