GiNN-BerlinKontor.—-Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank Josef ACKERMANN glaubt, dass das baldige Ende der Finanzkrise abesehbar sei und räumte ein: “Wir sind eher am Beginn des Endes als am Ende des Anfangs der Krise”. Die Preise für vereinzelte Finanzprodukte hätten sich zuletzt erholt, so Ackermann. Er lobte ausdrücklich die Zentralbanken, die nach anfänglichen Koordinierungsproblemen auf die Krise “richtig reagiert” und zusätzliche Liquidität bereitgestellt hätten. Er sei zuversichtlich, dass sich der US-Immobilienmarkt dank der konzertierten Aktion von US-Notenbank und der Wirtschaftspolitik beruhigen werde. In den USA erwartet der Chef der Deutschen Bank keine Rezession, “sondern eher eine Verlangsamung des Wachstums auf etwa 1,5 %.”
Ackermann ist der Ansicht, dass die weltweite Finanzkrise 2007 durch die “Atomisierung der globalen Finanzindustrie” ausgelöst wurde. Durch die zunehmende internationale Verflechtung und den Trend, Kredite an den Finanzmärkten weiterzuverkaufen, sei das Bankensystem instabiler geworden. Dies hätte noch vor 30 Jahren lediglich eine kleine Gruppe von Banken getroffen, sagte er vor der Deutsch-Amerikanischen Handelskammer in Fankfurt/Main.
Es sei zwar noch zu früh für eine “Entwarnung”, aber im Laufe des Jahres werde sich der US-Immobilienmarkt wieder erholen, sagte Ackermann. Bis Ende 2008 würden die Häuserpreise wieder anziehen: “Was wir jetzt brauchen, ist eine Phase der Ruhe und Stabilität”. Ackermann warnte jedoch gleichzeitig, dass immer noch neue Hiobsbotschaften – wie zum Beispiel der Zusammenbruch eines großen Hedge-Fonds oder ein überraschend starker Einbruch der Realwirtschaft – die Krise wieder aufleben lassen könnten.
Zur Politik seiner Bank kündigte Ackermann an, die Deutsche Bank werde – trotz zuletzt hoher Verluste – das Investment-Banking ausbauen. “Wir werden weiter in den USA und in den Schwellenländern expandieren”. Die Vereingten Staaten seien schließlich die größte Volkswirtschaft der Welt und vereinigten ein Drittel des globalen Finanzpotenzials auf sich. Die Bank erziele dort heute 20% ihrer Erträge, so der CEO der Deutschen Bank.
Ackermann wiederholte sein Interesse, im Privatkundengeschäft zuzukaufen und bestätigte erneut, dass seine Bank nach wie vor Interesse an der POSTBANK habe. Eine Übernahme müsse aber “sowohl strategisch als auch für die Aktionäre sinnvoll sein”.
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