Bauindustrie zur “Bauma”

GiNN-BerlinKontor.-–Trotz schwieriger weltwirtschaftlicher Rahmenbedingungen hat die deutsche Bauindustrie ihre Position im internationalen Geschäft behaupten können. Mit einer Bauleistung von rund € 30 Milliarden  nimmt sie gemeinsam mit der französischen Bauindustrie eine Spitzenstellung auf dem Weltbaumarkt ein. Darauf hat der Präsident des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, Prof. Dipl.-Kfm. Thomas BAUER,  hingewiesen. „Die Deutsche Bauindustrie erwartet vor dem Hintergrund einer günstigen Prognose der Wirtschaftsforschungsinstitute für die Weltkonjunktur im laufenden Jahr sowie für 2014 einen weiteren Anstieg des Auslandsbaugeschäfts“, erklärte Bauer zur Eröffnung der 30. Internationalen Baumaschienenmesse BAUMA, die vom 15. bis zum 21. April in München stattfindet. 

Gute Marktchancen für deutsche Bauunternehmen sieht Bauer weltweit vor allem im Bereich der Infrastruktur. „Zum einen gibt es in den industrialisierten Ländern hohe Nachholbedarfe im Bereich der Verkehrsinfrastruktur. Besonders die USA haben in den zurückliegenden Jahrzehnten ihr Straßen- und Schienennetz vernachlässigt und müssen investieren, um international wettbewerbsfähig zu bleiben.“ Aber auch in Osteuropa, vornehmlich Russland und Polen, sei der Bedarf an Ertüchtigung der Infrastruktur nach wie vor groß. Allerdings seien die politischen Rahmenbedingungen in diesen Ländern zurzeit schwierig und Investments deshalb nicht einfach, sagte Bauer dem ZDF.

Zum anderen erfordere das Bevölkerungswachstum in den Schwellenländern neben dem Ausbau der Verkehrsinfrastruktur auch die Schaffung von innerstädtischem Wohnraum. „Vor allem im pazifisch-asiatischen Raum werden wir ein enormes Wachstum der Städte sehen. In Indien, China, Malaysia, aber auch in Indonesien – dem Partnerland der bauma – drängen die Menschen zunehmend in die Städte und verlangen nach höheren Standards im Bereich der Versorgungs- und Entsorgungsinfrastrukturen sowie einem verbesserten Klima- und Umweltschutz. Hier ergeben sich gute Chancen, da die Deutsche Bauindustrie über das entsprechende technische Know-how in diesem Bereich verfügt, erläuterte Bauer.

Allerdings sähen sich deutsche Bauindustrieunternehmen in vielen Schwellenländern zahlreichen Hürden wie überbordender Bürokratie und instabilen politischen Verhältnissen gegenüber. „Zur Abfederung des risikoreichen Auslandsbaugeschäfts wünschen wir uns mehr Flexibilität bei der Vergabe von Hermes-Deckungen an Tochter- und Beteiligungsgesellschaften und – aufgrund des lokalen Charakters des Baugeschäfts – die Einbeziehung örtlicher Kosten sowie den Abbau von Wettbewerbsverzerrungen. Dies könnte durch die Modernisierung des deutschen Exportkreditversicherungssystems erreicht werden“, so Bauer weiter.

Darüber hinaus kritisierte der HDB-Präsident Bauer, dass es insbesondere in China an einem geregelten Marktzugang fehle. Während China seinen Markt für ausländische Bauunternehmen quasi geschlossen habe, drängten die Chinesen ihrerseits auf die europäischen Märkte. „Zwar ist der Versuch eines Konzerns, ein Straßenbauprojekt in Polen zu übernehmen, gescheitert; wir müssen jedoch davon ausgehen, dass erneut chinesische Bauunternehmen auf dem EU-Markt tätig werden wollen“, warnte Bauer.(Quelle: bauindustrie.de)

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