Bundespräsident Wulff in Afghanistan

GiNN-BerlinKontor.–-Bundespräsident Christian WULFF ist am 16. Oktober zu einem Staatsbesuch in der Islamischen Republik Afghanistan eingetroffen. In Kabul traf zunächst mit Vertretern der afghanischen Zivilgesellschaft zusammen.  Bei einem Treffen mit Präsident Hamid KARSAI betonte der  Bundespräsident  “Deutschlands anhaltende Unterstützung für Afghanistan”, so das Bundespräsidialamt in Berlin. Wulff: „Ich bin nach Afghanistan gekommen, um deutlich zu machen: Deutschland wird Afghanistan nicht im Stich lassen. Wir werden Afghanistan bei der Bewältigung der kommenden Aufgaben auch nach vollständiger Übernahme der Sicherheitsverantwortung 2014 ein verlässlicher und dauerhafter Freund und Partner sein.“

Der Staatsbesuch des Bundespräsidenten Wulff ist der erste eines deutschen Staatsoberhaupts seit 44 Jahren. Zuletzt hatte Bundespräsident Heinrich Lübke im März 1967 die afghanische Hauptstadt Kabul besucht.

“Ich habe großen Respekt vor der Leistung der afghanischen Zivilgesellschaft”, sagte der Bundespräsident “Sie spielt gerade im Übergangsprozess hin zur vollen Souveränität Afghanistans eine zentrale Rolle. Ich ermutige die afghanischen Nichtregierungsorganisationen, ihre Positionen in die bevorstehende Afghanistan-Konferenz in Bonn einzubringen.“

Weiter sagte Wulff in Kabul: “Mein Besuch fällt in eine Zeit wichtiger Weichenstellungen. In diesem Jahr jährt sich das Engagement der internationalen Gemeinschaft in Afghanistan zum zehnten Mal. Deutschland war von Anfang an dabei, als sich die NATO-Partner daran machten, den internationalen Terrorismus von Al Qaida, der unter den Taliban in Afghanistan einen sicheren Rückzugsort gefunden hatte, als Bedrohung für unsere Gesellschaften zu bekämpfen.

Aber das Ende der Taliban-Herrschaft sollte auch ein Neuanfang für die Afghaninnen und Afghanen sein. Es sollte ihnen endlich die Chance auf ein Leben in Freiheit und persönlicher Selbsterfüllung eröffnen, ein Recht, das Ihnen aufgrund der menschenverachtenden Vorstellungen der damaligen extremistischen Machthaber zu lange verwehrt blieb.

Diese Hoffnung hat sich bereits ein Stück weit erfüllt. Ich sehe, dass Kabul wieder eine pulsierende Hauptstadt ist. Überall entstehen neue Gebäude. Junge Menschen aus dem ganzen Land kommen in die Universitäten, um sich durch Bildung eine bessere Zukunft zu erarbeiten. Lange war Mädchen der Schulunterricht verwehrt – heute gehen 2,7 Millionen Mädchen in Afghanistan zur Schule. Frauen sind in der Regierung und im Parlament vertreten. Viele Afghaninnen und Afghanen aus dem Ausland kehren in ihre Heimat zurück, um beim Wiederaufbau ihres Landes mitzuhelfen. Das sind Entwicklungen, die auch in Deutschland aufmerksam verfolgt und begrüßt werden.”

Im Mittelpunkt der Gespräche mit Vertretern der NGOs standen die Entwicklung der Menschenrechtslage sowie die politische Zukunft Afghanistans. Der Bundespräsident machte deutlich, dass Deutschland auch weiterhin darauf dringen wird, dass die Menschenrechte in Afghanistan immer besser verwirklicht werden.

Bei seiner Zusammenkunft  mit Afghanistans Präsident Karsai ging es unter anderem auch um die Konferenz  nach der vollständigen Übernahme der Sicherheitsverantwortung durch Afghanistan, die Anfang Dezember 2011 in Bonn stattfinden soll.

Im weiteren Verlauf seines Besuchs möchte sich der Bundespräsident ein Bild vom Stand der Übergabe der Sicherheitsverantwortung in afghanische Hände machen und sich mit den deutschen Soldatinnen und Soldaten in Afghanistan “intensiv austauschen”. (Quelle: bundespräsidilamt.de)

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