Gauck: Keine zweite Kandidatur

GiNN-BerlinKontor.—Bundespräsident Joachim GAUCK (76)  hat  am 6. Juni 2016 in Berlin erklärt, dass er  im Februar 2017 seit Amt beendet und keine zweite Kandidatur  anstrebt. „Diese Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen“, so Gauck. Er begründete seinen Entschluss so:  „Ich möchte für eine erneute Zeitspanne von fünf Jahren nicht eine Energie und Vitalität voraussetzen, für die ich nicht garantieren kann.“ Bis zum Ende seiner ersten Wahlperiode  werde er aber sein Amt wie bisher „mit Respekt und auch mit Freude“ ausüben.  Am 12. Februar 2017  wird ein neuer Bundespräsident gewählt.

Die Erklärung:

Am 18. März 2012 hat mich die Bundesversammlung zum Bundespräsidenten gewählt. Das ist nun gut vier Jahre her. Seitdem übe ich das Amt mit Respekt und auch mit Freude aus. Und ich werde es weiter ausüben bis zum 17. März 2017. Ich freue mich auf die kommenden Monate und darauf, das in mich gesetzte Vertrauen weiter zu erfüllen.

Heute nun möchte ich Ihnen mitteilen, dass ich mich entschlossen habe, nicht erneut für das Amt des Bundespräsidenten zu kandidieren.

Diese Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen, denn ich empfinde es als große Ehre, diesem Land, unserer Bundesrepublik Deutschland, zu dienen. Ich begegne fast täglich Menschen, die durch ihr beharrliches, oft selbstloses Engagement dafür sorgen, dass unser Land täglich stärker und schöner wird – sei es nun in der Politik oder der Gesellschaft insgesamt, sei es ehrenamtlich oder hauptamtlich. Das Wirken dieser Frauen und Männer – Bürgerinnen und Bürger im besten Sinne – hat mir immer wieder Kraft gegeben und mich ermutigt. Dank ihrer habe ich mein Land umfassender und intensiver erfahren. Ihnen allen fühle ich mich auf das Engste verbunden, bei Erfolgen wie auch bei noch nicht gelösten Problemen.

Unser Land hat engagierte Bürger, und es hat funktionierende Institutionen. Der Wechsel im Amt des Bundespräsidenten ist in diesem Deutschland daher kein Grund zur Sorge. Er ist vielmehr demokratische Normalität, auch in fordernden, auch in schwierigen Zeiten.

Ich bin dankbar, dass es mir gut geht. Gleichzeitig ist mir bewusst, dass die Lebensspanne zwischen dem 77. und 82. Lebensjahr eine andere ist als die, in der ich mich jetzt befinde. Ich möchte für eine erneute Zeitspanne von fünf Jahren nicht eine Energie und Vitalität voraussetzen, für die ich nicht garantieren kann. Wie man das eigene Alter betrachtet, das ist eine ganz individuelle, ganz persönliche Frage. Ich habe sie für mich nun so beantwortet.

All denen, die sich für eine zweite Amtszeit ausgesprochen haben, möchte ich sagen: Die vielen Zeichen der Ermutigung und der Unterstützung haben mich sehr gefreut. Ich bin von Herzen dankbar dafür.

Bis zum Ende meiner Amtszeit werde ich meine Aufgaben mit allem Ernst, mit Hingabe und mit Freude erfüllen. Sie können gewiss sein: Bis dahin werden wir – die Bürger und der Präsident – noch viele Gelegenheiten haben, uns zu begegnen. Und ich verspreche, dass ich weiter dazu beitragen werde, dass wir in unserem Land die aktuellen Herausforderungen mit Zuversicht und Vertrauen annehmen.

Wir haben gute Gründe, uns Zukunft zuzutrauen. (Quelle: bundespraesident.de)

Der parteilose Theologe Gauck war im März 2012 von einer Fünf-Parteien-Allianz aus CDU, CSU, FDP, SPD und Grünen in das höchste deutsche Staatsamt gewählt worden. Er war zuvor Bundesbeauftragter  für die Stasi-Unterlagen.

Joachim Gauck ist der elfte Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland. Zuvor war er als evangelisch-lutherischer Pastor und Kirchenfunktionär Abgeordneter in der Volkskammer der DDR, dann Mitglied des Deutschen Bundestags für das Bündnis 90.

The New York Times: “German President Joachim Gauck said on Monday that he would not serve a second five-year term, a decision which could trigger a battle between the parties in Chancellor Angela Merkel’s ruling coalition over who should succeed him.”

Am 7. und 8. Juni 2016 hat der Bundespräsident zur Woche der Umwelt im Park von Schloss Bellevue in Berlin eingeladen. Im Zentrum der Woche der Umwelt, die auf Initiative des Bundespräsidenten stattfindet, stehen praxistaugliche Lösungen für den Schutz unserer natürlichen Ressourcen.

Am ersten Tag, Dienstag, den 7. Juni, eröffnet der Bundespräsident die Woche der Umwelt mit einer Ansprache und informiert sich bei einem Rundgang an ausgewählten Projektständen über Themen wie Klimawandel, Energieerzeugung, Bodennutzung und Biodiversität, Mobilität und Verkehr, Urbanisierung und Bauen.

Am Mittwoch, den 8. Juni, besucht der Bundespräsident eine Schülerausstellung zum “Zukunftsprojekt Energiewende” sowie zwei Fachforen zu den Themen “Nachhaltige Kapitalanlagen: Zeit zur Dekarbonisierung?” und “Gemeinsam Wissen schaffen – was bringt Citizen Science?”.

Am 8. Juni haben auch interessierte Bürgerinnen und Bürger Gelegenheit, die Umweltschau im Park von Schloss Bellevue bei einem Publikumsnachmittag zu besuchen. In der Zeit von 13.00 bis 18.00 Uhr erwartet die Gäste ein vielfältiges Programm. (Quelle: bundespraesident.de)

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