BILD als “Vorratsspeicher”?

GiNN-BerlinKontor.–-Unsere Meinung — Petra DIROLL, Pressesprecherin des Bundespräsidenten Christian WULFF, will sich nicht zu den “privaten” Telefonbeschimpfungen ihres Chefs auf der Mailbox des BILD-Chefredakteurs Kai DIEKMANN  äußern. Und sie hat Recht, denn Vieraugengespräche eines Staatsoberhauptes mit einem “Yellow Press”-Boss gehören eigentlich nicht in die Öffentlichkeit – oder doch?  Ist nicht die Vertraulichkeit des gesprochenen Wortes ein besonders hochwertiges und geschütztes Gut in unserem Recht?

Kai Diekmann selbst weiß, was aus “unter der Hand” verbreiteten “Witz-Versuchen und Ausfällen” werden kann, was “investigative journalism” anrichten kann und was böse Absicht und gezielte Abschussstrategien bewirken können. Die taz dichtete dem Leitenden Redakteur mal eine “Penis-Verlängerung im Ausland” an. Diekmann wehrte sich erfolgreich vor Gericht -  ein wesentliches Binde-Glied wurde nie sichtbar – nicht vorher und nicht nachher.

Diekmann soll engsten Kontakt zur UNION gepflegt haben. CDU/CSU/FDP-Politiker konnten ihn schon mal anrufen und versichern, dass sie “gute Politikaster” sind – für ihn und für das Volk, so heißt es.

Diekmann kennt sich eben auch aus in der (Berliner) Welt der angeblich Wichtigen. Auch die so genannte Berliner Society – (“Es gibt sie nicht!” meint Michael Naumann ) haben es ihm offensichtlich angetan. So genannte FroDs (Friends of Diekmann) erscheinen regelmäßig in BILD-Produkten. Das fällt auf und macht viele ärgerlich.   Aber BILD kann sich das eben leisten?! Keiner fragt da nach “Gegenleistung” – oder gar günstigen “Zinsen”.-

Nun ist ein ehemals alter Diekmann-Buddy, der auch mit Hilfe der Springer-Presse Präsident wurde, ins Visier gerückt und der BILD-Chefjournalist bestätigt nun den Besitz von  “vorratsgespeicherten”  Mail-Box-Ausfällen des Republik-Präsidenten, der sich vor fünf Jahren bei einem Freund zu günstigen Konditionen einen Haus-Kredit geliehen hatte. Shame on him – aber das versuchen doch wohl (mit vielleicht weniger Erfolg) auch Sozis, Partei-Journalisten und andere Genossen – im scheidungsfreudigen Deutschland.

Die BILD-Führung, die im letzten Bundestagswahlkampf ihren Redakteuren und Reportern gestattete,  ihre politische Coleur preis zu geben, mischte sich damit eklatant in den Wahlkampf ein. BILD outete sich als mehrheitlich links-orientiert – so die Wahrnehmung – wie übrigens mehrheitlich auch die Bundespressekonferenz. Darüber empört(e) sich niemand. Aber: What else is new?

Das Wulff-Bashing wurde von Anfang an zur Chefsache im Haus Springer erklärt – so scheint es – aber wenn es wirklich wahr ist, das Christian WULFF als Staatsoberhaupt – als Präsident der Bundesrepublik Deutschland – einer Chefredaktion “persönlich gedroht” hat, im Falle der Veröffentlichung von “investigativen Recherchen”  den Staatsanwalt einzuschalten, sich also die Behauptungen der BILD-Zeitung und Genossen  als richtig heraustellen, wäre Christian Wulff wohl am Ende.  Dann wiegen nämlich nicht nur Unwahrheiten und dilettantische cover up-Versuche des Bundespräsidialamtes schwer – sondern der eklatante Eingriff in die Presse- und Meinungsfreiheit weitaus schwerer -  noch schlimmer: dann ist Herr Wulff als “Deutschenvorbild”  nicht mehr tragbar und müsste zurücktreten.

Sollten sich die Anschuldigungen gegen den Bundespräsidentein jedoch als “gezielt herbeigezaubert” und “bewußt überzeichnet” herausstellen – das können nicht nur Jornalisten -  muss die Publizisten-Gewerkschaft massiv eingreifen. Der Deutsche Journalisten-Verband reagierte bisher so: Wulffs Versuche gegenüber BILD seien nicht vereinbar mit seiner Erklärung vom 22. Dezember, in welcher der Bundespräsident die Bedeutung der Pressefreiheit ausdrücklich hervorgehoben hatte: „Prominente müssen sich kritische Berichterstattung als Teil der Meinungsfreiheit gefallen lassen. Das müsste niemand besser wissen als der erste Mann im Staat.” Das hat wohl schon gesessen?!
-Ps

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