Bundesbank kontra EZB

GiNN-BerlinKontor.BUNDESBANK-Präsident  Jens WEIDMANN hat seine Kritik an Staatsanleihenkäufe bekräftigt. Eine solche Politik sei für ihn “zu nah an einer Staatsfinanzierung durch die Notenpresse”, sagte Weidmann dem SPIEGEL. Die Notenbank könne damit die Probleme nicht grundlegend lösen. Sie laufe vielmehr Gefahrm, neue Probleme zu schaffen.

Vorrangig bleibe “in einer Vertrauenskrise Vertrauen wieder neu zu schaffen”, es gehe um zentrale geldpolitische Lehren aus der Vergangenheit, betonte Weidmann. und erinnerte: .
“Im Vertrag von Maastricht spiegeln sich Lehren aus der europäischen Nachkriegsgeschichte. So waren die Notenbanken vieler westlicher Industrienationen in den siebziger Jahren im Schlepptau der Konjunktur- und Fiskalpolitik. Frei nach dem Motto, fünf Prozent Inflation sind besser als 5 Prozent Arbeitslosigkeit. Das Ergebnis war, dass Geldentwertung und Erwerbslosigkeit gleichzeitig stiegen. Auf Grund solcher Erfahrungen wurde das Eurosystem nach den Traditionen der Bundesbank einzig auf das Ziel der Geldwertstabilität ausgerichtet.”

Es gehe um erfolgreiche geldpolitische Grundsätze, “und da ist es nunmal so, dass es offensichtlich gerade der Bundesbank gelungen ist, sehr großes Vertrauenskapital aufzubauen”, unterstrich der Bundesbank-Chef. . Es habe sich bewährt, dass eine Notenbank unabhängig von der Finanzpolitik ist und keine staatlichen Haushalte finanziert. Diese Prinzipien seien “kein Selbstzweck, sie sollen verhindern, dass die Notenbank in Gefahr gerät, ihre Hauptaufgabe zu vernachlässigen: die Preise stabil zu halten. In den siebziger Jahren kam es in einigen Ländern, die heute Mitglied der Währungsunion sind, zu zweistelligen Inflationsraten. Ich erinnere Sie an die Geschichte der Banca d’Italia. Wie schwer hat sie darum kämpfen müssen, sich aus der Umklammerung durch das Finanzministerium zu befreien und dies dann zu Recht als großen Erfolg gefeiert.”
(Quelle: Bundesbank:)

Weidmann wird an der Jahrestagung der Notenbanker in Jackson Hole/USA am 31.08. teilnehmen. EZB-Präsident Mario DRGHI dagegen sagte seine Teilnahme ab. Der EZB-Chef wird am 3. September im Europa-Parlament über die geplante europäische Bankenunion referieren. Am 06.09. wird der EZB-Rat vermutlich weitere Staatsanleihenkäufe von EURO-isenländern ankündigen.(ecb/fed)

 

 

Ein Gedanke zu “Bundesbank kontra EZB

  1. “Der Sparer erzeugt mehr Ware, als er selbst kauft, und der Überschuss wird von den Unternehmern mit dem Geld der Sparkassen gekauft und zu neuen Realkapitalien verarbeitet. Aber die Sparer geben das Geld nicht her ohne Zins, und die Unternehmer können keinen Zins bezahlen, wenn das, was sie bauen, nicht wenigstens den gleichen Zins einbringt, den die Sparer fordern. Wird aber eine Zeitlang an der Vermehrung der Häuser, Werkstätten, Schiffe usw. gearbeitet, so fällt naturgemäß der Zins dieser Dinge. Dann können die Unternehmer den von den Sparern geforderten Zins nicht zahlen. Das Geld bleibt in den Sparkassen liegen, und da gerade mit diesem Geld die Warenüberschüsse der Sparer gekauft werden, so fehlt für diese jetzt der Absatz, und die Preise gehen zurück. Die Krise ist da.”

    Silvio Gesell (“Die Natürliche Wirtschaftsordnung durch Freiland und Freigeld”, 1916)

    In einer solchen Situation die Zinsgeld-Menge zu erhöhen, verhindert kurzfristig die deflationäre Abwärtsspirale. Dafür wird ein umso größeres Inflationspotential geschaffen, ohne verhindern zu können, dass letztlich alles Geld “in den Sparkassen liegen bleibt” (globale Liquiditätsfalle):

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2012/01/2012.html

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