“Castor”-Krawalle eskalieren

GiNN-BerlinKontor.—Die Proteste gegen den Castor-Transport mit Atommüll ins Zwischenlager Gorleben sind am 07.011 erstmals in gewaltsame Auseinandersetzungen umgeschlagen. Der Castor-Transport mit 11 Atommüll-Behältern wurde von “militanten Demonstranten” – so die Polizei -  mehrmals gestoppt. Nach Medienberichten eskalierte die Blockade-Aktionen gegen den Castor im Wendland. Es kam immer wieder zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten. Die Deutsche Bahn musste wegen der Gleisblockaden ihre Fernzüge umleiten. Einige ICE standen auf der Strecke und warteten auf ein Ende der Krawalle auf den Bahnstrecken.

DIE GRÜNEN hatte zuvor in Berlin zur Teilnahme an der Anti-Castor-Transport-Demonstration aufgerufen: “Zwischen dem 5. und 8. November rollt der nächste Castor-Transport mit neuem hochradioaktiven Strahlenmüll ins niedersächsische Gorleben. Dagegen gehen wir auf die Straße!” An dem Aufmarsch der AKW-Protestler in Dannenberg beteiligten sich die GRÜNEN-Vorsitzenden Claudia ROTHund Cem ÖZDEMIR.  Der LINKE-Fraktionschef  im Deutschen Buhdestag, Gregor GYSI, fuhr selbst mit einem Traktor zur Demonstration.  Nach Polizeiberichten gelang es rund 250 Demonstranten, Gleisbetten zu  “entschotten”. Die Einsatzkräfte wurden gleichzeitig  mit Signalmunition und mit Reizspray attackiert, so eine Sprecherin. Die Polizei setzte ihrerseits massiv Schlagstöcke und Pfefferspray ein. Es gab auf beiden Seiten Verletzte. Das Bundeskriminalamt (BKA) hatte  laut FOCUS vor „Massenblockaden und Sabotageakten“ durch militante Atomkraftgegner  gewarnt.

Der massive Protest, “von einem schwer überschaubaren Geflecht an Aktionsgruppen organisiert”- so die FAZ -  wird unterstützt von sogenannten Bürgerinitiativen, von linken Parteien, von Aktivisten, Organisationen, von Bündnissen und Kirchen.  So sind dann auch die  “Gefechtsstände” in den Waldlagern am “Tatort” generalstabsmäßig ausgerüstet. “Organisiert werden die Camps von der SPD über die Bäuerliche Notgemeinschaft bis hin zum Anti-Atom-Netz X-tausendmal quer. Sie alle haben eine perfekte Infrastruktur: Duschen, Kompostklos, Feldküche, Veranstaltungs- und Sanitätszelte, (Internets)-W-Lan. In den Versammlungszelten läuft rund um die Uhr Programm, von der Bezugsgruppenfindung über den SprecherInnenrat, von der Rechtshilfe bis zum Aktionstraining”, beschreibt die FAZ die Protestszene.

Bundeskanzlerin Angela MERKEL (CDU) hatte zuvor die Demonstranten gewarnt: “Was zunächst so harmlos daherkommt – Entschottern – das ist keine friedliche Demonstration, sondern ein Straftatbestand”, so die CDU-Vorsitzende mit Blick auf die Anti-Atom-Gruppe “Astor Schottern’”.  Die Staatsanwaltschaft ermittelt bereits wegen des Aufrufs zu Straftaten.

Laut ZDF gerieten die Ant-Castor-Kundgebungen schnell “außer Kontrolle”. Anti-AKW-Demonstranten unterhöhlten nach Polizeiberichten zwischen Dannenberg und Gorleben die Bahnstrecke und machten sie zeitweise unbefahrbar. Foto-Reporter berichteten, die Polizei sei von den Atomkraftgegnern mit Steinen, Glasflaschen und Knallkörpern beworfen und beschossen worden. Demonstranten griffen ein Räumfahrzeug der Polizei an der Castor-Transportstrecke an, übergossen es mit Teer und legten Feuer, “um ihre Molotow-Cocktails zu aktivieren”. Ein Polizeisprecher sagte der ARD-Tagesschau. “Die Situation ist noch nicht unter Kontrolle.”

Ein Gedanke zu ““Castor”-Krawalle eskalieren

  1. Erfolg für die Demonstranten im Wendland: Der Castor-Zug kommt zur Stunde nicht mehr weiter in Richtung Gorleben. Einige tausend Aktivisten lieferten sich Auseinandersetzungen mit der Polizei, viele wurden verletzt, ein Panzerwagen ging in Flammen auf. Auch hier verstehe ich die Politiker nicht. Warum wird solch einem Thema, was die Bürger des ganzen Landes bewegt nicht eine Volksabstimmung gemacht?

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