Bundesbank zur deutschen Zahlungsbilanz

GiNN-BerlinKontor.—Die Deutsche Bundesbank teilt mit: Die deutsche Leistungsbilanz  wies im November 2010 – gemessen an den Ursprungsdaten – einen Überschuss von 12,0 Mrd € auf. Das Ergebnis fiel damit ähnlich aus wie im Vormonat (12,1 Mrd €). Dahinter steht allerdings ein niedri­gerer Aktivsaldo in der Handelsbilanz. Dieser wurde weitgehend ausgeglichen durch den Umschwung zu einem Überschuss im Bereich der „unsichtbaren“ Leistungstransaktionen, welche Dienstleistungen, Erwerbs- und Vermögens­einkommen sowie laufende Übertragungen umfassenNach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes verminderte sich der Aktivsaldo im Außenhandel im November gegenüber dem Vormonat um 1,3 Mrd € auf 12,9 Mrd €. Saison- und kalenderbereinigt nahm er um 2,4 Mrd € auf 11,8 Mrd € ab. Dabei stiegen die wertmäßigen Ausfuhren leicht um 0,5 % an, während die Einfuhren kräftig um 4,1 % zulegten. Im Oktober/­November zusammen genommen lagen die nominalen Exporte saisonbereinigt um 0,8 % über dem Durchschnitt des dritten Quartals, wobei etwa die Hälfte des Zuwachses preisbedingt war. Die Importe verzeichneten eine Zunahme um 1,4 %, dieser Anstieg ist allerdings vollständig auf höhere Einfuhrpreise zurückzuführen.

Die „unsichtbaren“ Leistungstransaktionen verzeichneten im November einen Überschuss von 0,4 Mrd €, nach einem Defizit von 1,4 Mrd € einen Monat zuvor. Der Umschwung ging auf Verbesserungen in der Dienstleistungs­bilanz zurück. Per saldo ergab sich ein Plus von 0,9 Mrd €, nach einem Minus von 1,4 Mrd € im Oktober. Diese Entwicklung ist fast vollständig auf gesun­kene Reiseverkehrsausgaben zurückzuführen. Der Überschuss bei den grenzüberschreitenden Faktoreinkommen verblieb unverändert bei 3,6 Mrd €. Der Fehlbetrag bei den laufenden Übertragungen vergrößerte sich um 0,4 Mrd € auf 4,0 Mrd €.
Im grenzüberschreitenden Wertpapierverkehr kam es im November zu Netto-Kapitalimporten in Höhe von 25,0 Mrd €, nach hohen Kapitalexporten im Oktober (128,4 Mrd €), die in erster Linie auf die Bildung der öffentlich-rechtlichen Abwick­lungsanstalt eines deutschen Kreditinstituts zurückzuführen waren. Für die Kapitalzuflüsse zeichnete das Portfolioengagement ausländischer Investoren in Deutschland verantwortlich (28,4 Mrd €). Diese fragten vor allem deutsche Schuldverschreibungen nach (29,5 Mrd €). Dabei erwarben sie ‑ insbesondere öffentliche ‑ Anleihen (17,0 Mrd €) sowie Geldmarktpapiere (12,4 Mrd €). Hingegen trennten sie sich in geringem Umfang von inländischen Aktien (1,6 Mrd €). Auch hiesige Anleger nahmen ausländische Titel in ihre Depots auf (3,3 Mrd €). Während Investmentzertifikate (4,7 Mrd €) und Aktien (4,5 Mrd €) auf ihr Inte­resse stießen, veräußerten sie Geldmarktpapiere (4,1 Mrd €) und Anleihen (1,8 Mrd €).

Im Bereich der Direktinvestitionen ergaben sich im Berichtszeitraum Netto-Kapitalabflüsse (3,1 Mrd €). Ausschlaggebend war, dass hiesige Firmen ihre ausländischen Niederlassungen mit Kapital versorgten (6,9 Mrd €). Dies geschah durch die Aufstockung von Beteiligungskapital (3,5 Mrd €) und über reinvestierte Gewinne (3,2 Mrd €). Auch ausländische Eigner versorgten ihre inländischen Niederlassungen mit Finanzmitteln (3,8 Mrd €). Dabei spielten neben re­investierten Gewinnen (1,5 Mrd €) konzerninterne Kredite (3,0 Mrd €) die entscheidende Rolle.

Im übrigen statistisch erfassten Kapitalverkehr, der sowohl Finanz- und Handelskredite (soweit diese nicht zu den Direktinvestitionen zählen) als auch Bankguthaben und sonstige Anlagen umfasst, traten im November Kapital­exporte in Höhe von 51,1 Mrd € auf. Davon entfielen 22,8 Mrd € auf Nichtbanken. Zum einen führten die Dispositionen öffentlicher Stellen zu Mittel­abflüssen in Höhe von 17,4 Mrd €, wobei sie in erster Linie kurzfristige Kredite im Ausland tilgten. Zum anderen flossen bei den Unternehmen und Privatpersonen Gelder in Höhe von 5,4 Mrd € ab. Dabei erhöhten sie ihre Bankguthaben im Ausland und tilgten Handelskredite gegenüber gebietsfremden Geschäfts­partnern. Das Bankensystem verzeichnete Mittelabflüsse im Umfang von 28,4 Mrd €. Für etwa die Hälfte der Kapitalexporte (14,1 Mrd €) zeichneten hiesige Kreditinstitute verantwortlich, die vor allem kurzfristige Finanzkredite an das Ausland vergaben. Die verbleibenden Abflüsse in Höhe von 14,2 Mrd € stehen weitgehend in Zusammenhang mit einem Forderungsaufbau im Rahmen des Großbetragszahlungsverkehrssystems TARGET2, der statistisch der Bundesbank zugerechnet wird.

Die Währungsreserven der Bundesbank haben im November – zu Trans­aktions­werten gerechnet – leicht abgenommen (0,1 Mrd €). (Bundesbank)

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