Chinas Wirtschaft wuchs um 9 %

GiNN-BerlinKontor.—Im ersten Halbjahr 2012 hat Deutschland mehr Waren nach China       exportiert als von der Volksrepublik importiert. Der Außenhandelsüberschuss betrug laut EUROSAT € 4 Milliarden. Trotz der Finanzkrise, die viele westliche Volkswirtschaften stagnieren oder sogar schrumpfen liess sei die chinesische Wirtschaft in den letzten Jahren durchschnittlich rund 9 % gewachsen, so das Institut für Weltwirtschaft – Kiel Institute for the World Economy das die wesentlichen Einflussfaktoren der chinesischen Erfolgsgeschichte so analysiert: 

 

“China setzt weiterhin auf einen starken Export und überholt dabei inzwischen die USA und Deutschland. Dass dieser Faktor auch in der Krise stabil bleibt, deutet auch auf eine gestiegene Qualität der exportierten Güter hin. Diese Qualität ist nur durch ein hohes technisches Knowhow zu erreichen. Ausländische Direktinvestitionen spielen dabei eine ganz wesentliche Rolle. Empirische Daten zeigen, dass rund 14 % aller ausländischen Direktinvestitionen nach China fließen.

Davon profitieren nicht nur einzelne Unternehmen, sondern die Technologien breiten sich so im ganzen Land aus und treiben die Wirtschaft voran. Damit diese importierten Technologien auch auf fruchtbaren Boden fallen, hat China in den vergangenen Jahren massiv in den Produktionsfaktor Mensch investiert.

Dies zeigt sich beispielsweise in der Zahl der Studienanfänger und Absolventen. Diese Bemühungen schlagen sich bei den Innovationen nieder. Immer mehr Patente, insbesondere die technisch anspruchsvolleren Inventionspatente, werden in China angemeldet. Im Jahr 2010 machten solche Inventionspatente mehr als 26 % aller angemeldeten Patente aus.

Doch gerade hier mehren sich auch Zweifel, ob viele Patente auch eine hohe Qualität bedeuten. Zudem scheinen die vielen Patente nur von wenigen hoch entwickelten Firmen hervorgebracht zu werden. Und auch für die zahlreichen Hochschulabsolventen könnten aktuell nicht ausreichend adäquate Jobs vorhanden sein.

Die größte Herausforderung für den chinesischen Exportsektor sind die steigenden Löhne und die Entwicklung des Renminbis, denn hier kann China nicht mehr mit echten Billiglohnländern – wie etwa Vietnam oder Kambodscha – konkurrieren. Das Ziel muss sein, die ausländischen Direktinvestitionen und die eigene Innovationskraft so zu kombinieren, dass hochwertige Exportprodukte entwickelt werden.

Wie China in Zukunft mit diesen interdependenten Herausforderungen und Einflüssen umgeht, ist entscheidend dafür, ob China weiterhin ein so starker Akteur auf dem Weltmarkt sein wird.” (Quelle: ifw-kiel.de – Autoren Holger Görg und Wan-Hsin Liu)

 

 

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