Bundeswehr im Fadenkreuz der Taliban

GiNN-BerlinKontor.—-Bundeskanzlerin Angela MERKEL (CDU)  hat den Familien der in der afghanischen Provinz Kundus am 02. April getöteten Bundeswehr-Soldaten ihr Mitgefühl ausgesprochen:   “Mit grosser Bestürzung habe ich von dem verabscheuungswürdigen und hinterhältigen Angriff auf unsere Soldaten in Afghanistan gehört. Mein Mitgefühl gilt in diesen schweren Stunden vor allem den Angehörigen der ums Leben gekommenen und verwundeten Soldaten. Ich trauere mit ihnen um die Opfer. Den verwundeten Soldaten wünsche ich rasche und vollständige Genesung. Meine Gedanken sind in diesen schweren Stunden bei den betroffenen Familien, bei den Verwundeten und bei unseren in Afghanistan gefallenen Soldaten”.

Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor ZU GUTTENBERG (CSU), der seinen Urlaub in Südafrika abbrach,  erklärte: “Mit großer Betroffenheit habe ich heute von den gefallenen und verwundeten deutschen Soldaten in Afghanistan erfahren müssen. Ich bin in Gedanken und Gebeten bei den Soldaten und ihren Familien. Angesichts von Gefechten dieses Ausmaßes wird deutlich, wie gefährlich der gleichwohl notwendige Einsatz in Afghanistan ist.” Guttenberg sprach erneut von “kriegsähnlichen Zuständen” in Afghanistan.

Bundesaußenminister Guido WESTERWELLE (FDP) sagte: ” Ich verurteile diesen hinterhältigen Angriff, der sich nicht nur gegen deutsche Soldaten richtete, sondern auch gegen das ganze afghanische Volk. In diesem schweren Moment sind unsere Gedanken bei den Familien und Angehörigen der Opfer.”Den Verletzten wünschte er “rasche und vollständige Genesung”.

Am 02. April waren in einem stundenlangen Gefecht mit den aus dem Hinterhalt angreifenden Taliban drei Bundeswehrsoldaten gefallen und fünf zum Teil schwer vewundet worden.   Die deutschen Soldaten waren fünf Kilometer westlich des deutschen Militärlagers Kunduz unter Beschuss geraten.

Später wurde bekannt, dass es bei den Gefechten in Kunduz auch zu einem “friendly fire”-Zwischenfall kam.  Eine Bundeswehr-Einheit, die den kämpfenden Soldaten zu Hilfe kamen, eröffneten irrtümlich das Feuer auf ein Fahrzeug der afghanischen Armee (ANA). Fünf Afghanen wurden getötet, als der deutsche Marder-Schützenpanzer schoss, da sich die afghanischen Männer in einem zivilen Ford-Fahrzeug angeblich nicht korrekt identifizierten. Der Kunduz-Gouverneur Mohammed OMAR kritisierte den  Zwischenfall scharf, die Deutschen hätten “vorsichtiger reagieren müssen”.

Der Kommandeur der deutschen Truppen in Afghanistan,  Brigadegeneral Frank LEIDENBERGER,  drückte sein Bedauern und seine tiefe Trauer aus. Die Bundeswehr arbeite eng mit den afghanischen Truppen zusammen und werde im Sommer mit der “intensiveren Ausbildung” weiterer ANA-Soldaten fortfahren.

Die Bundeswehr erklärte,  das Erkennen von afghanischen Soldaten im Kampfgebiet sei außerordentlich schwierig, da die ANA keine einheitlichen Uniformen tragen. Überdies verfügten sie nicht über funktionierende Kommunikationssysteme. Offensichtlich haben die Taliban solche Ausrüstungs-Probleme nicht.  Die an die ANA ausgegebenen Funkgeräte würden zum Teil an die Taliban weitergereicht, hiess es in Kabul.

Die schwer verletzten deutschen Soldaten wurden umgehend nach Deutschland geflogen, wo sie im Bundeswehr-Krankenhaus in Koblenz behandelt werden. Die Taliban drohten Deutschland mit “weiteren Todesopfern.”

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