“Demokratielehrer” Joachim Gauck

GiNN-BerlinKontor.-—RotGrün will verhindern, dass Niedersachsens Ministerpräsident Christian WULFF (CDU)  Deutschlands 10. Bundespräsident wird. Sie setzen auf den parteilosen Ex-”Inquisitor” (Die Linke)  Dr. h.c. Joachim GAUCK..  Bundeskanzlerin Angela MERKEL (CDU) nannte den ehemaligen Chef der anti-Stasi-Gauck-Behörde einen “Demokratielehrer”. Die bayerische CSU hatte ihn bereits 1999 als Bundespräsidentschaftskandidat ins Gespräch gebracht.  Der Pfarrer aus Rostock war nach der Wende  “Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR” geworden und sagt über seine politische Gesinnung: “Ich bin ein linker, liberaler Konservativer und ein aufgeklärter Patriot”.

Die von der Partei DIE LINKE in die Bundesversammlung entsandten Delegierten wollen Gauck angeblich nicht mitwählen, weil er  ein  “Mann der Vergangenheit” sei. Wen wundert’s?  Gauck ist Mitautor des Schwarzbuches des Kommunismus und  ist einer der Erstunterzeichner der Prager Erklärung über die Verbrechen des Kommunismus.   Er wehrte sich gegen die auslaufende Verjährungsfrist für Straftaten aus Zeiten der DDR und  sprach sich immer wieder dagegen aus,  die Aufarbeitung der DDR-Vergangenheit zu beenden.  Aus seiner Feder stammen Schriften wie  “Die Stasi-Akten. Das unheimliche Erbe der DDR” und  “Von der Würde der Unterdrückten”.   An die Adresse der ehemaligen SED- und PDS-Funktionäre, die sich zum Teil heute DIE LINKE nennen, sagte Gauck der Süddeutschen Zeitung: „Erinnerung -  das ist ein therapeutischer Prozess. Nur so kann man lernen.“ So etwas hören die Wende-Sozialisten gar nicht gern.

Die Nominierung Gaucks durch die Parteichefs und Fraktionsvorsitzenden der SPD und des Bündnisses 90/Die Grünen war ein gut überlegter und raffinierter Schachzug der RotGrünen-Führung.  Hätten sie in der Bundesversammlung eine klare Mehrheit, wäre mit Sicherheit ein “Parteisoldat” aus ihren Reihen – z.B. Frank-Walter STEINMEIER – nominiert worden. So aber schickt man einen populären, hoch angesehenen Ex-DDR-Revolutionär ins Rennen, der auf einer  “Welle der Volksympathie”  und mit Hilfe einer ausschließlich auf Emotionen getrimmte bundesweiten Werbekamagne ins Amt des Staatsoberhauptes gehievt werden soll.  Und die Chancen stehen gar nicht schlecht für den protestantischen Kirchenmann aus Ostdeutschland.

Das eigentliche polit-strategische Ziel der RotGrünen ist es zweifellos, mit der Wahl ihres Kandidaten der schwarz-gelben Koalition endgültig den Todesstoss zu versetzen.  Denn: Sollte der von CDU/CSU/FDP-nominierte Präsidentschaftskandidat Christian WULFF unterliegen, wäre dies das Ende des Merkel-Seehofer-Westerwelle- Bündnisses und der von links herbeigesehnte “Politikwechsel” in Deutschland wäre eingeleitet.  Helfershelfer in diesem Spiel sind emsig FDP und CSU.  FDP-Landesminister – und Funktionäre rechnen bereits damit, dass die  “Berliner Koalition bald aus der Kurve fliegt” und die Münchener “Wadenbeißer” sekundieren fleißig.

Die Pro-Gauck-Kampagne “Gauck for President” läuft bereits auf Hochtouren.  Für die Medien ein gefundendes Fressen. Gibt  es doch viel  “hervorragend geeignetes human touch-Material” über den Pastor aus der DDR, der eines Tages Ex-Stasi-Offizieren die Ernennungsurkunde zum Bundesminister in die Hand drücken könnte – freut sich ein PR-Berater und “campaign expert”  der SPD.

Der kleine Bub Joachim, der 5 Jahre alt war, als der Krieg zuende ging, erinnert sich noch an seinen uniformierten Vater in Rostock, einem hohen Offizier in Hitlers Kriegsmarine (Kapitän zur See), der nach der Machtübernahme der Sowjets  wegen angeblicher Spionage zu Zwangsarbeit in Sibirien verurteilt und verschleppt wurde.  In Vorbereitung des Zweiten Weltkriegs wurde Gaucks Heimatstadt Rostock als Industriestandort in die allgemeine NS-Aufrüstung eingebunden. Bei den großen Firmen (Neptun-Werft und Heinkel-Flugzeugbau) wurden damals mehrere Tausend russische Kriegsgefangene als Zwangsarbeiter eingesetzt.  Auf der Rostocker Werft wurden für die Kriegsmarine  U-Boote, U-Boot-Jäger und Minensuchboote gebaut.

Sohn Gauck war 11 Jahre alt, als sein Vater unerwartet  begnadigt und entlassen wurde. Er kehrte zu seiner Familie nach Rostock zurück. Dies habe ihn “politisch geprägt” sagt der Präsidentenkandidat heute.

Der heranwachsende Gauck wehrte sich nach eigenem Bekunden standhaft, in die kommunistische FDJ einzutreten.  Deshalb habe er seinen eigentlich Berufswunsch, Journalist zu werden, nicht verwirklichen können und “wich ins Theologie-Studium aus”.

Nach seiner Ordination arbeite Gauck bei der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs als Pastor in Lüssow (Kreis Güstrow) und ab 1971 in Rostock-Evershagen. Zusätzlich war er als Kreis- und Stadtjugendpfarrer in Rostock tätig. Zwischen 1982 und 1990 war er der Leiter der Kirchentagsarbeit in Mecklenburg.

Als sich 1989 in der DDR-Bevölkerung der Widerstand gegen das SED-Regime formierte, wurde Gauck Mitglied und später Sprecher des Neuen Forums Rostock. Er leitete die wöchentlichen  “Freiheits”-Gottesdienste und führte viele Demonstrationen an.

Ab März 1990 bis zur Auflösung der DDR im Oktober desselben Jahres vertrat Gauck als Abgeordneter das Neue Forum in der  “Volkskammer”. Dort übernahm er die Leitung des Sonderausschusses zur Kontrolle der Auflösung des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS)/Amt für Nationale Sicherheit (AfNS) und wurde zu einem der Initiatoren des Stasi-Unterlagen-Gesetzes der “Volkskammer”.

Am 2. Oktober 1990, dem letzten Tag des Bestehens der DDR, wurde  Gauck nach seiner Wahl von Bundespräsident Richard von Weizsäcker (CDU)  und Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) als Sonderbeauftragter der Bundesregierung für die personenbezogenen Unterlagen des ehemaligen DDR-Staatssicherheitsdienstes  ernannt.

Als erster Chef der “Gauck-Behörde” – zunächst bis 1995 – wurde Gauck für weitere fünf Jahre im Amt bestätigt. Da dieses Amt per Gesetz nur zwei Amtszeiten lang bekleidet werden darf, konnte Gauck 2000 nicht zur Wiederwahl antreten. Seine Nachfolgerin im Amt wurde Marianne BIRTHLER.

1993 hatte sich Gauck gegen die Vereinigung von Bündnis 90, wo er Mitglied war, mit den Grünen gewehrt und distanzierte sich später von der Partei. 17 Jahre später wurde Gauck von eben dieser Partei  als Staatsoberhaupt in spe präsentiert.

Seit 2003 ist Gauck Vorsitzender des Vereins Gegen Vergessen – Für Demokratie. Er ist Mitglied des Verbandes Atlantik-Brücke und Mitglied im Senat der von Helmut Schmidt, Kurt Biedenkopf u. a. gegründeten Deutschen Nationalstiftung.

“Goldene Worte” des Joachim GAUCK: “Angst macht kleine Augen, sie ist menschlich, aber sie ist nicht der Ratgeber, der Fantasie, Kraft und Zukunft in uns entstehen lässt.”

Die gestörte Beziehung zwischen Staat und Gesellschaft lähmt die schöpferischen Potenzen unserer Gesellschaft und behindert die Lösung der anstehenden lokalen und globalen Aufgaben. Wir verzetteln uns in übelgelaunter Passivität und hätten doch Wichtigeres zu tun für unser Leben, unser Land und die Menschheit.

Wir wollen freie, selbstbewußte Menschen, die doch gemeinschaftsbewußt handeln. Wir wollen vor Gewalt geschützt sein und dabei nicht einen Staat von Bütteln und Spitzeln ertragen müssen.

Faulpelze und Maulhelden sollen aus ihren Druckposten vertrieben werden, aber wir wollen dabei keine Nachteile für sozial Schwache und Wehrlose.

Wir wollen ein wirksames Gesundheitswesen für jeden; aber niemand soll auf Kosten anderer krank feiern. Wir wollen an Export und Welthandel teilhaben, aber weder zum Schuldner und Diener der führenden Industriestaaten noch zum Ausbeuter und Gläubiger der wirtschaftlich schwachen Länder werden.

Um all diese Widersprüche zu erkennen, Meinungen und Argumente dazu anzuhören und zu bewerten, allgemeine von Sonderinteressen zu unterscheiden, bedarf es eines demokratischen Dialogs über die Aufgabe des Rechtsstaates, der Wirtschaft und der Kultur. Über diese Fragen müssen wir in aller Öffentlichkeit, gemeinsam und im ganzen Land, nachdenken und miteinander sprechen. Von der Bereitschaft und dem Wollen dazu wird es abhängen, ob wir in absehbarer Zeit Wege aus der gegenwärtigen krisenhaften Situation finden.”

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