Deutsch-türkischer Dialog

GiNN-BerlinKontor.—Außenminister Sigmar GABRIEL hat am 06.03. seinen türkischen Amtskollegen Mevlüt CAVUSOGLU zu einem Gespräch in Berlin empfangen. Die Minister trafen im Gästehaus des Auswärtigen Amts in Berlin-Tegel  zusammen, “um an den Dialog der vergangenen Wochen anzuknüpfen.”

Die Freilassung des Journalisten Deniz YÜCEL war zuletzt ein wichtiger Schritt, “um den Weg in Richtung einer Normalisierung im Verhältnis zwischen Deutschland und der Türkei frei zu machen. Dafür sind in wichtigen Punkten noch weitere Schritte nötig”, so das Auswärtige Amt (AA).

Bei ihrem Treffen tauschten sich die Minister über bilaterale und internationale Fragen aus. Thema war insbesondere auch die Lage in Syrien. Das AA  hatte sich nachdrücklich  besorgt über das Risiko einer weiteren Eskalation im Norden des Landes gezeigt und dringend zur Einhaltung der Waffenruhe aufgerufen, die im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen beschlossen wurde.

Deutschland und die Türkei sind auf vielfältige Weise miteinander verflochten. Die mehr als drei Millionen in Deutschland lebenden Menschen mit türkischen Wurzeln schaffen eine besondere Verbindung zwischen den beiden Ländern. Seit Anfang 2016 waren die Beziehungen zwischen Deutschland und der Türkei allerdings verstärkten Spannungen ausgesetzt gewesen.

Wie es heißt, hat der türkische Außenminister Berlin aufgefordert, die deutschen Reisehinweise für die Türkei zu entschärfen. “Die letzte Warnung, die wir gesehen haben, spiegelt nicht die Realität der Türkei und das Niveau unserer bilateralen Beziehungen wider”, so Çavuşoğlu nach einem Treffen mit Gabriel am 06.03. in Berlin.

Nach dem Putsch 2016 hatte das Auswärtige Amt nach Festnahmen deutscher Staatsbürger in der Türkei die Hinweise für deutsche Türkei-Reisende verschärft und erklärt, es müsse “in allen Landesteilen der Türkei einschließlich der touristisch frequentierten Regionen” mit Verhaftungen gerechnet werden. Es könne zudem vorkommen, dass Reisenden aus Deutschland an türkischen Flughäfen die Einreise  verweigert werde.

In ihren Reise- und Sicherheitshinweisen  hatte das AA Türkei-Reisende gewarnt. “Seit dem Putschversuch im Juli 2016 wurden in der Türkei vermehrt deutsche Staatsangehörige willkürlich inhaftiert. Dabei waren weder Grund noch Dauer der Inhaftierung nachvollziehbar.” Weiter heißt es: “In der Öffentlichkeit gemachte politische Äußerungen gegen den türkischen Staat, Sympathiebekundungen mit von der Türkei als terroristisch eingestuften Organisationen und auch die Beleidigung oder Verunglimpfung von staatlichen Institutionen und hochrangigen Persönlichkeiten sind verboten.”(Quelle: auswaertiges-amt.de)

 

TUI, Europas größter Reisekonzern, meldet steigende Buchungszahlen von Türkei-Reisen. – angeblich ein Plus von 50 %. Auch Thomas Cook registriert eine “stark steigende Nachfrage bei Türkei-Reisen”.

Die Zahl der ausländischen TÜRKEI Besucher war nach dem Putsch von 36,2 Millionen im Vorjahr auf 25,4 Millionen abgestürzt. Kamen noch 2015 fast 5,6 Millionen Deutsche in die Türkei, waren es 2016 nur noch 2,6 Millionen.

 


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