BP-Chef Hayward tritt am 1. Oktober zurück

GiNN-BerlinKontor.— Der Ölkonzern BP hat den Rücktritt von Tony HAYWARD als  Group Chief Executive zum 1. Oktober 2010 angekündigt. Nachfolger wird  der Amerikaner Robert DUDLEY (54),  derzeit Präsident und CEO bei der BP Gulf Coast Restoration Organisation in den USA.  Dudley wurde im April 2009 als Executive Director in das BP Board berufen und ist Mitglied des Senior Management Teams.  Er verfügt über große Erfahrungen im internationalen Ölgeschäft.  Bis 2008 war er Präsident und CEO bei TNK-BP, einem Gemeinschaftsunternehmen der BP in Russland. Vor dem Unfall im Golf von Mexiko war Dudley zuständig für die Aktivitäten der BP Gruppe in Asien sowie in Nord- und Südamerika.

Der Vorsitzende des BP- Aufsichtrsrates,  Carl-Henric SVANBERG, sagte zum Wechsel an der BP-Konzernspitze, das Unternehmen  werde sich “in Zukunft verändern, mit einer neuen Führungsmannschaft, der eine stabile Unternehmensorganisation und ein äußerst engagiertes Board zur Seite stehen.” Die tragischen Folgen der Explosion der Macondo-Ölquelle und der daraus resultierende Umweltschaden seien “ein Wendepunkt für unser Unternehmen”, so Svanberg.

Robert Dudley, der vor seiner Tätigkeit bei TNK-BP als Group Vice President für das Upstream-Geschäft von BP in Angola, Ägypten, Russland, dem Kaspischen Raum und Algerien zuständig war, erklärte nach seiner Wahl: “Ich fühle mich sehr geehrt, dass man mir die Aufgabe anvertraut, die Stärken und den Ruf des Unternehmens BP wiederherzustellen, gleichzeitig bin ich aber auch traurig über die Umstände – dem Desaster im Golf von Mexiko – die dazu geführt haben.  Ich werde die vor mir liegenden Herausforderungen bestimmt nicht unterschätzen, aber unser Unternehmen steht finanziell gut da und verfügt über ein beneidenswertes Anlagenportfolio und professionelle Mitarbeiter, die zu den besten unserer Branche zählen. Ich bin mir sicher, dass BP mit dieser Kombination – in Verbindung mit klaren strategischen Vorgaben – wieder in die Erfolgsspur zurückfindet.”

Dudley war auch als  Group Vice President für das Geschäft mit erneuerbaren und alternativen Energien verantwortlich für das globale Geschäft mit Solarenergie sowie für Windenergie- und Wasserstoffaktivitäten.

Mit Amtsantritt wird Robert Dudley von London aus arbeiten und seine bisherigen Posten in den USA an Lamar McKAY, Chairman und Präsident von BP America, übergeben. “Auch wenn ich demnächst in einer neuen Funktion tätig sein werde, möchte ich insbesondere den Bewohnern der Golfküste zusichern, dass unser Engagement für die Aufräumarbeiten und Schadenbeseitigung in dieser Region deshalb nicht nachlassen wird. Ich habe versprochen, alle Schäden zu beseitigen. Und dieses Versprechen werde ich auch halten”, sagte Dudley.

Der nboch amtierende BP-CEO Tony Hayward kommentierte seinen “Rücktritt” wie folgt: “Die Explosion im Golf von Mexiko war eine schreckliche Tragödie, für die ich mich – als verantwortlicher Manager bei BP – immer verantwortlich fühlen werde, unabhängig davon, wer letztendlich dafür die Schuld tragen wird.  Sofort nach dem Unfall habe ich mich dazu entschieden, persönlich die Führung aller Maßnahmen unseres Unternehmens zu übernehmen, um den Ölaustritt zu stoppen und den dadurch verursachten Schaden möglichst gering zu halten. Der Umfang dieser Maßnahmen und der finanzielle Aufwand dieses Einsatzes sind beispiellos. Wir haben nun den Ölfluss gestoppt and setzen alles daran, die Ölverschmutzung zu beseitigen und sämtlichen rechtmäßigen Forderungen auf Schadenersatz nachzukommen.”

BP setzt unterdessen ihren Kampf gegen den Ölaustritt im Block MC252 im Golf von Mexiko mit  neuen Maßnahmen am Bohrloch und zum Auffangen des Öls in 1500 Meter Tief fort.  Am 23. Juli 2010 mußten die Arbeiten an den Entlastungsbohrungen für das defekte Bohrloch wegen eines Tropensturm vorübergehend einstellen.  Am 24. Juli  kehrte die Bohrinsel DDIII wieder auf ihre Position über dem Bohrloch zurück.  Nach Mitteilung der BP laufen derzeit die Vorbereitungen für die erste Entlastungsbohrung, die wahrscheinlich einige Tage in Anspruch nehmen werden.

Das Bohrloch MC252 ist  “im Rahmen der Untersuchungen seines genauen Zustands” seit dem 15. Juli 2010 verschlossen. Unter der Leitung des Einsatzzentrums Unified Command beobachtet BP weiterhin  “intensiv den Zustand des Bohrloches wie auch des installierten Abdichtzylinders”, so BP.

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