Boeing baut neues US-Militärtankflugzeug

GiNN-BerlinKontor.—Mit der Kurzmeldung “Boeing Wins Aerial Tanker Contract” teilte am 24.02. das US-Department of Defense (DoD) mit, dass die US-Luftwaffe das neue Tankflugzeig KC-46A  von der US-Firma BOEING und nicht bei EADS bauen wird. Der Auftrag war zunächst der euroäischen EADS/Airbus zugesprochen worden. Der Kampf um den US-$ 35 Milliarden-Rüstungsauftrag dauerte fast 10 Jahre. Das Tankflugzeug soll die veralteten Maschinen vomTyp KC-135 s und KC-10s ablösen. Die US-Air Force bestellte bei Boeing 179  Maschinen, so der stellvertretende Verteidigungsminister  William J. LYNN in Washington D.C.  EADS verlor damit einen Auftrag in Höhe von ca. € 27 Milliarden. Zur EADS-Gruppe gehören  Airbus, Astrium, Cassidian and Eurocopter.

Im März 2010 hatte das US-Verteidigngsministerium (“Pentagon”) den bereits fest vereinbarten Vertrag über den Bau neuer Militär-Tankflugzeuge durch die European Aeronautic Defence and Space Company (EADS)  “annuliert”. Den Auftrag sollte nun doch die US-amerikanische Firma BOEING erhalten und nicht – wie vereinbart – die europäische EASD, die auch den AIRBUS baut.  Das Pentagon begründete den Ausstieg mit angeblichen “unfairen Wettbewerbs- und Ausschreibungsbedingungen”. EADS  kritisierte umgehend die neuen  Modalitäten der Ausschreibung, die eindeutig Boeing  bevorzuge. “Die US-Luftwaffe weiß, dass wir bei weitem das bessere Produkt anbieten”, sagte damals der deutsche Airbus-Chef Thomas ENDERS.

Nach dem Rückzug des europäischen EADS-Konzerns aus dem Bieterrennen für US-Militärflugzeuge schaltete sich auch die EU ein: Die EU-Kommission wäre “extrem besorgt”, falls sich herausstellen sollte, dass die Ausschreibungsbedingungen einen offenen Wettbewerb verhindert haben, erklärte EU-Handelskommissar Karel DE GUCHT damals. “Es ist höchst bedauerlich, wenn ein wichtiger potentieller Anbieter sich außerstande fühlt, für einen Vertrag dieser Art zu bieten”, so De Gucht. Offene Beschaffungsmärkte garantierten einen besseren Wettbewerb und setzten das Geld des Steuerzahlers besser ein.

Die allgemeine Entrüstung überrascht, denn es war eigentlich klar, dass die US-Regierung  – genauer: der US-Rechnungshof -. intervenieren würde und einen Milliarden-Auftrag an ein europäische Unternehmen “unterbinden” werde. Schließlich ging und geht es um rund 50 000 Arbeitsplätze in USA.

EADS  reagierte sehr enttäuscht:  “It’s very, very disappointing – especially since we had won this competition in 2008.” (Quelle: Department of Defence/ EADS-Pressemitteilung)

Zu der Entscheidung der US-Luftwaffe erklärte der Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, Rainer BRü+derle (FDP) in Berlin: “Ich mache keinen Hehl daraus: Natürlich wäre ein Zuschlag für EADS für uns eine gute Nachricht gewesen. Wir sind der Auffassung, dass EADS ein sehr gutes Angebot abgegeben hat. Wir wissen, dass Airbus auch in diesem Segment exzellente Flugzeuge baut. Wir gehen davon aus, dass die Entscheidung von EADS North America und seinen amerikanischen Partnern nun genau analysiert wird und dabei auch über mögliche weitere Schritte und Konsequenzen nachgedacht wird.”(BMwi-Pressemitteilung)

 

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