Bund will 90 % der HRE-Bank

GiNN-BerlinKontor.—Mit einem € 5,6 Milliarden-Scheck will der Bund die darbende Hypo Real Estate-Bank übernehmen.  Über den Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (SoFFin)  will der Bund so viele neue Aktien zeichnen, bis er eine Mehrheit von 90 %  an der HRE hat   Am 2. Juni 2009 findet eine außerordentliche HRE- Hauptversammlung statt.  Ein Bezugsrecht für Alt-Aktionäre ist nicht vorgesehen. Bislang zögerten die Aktionäre mit dem Verkauf ihrer Anteile.

Der Staat bietet den HRE-Aktionären € 1,39  pro Anteilsschein. Dieser Preis liegt rund 10 % über dem gesetzlich vorgeschriebenen Mindestpreis von € 1,26.  Sollten die Aktionäre nicht auf das Angebot eingehen, behält sich die Bundesregierung die Enteignung der Bank vor. Dann würde der Staat aber einen viel  geringeren Preis für die Aktien zahlen.

Am 23.04. hatte der Bund lediglich 1,28 % an dem schwer angeschlagenen Unternehmen angedient bekommen, teilt der SoFFin mit.. Insgesamt besitzt der Staat damit nun 9,94 % der HRE. Die schon gehaltenen Anteile hatte er sich Ende März über eine Kapitalerhöhung gesichert.

Die Aktionäre noch bis 4. Mai Zeit, sich für einen Verkauf ihrer Aktien zu entscheiden. Fraglich ist vor allem, ob Großaktionär J.C. Flowers seinen Anteil von  ca.25 % abgibt.

Die Hypo Real Estate stand 2008 kurz vor dem Kollaps und wird seitdem mit Geld und Garantien von insgesamt € 102 Milliarden am Leben gehalten. Nach der Komplettübernahme soll die HRE radikal verkleinert werden.

Der Deutsche  Bundestag hatte am 23. April beschlossen, einen HRE-Untersuchungsausschuss einzusetzen. Dazu erklärte das Bundesfinanzministerium: “Um eine gefährliche Zuspitzung der Finanzmarktkrise zu verhindern, war und ist eine Rettung und nachhaltige Stabilisierung der Hypo Real Estate unverzichtbar. Bei seiner Aufgabe – der seriösen Information und Aufklärung – wird das Bundesfinanzministerium den parlamentarischen Untersuchungsausschuss zur HRE-Rettung konstruktiv unterstützen.”

Bundesfinanzminister Peer STEINBRÜCK (SPD) erwartet für 2009 die höchste Neuverschuldung in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland: “Es werden netto deutlich über € 50 Milliarden sein”, sagte Steinbrück der Welt am Sonntag (26.04.).

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