Deutsche Banken im Stresstest unterlegen

Deutsche Banken im Stresstest unterlegen

GiNN-BerlinKontor.—
Die Euro Banking Association (EBA), die europäische Bankenaufsichtsbehörte, hat nach einer europaweiten Umfrage (“Stresstest” mitgeteilt, dass sechs der 13 größten deutschen Banken in Deutschland insgesamt € 13,1 Milliarden Kapital fehlen – darunter die Deutsche Bank ( + € 3,2 Mrd.) und und die Commerzbank (-2,9 Mrd.). Europas  71 größten Banken  müssen laut EBA ihr Kapital bis Juni 2012 um zusammen € 114,7 Milliarden aufstocken.

Die DEUTSCHE BANK erklärte dazu: “Die EU-weite Banken-Rekapitalisierungsumfrage, die von der EBA konzipiert und vom Europäischen Rat am 26. Oktober 2011 beschlossen wurde, fordert von den Banken, ihre Kapitalposition durch den Aufbau von temporären Kapitalpuffern für ihre Kreditengagements gegenüber bestimmten Staaten zu stärken, um so die aktuellen Marktpreise zu reflektieren. Zudem müssen die Banken einen Kapitalpuffer vorhalten, damit die Core-Tier-1-Kapitalquote (Tier-1-Kapitalquote ohne Hybridinstrumente) zum 30. Juni 2012 einen Wert von 9% erreicht. Die Höhe der sich ergebenden endgültigen Kapitallücke beruht dabei auf Zahlen per Ende September 2011. Die Höhe des Kapitalpuffers für das Kreditengagement gegenüber bestimmten Staaten wird nicht revidiert werden.

Einschließlich der Deutschen Bank haben insgesamt 71 Banken an der EU-weiten Banken-Rekapitalisierungsumfrage teilgenommen. Deren Ziel ist es, der derzeitigen Besorgnis der Märkte über die Risiken gegenüber Staaten und anderen verbleibenden Kreditrisiken wegen der derzeitig schwierigen Marktbedingungen durch einen temporären und außerordentlichen Kapitalpuffer entgegenzutreten. Der Kapitalpuffer soll ausdrücklich nicht dazu dienen, Verluste bei Staatsanleihen auszugleichen. Er soll vielmehr den Märkten eine Rückversicherung bieten, dass die Banken über die Fähigkeit verfügen, eine Reihe von Schocks zu absorbieren und dabei dennoch eine angemessene Kapitalposition zu behalten.

Nach dem Abschluss der EU-weiten Banken-Rekapitalisierungsumfrage, die von der EBA in enger Abstimmung mit der nationalen Aufsichtsbehörde durchgeführt wurde, zeigte sich folgendes Ergebnis:

Die Deutsche Bank würde bei Berücksichtigung von gewissen von der EBA vorgegebenen Bewertungskorrekturen („prudential filter“) für zur Veräußerung verfügbarer Vermögenswerte bezüglich Staaten, der Bewertung des Kreditengagements gegenüber Staaten im Bankenbuch und Forderungen aus dem Kreditgeschäft zu Marktpreisen sowie unter voller Berücksichtigung der Basel-2.5-Effekte eine Core-Tier-1-Kapitalquote von 8,3% ausweisen.

Die Deutsche Bank weist (gegenüber der EBA-Zielmarke einer Core-Tier-1-Kapitalquote von 9,0%) eine Kapitallücke von 3,2 Mrd € auf, die bis zum 30. Juni 2012 geschlossen werden muss. Dies beinhaltet ein Defizit von 388 Mio € in Bezug auf das Netto-Kreditengagement gegenüber verschiedenen europäischen Staaten. In dieser Berechnung sind keinerlei Gegenmaßnahmen der Bank enthalten, die seit dem 30. September 2011 vorgenommen wurden oder bis Juni 2012 in Planung sind. Auch sind keinerlei einbehaltene Gewinne zwischen September 2011 und Juni 2012 berücksichtigt. Die Bank hat während des vierten Quartals deutliche Fortschritte gemacht und geht davon aus, dass sie die EBA-Zielmarke zum 31. Dezember 2011 erreichen und im Jahresverlauf 2012 ihre Core-Tier-1-Kapitalquote weiter stärken wird. Diese Maßnahmen versetzen die Bank zugleich in die Lage, ihre Kreditvergabe und Finanzierungsaktivitäten sowohl in Europa und global aufrechtzuerhalten.

Die Deutsche Bank wird sicherstellen, dass sie per Ende Juni 2012 eine Core-Tier-1-Kapitalquote von 9,0% ausweisen wird. Dazu wird sie einen entsprechenden Plan bei der nationalen Aufsichtsbehörde einreichen. Darin wird die Bank ihre Maßnahmen zur Erreichung des 9%-Ziels und der damit einhergehenden Rückführung der Kapitallücke auf Null zu Ende Juni 2012 darlegen. Dieser Plan ist per 20. Januar 2012 einzureichen und wird mit den zuständigen nationalen Aufsichtsbehörden – in Abstimmung mit dem relevanten „College of Supervisors“ sowie der EBA – diskutiert werden.”

Die COMMERZBANK gab zu Protokoo:”Die sich gegenüber dem vorläufigen Abzugsbetrag vom Oktober 2011 ergebende zusätzliche Belastung resultiert nahezu vollständig aus der sich nochmals zuspitzenden europäischen Staatsschuldenkrise. So hat sich etwa der von der EBA für Italien, Griechenland und Spanien insgesamt angesetzte Abzugsbetrag gegenüber der vorläufigen EBA-Zahl um rund 2 Milliarden Euro erhöht. Hinzu kamen die sich zum Jahresende aus Basel 2.5 ergebenden Kapitalabzüge, die bisher von der EBA außen vor gelassen wurden, und ein kleinerer währungsbedingter Anstieg der Risikoaktiva im 3. Quartal 2011.

Die Umsetzung der bereits bei Vorlage der Zahlen des 3. Quartals Anfang November 2011 bekannt gegebenen Sofortmaßnahmen kommt gut voran. Mit ihnen kann die Bank die Risikoaktiva bis zum 30. Juni 2012 um bis zu 30 Milliarden Euro reduzieren. Dadurch verringert sich der Bedarf an zusätzlichem Eigenkapital um bis zu rund 2,7 Milliarden Euro.

Am 5. Dezember 2011 hat die Commerzbank Investoren ausgewählter hybrider Eigenmittelinstrumente (Trust Preferred Securities) angeboten, diese Instrumente gegen Barzahlung an die Commerzbank zu verkaufen. Ziel der Maßnahme, für die bis zu 600 Millionen Euro zur Verfügung stehen, ist unter anderem eine weitere Erhöhung des Core-Tier-1-Kapitals im Konzernabschluss der Bank.

Darüber hinaus hat die Commerzbank beispielsweise die Möglichkeit, mit dem Verkauf nicht-strategischer Aktiva, einbehaltenen Gewinnen und forciertem Kostenmanagement das Eigenkapital zu stärken. Gemäß den Vorgaben der EBA ist auch die Begebung von Eigenkapitalinstrumenten eine Option.

“Durch die neuen, nochmals erhöhten Anforderungen der EBA müssen wir zum 30. Juni 2012 unsere Core-Tier-1-Kapitalquote aus heutiger Sicht auf deutlich über 10% erhöhen. Damit geht die EBA weit über die erst in gut sechs Jahren, das heißt ab 2018, geltenden verschärften Mindestquoten von Basel III hinaus”, sagte Eric Strutz, CFO der Commerzbank. “Wichtig sind für uns dabei aber zwei Dinge. Erstens: Wir sind uns unserer Verantwortung für die Kreditversorgung der deutschen Wirtschaft bewusst und werden unseren Kunden und insbesondere dem Mittelstand auch künftig zur Seite stehen. Zweitens: Wir haben weiterhin nicht vor, zusätzliche öffentliche Mittel in Anspruch zu nehmen.”

“Durch die neuen, nochmals erhöhten Anforderungen der EBA müssen wir zum 30. Juni 2012 unsere Core-Tier-1-Kapitalquote aus heutiger Sicht auf deutlich über 10% erhöhen. Damit geht die EBA weit über die erst in gut sechs Jahren, das heißt ab 2018, geltenden verschärften Mindestquoten von Basel III hinaus”, sagte Eric Strutz, CFO der Commerzbank. “Wichtig sind für uns dabei aber zwei Dinge. Erstens: Wir sind uns unserer Verantwortung für die Kreditversorgung der deutschen Wirtschaft bewusst und werden unseren Kunden und insbesondere dem Mittelstand auch künftig zur Seite stehen. Zweitens: Wir haben weiterhin nicht vor, zusätzliche öffentliche Mittel in Anspruch zu nehmen.” (Quellen: EBA/Deutsche.bank/Commerzbank)

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