Bundesbank und Bank of China zur EURO-Stabilität

GiNN-BerlinKontor.—Hohe Vertreter der Deutsche Bundesbank und der People’s Bank of China kamen am 11.07. in  Frankfurt/Main zu einer ersten Fachtagung zu aktuellen Themen der Finanzstabilität zusammen. Dr. YI Gang, Vizepräsident der People’s Bank of China, und Dr. Andreas DOMBRET, Mitglied des Vorstands der Deutschen Bundesbank, betonten das gemeinsame Interesse und die  “Bedeutung eines offenen Gedanken- und Erfahrungsaustausches gerade zwischen den fortgeschrittenen und den aufstrebenden Volkswirtschaften”. Zudem bekräftigten beide Seiten, ihre Zusammenarbeit im Bereich der Finanzstabilität zu vertiefen. 

China habe als wichtiger Wirtschafts- und Handelspartner der Europäischen Union Vertrauen in den Euro und den Euroraum, betonte Yi. Ein  “geeintes, wohlhabendes und starkes Europa” spiele eine große Rolle für die globale Stabilität und Entwicklung. „Wir unterstützen sämtliche von der Europäischen Union (EU) , der Europäischen Zentralbank (EZB) und dem Internationalen Währungsfonds  (IWF) verabschiedeten Maßnahmen zur Bekämpfung der Staatsschuldenkrise. Wir sind bereit, zusammen mit der Europäischen Union verschiedene Wege einer wirksamen Zusammenarbeit zu erkunden. Als verantwortungsvoller langfristiger Investor wird China weiterhin eine aktive Rolle bei der Gewährleistung der Stabilität der internationalen Finanzmärkte spielen. Wir haben Europa stets als einen wichtigen Investitionsstandort betrachtet“, unterstrich der Vizepräsident der People’s Bank of China Dr. YI.

Die Bundesbank teilt weiter mit: “Das Chinesisch-Deutsche Forum für Finanzstabilität ist ein wichtiges Ergebnis der verstärkten strategischen Partnerschaft zwischen China und Deutschland. Es ist Teil einer im vergangenen Sommer in Peking zwischen Bundeskanzlerin Angela MERKEL und dem chinesischen Ministerpräsidenten WEN Jiabao getroffenen Vereinbarung über einen intensivierten Dialog in wichtigen politischen Bereichen. Ausdruck dieser verstärkten Kooperation waren die ersten deutsch-chinesischen Regierungskonsultationen zwischen beiden Ländern im Juni 2011 in Berlin und das gemeinsame Kommuniqué.”

Dr. Dombret und Dr. Yi  betonten, dass eine angemessene Rollenverteilung zwischen der Geldpolitik und der makroprudenziellen Politik eine der zentralen Herausforderungen im Bereich der Finanzstabilität seien. Dombret wies darauf hin, dass Fortschritte in der makroprudenziellen, auf die Prävention gerichteten Forschung und Politik essenziell seien, um die Geldpolitik vor der Gefahr einer dauerhaften Überforderung zu schützen. „Ein Umfeld niedriger Zinsen kann nur begrenzte Zeit zur Stabilisierung einer Finanzkrise eingesetzt werden, da es einer exzessiven Risikoübernahme Vorschub leistet. Beim geldpolitischen Exit müssen die damit verbundenen Risiken für die Bondmärkte gebührend berücksichtigt werden“, sagte Bundesbank-Vorstandsmitglied Dombret. „Dies bedeutet auch, dass ein solcher Exit hohe Anforderungen an eine gezielte Kommunikation stellt“, so Dombret.

Vizepräsident Yi betonte, dass zur Stärkung der makroprudenziellen Politik große Anstrengungen unternommen werden sollten, um die Prozyklizität des Finanzsystems durch Glättung der zyklischen Volatilität der Wirtschaft und des Finanzsystems zu verringern.

„Deutschland tritt sehr prononciert für einen freien Kapitalverkehr ein. Dies ist insbesondere ein Reflex der eigenen Erfahrungen mit Beschränkungen des Kapitalverkehrs zur Abwehr spekulativer Kapitalzuflüsse, die sich in den 1960er und Anfang der 1970er Jahre nicht als wirksam erwiesen haben. Die parallele Öffnung von Güter- und Finanzmärkten hat sich langfristig als Erfolgsmodell erwiesen“, sagte Dombret. (Quelle:Deutsche Bundesbank – Kommunikation)

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

* Copy this password:

* Type or paste password here:

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>