Brüderle: Energiepolitisch alle Register ziehen

GiNN-BerlinKontor.—Bundeswirtschaftsminister Rainer BRÜDERLE (FDP) hat erneut bekräftigt, dass “für den Wirtschaftsstandort Deutschland eine sichere, bezahlbare und klimaverträgliche Energieversorgung bei allen anstehenden Entscheidungen unsere Richtschnur sein muss”. Auf dem Weg zu den Erneuerbaren brauche man  “mehr Tempo” und müsse  “energiepolitisch alle Register ziehen, um das zu bewerkstelligen.”

Brüderle hob insbesondere die Schwerpunkte Energiespeicher und  die Versorgungssicherheit hervor. Die Bundesministerien für Wirtschaft und Technologie, für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit sowie für Bildung und Forschung, hätten eine gemeinsame Initiative zur Förderung von Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet von Energiespeichertechnologien gestartet: “Die Bundesregierung startet ressortübergreifend eine neue Förderinitiative Energiespeicher in Höhe von  € 200 Millionen. Die Vorarbeiten sind abgeschlossen, Forschungsanträge können jetzt vorbereitet werden,” so Brüderle.

Ein gemeinsames Programmmanagement stellt sicher, dass die Mittel gezielt eingesetzt und Synergievorteile genutzt werden. Inhaltlich wird die gesamte Kette der Technologieentwicklung, von den Grundlagen bis zur Demonstration, in einem integrierten Ansatz erfasst, um technologische Durchbrüche auf dem für die künftige Energieversorgung Deutschlands wichtigen Feld der Energiespeicherung zu ermöglichen. Die Einzelheiten zu der “Förderinitiative Energiespeicher” werden in Kürze in einer eigenen Bekanntmachung vorgestellt.

Minister Brüderle erklärte weiter: “Bei unseren Überlegungen, kommt der Versorgungssicherheit eine zentrale Bedeutung zu. Noch sind die Erneuerbaren Energien nicht grundlastfähig. Solange das so ist, brauchen wir die konventionelle Stromerzeugung. Deshalb müssen die in Planung und Bau befindlichen Kraftwerksprojekte möglichst zügig umgesetzt werden. Das bestätigt im Übrigen auch der aktuelle Bericht der Bundesnetzagentur.”

Hans-Josef FELL, Sprecher für Energie der Bundestagsfraktion Bündnis 90/ Die Grünen, kritisierte die Atomindustrie, die “Angst vor Blackouts in Deutschland schüre”. Presseberichte über die  Bundesnetzagentur (BNetzA) bezeichnete Fell als “aufgebauscht”. Die BNetzA habe “keine Hinweise auf akute Gefährdungen der Systemsicherheit durch das Moratorium” gefunden. Man rate jedoch “dringend davon ab, kurzfristig weitere Abschaltungen über die 7+1 Kernkraftwerke hinaus anzuordnen, die nicht ausreichend mit den Übertragungsnetzbetreibern abgesprochen und mit einem hinreichenden planerischen Vorlauf versehen sind.” Der vor dem Moratorium existierende Zeitplan und Umfang für Kraftwerksrevisionen solle “genau untersucht und eventuell umgestaltet” werden. Die BNetzA – so Fell – handele “verantwortungsvoll”.

Die ARD-tagesschau (SWR-Umweltredaktion) wies darauf hin, dass ein Drittel der Stromrechnung eines normalen Haushaltes für das sogenannte Netzentgelt draufgeht.  “Damit kaufen die Energiekonzerne keine Kohle und auch kein Uran, damit bauen sie keine Kraftwerke, sondern das ist der Preis für die Masten, Leitungen, Umspannwerke und Kabel. 36.000 Kilometer Höchstspannungsnetz, 70.000 Kilometer Hochspannungs- und eine Million Kilometer Niederspannungskabel durchziehen die Republik. Das verschlingt auch ein Drittel der Investitionen in der Stromwirtschaft, also etwa zwei Milliarden Euro jährlich – und selbst das ist eigentlich noch zu wenig.” (ARD)

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

* Copy this password:

* Type or paste password here:

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>