Berlin: “Wir bleiben in Afghanistan”

GiNN-BerlinKontor.—Nachdem erneut deutsche Soldaten im Einsatz in Afghanistan gefallen sind,  hat  Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor FREIHERR ZU GUTTENBERG  bekräftigt: “Wir bleiben in Afghanistan.”   Die Gefechte vom 02.April hätten deutlich gemacht,  “wie sich die Realitäten darstellen und auch künftig darstellen können”, sagte Guttenberg. Der Einsatz bleibe gefährlich, und es sei nie auszuschließen, dass es Tote und Gefallene gebe. Die deutschen Soldaten leisteten ihren Dienst aber  “nicht umsonst”.  Die Bundeswehr setze sich vielmehr für die Sicherheit in einer Region ein, deren Befriedung der Welt zu gute komme. Ziel seiner Politik werde es sein, die Bundeswehr für den Auslandseinsatz so gut wie möglich auszurüsten und zu sichern, damit sie bei allen Gefahren ihre Arbeit in Afghanistan fortführen könnten.

Der Generalinspekteur der Bundeswehr,  General Volker WIEKER, teilte mit,  dass unbemannte Fluggeräte die Gefechtslage in Afghanistan ständig überwachten. Zuvor hatte der frühere Generalinspekteur Harald KUJAT in der “Welt am Sonntag” die Ausrüstung der B in Afghanistan undeswehr als unzureichend bezeichnet. “Unsere Soldaten sind dort nur in diese Lage geraten, weil sie – wie so oft – nicht mit den nötigen modernen Aufklärungssystemen ausgerüstet sind”, sagte Kujat, der bis 2005 auch Vorsitzender des NATO-Militärausschusses war. “Die Taliban kennen das Gelände, sie sind überlegen. Das muss man doch irgendwie ausgleichen”, sagte Kujat der WamS. Weiter kritisierte der Ex-Generalinspekteur, dass die deutschen Einsatzkräfte nicht in der notwendigen Zahl in Afghanis Kujat deramStan stationiert seien. Die neue Mandatsobergrenze von 4500 plus 500 Mann Reserve reichen seiner Ansicht nach nicht aus.

Der jetzt amtierende Generalinspekteur Wieker und Verteidigungsninister zu Guttenberg  dankten ausdrücklich den US-Soldaten, die während des Gefechts bei Kunduz in einem “lebensgefährlichen Hubschraubereinsatz”  deutsche Verwundete  aus der Gefahrenzone herausgeflogen hätten.

Zu Guttenberg betonte – “auch wenn es nicht jedem gefällt”,  könne man  “angesichts dessen, was sich in Teilen Afghanistans abspielt, umgangssprachlich von Krieg reden”. Bislang war offiziell von “kriegsähnlichen Zuständen” in Afghanistan die Rede. Der Verteidigungsminister unterstrich,  dass die Bundeswehr-Soldaten  in Afghanistan bleiben und das Land nicht “Hals über Kopf” verlassen würden.

Guttenberg wies die Behauptung zurück, die neue Afghanistan-Strategie sei bereits gescheitert. Sie könne erst dann  “greifen, wenn wir die entsprechenden Kräfte und die entsprechenden Ausbildungsschritte gemacht haben”, erklärte der Minister.

Guttenberg, der seinen Osterurlaub in Südafrika abgebrochen hatte,  besuchte am Oster-Sonntag die  bei Kunduz verwundeten Soldaten im Koblenzer Bundeswehrkrankenhau  .  Der Verteidigungsmnister wird anschließend auf dem Köln-Bonner Flughafen die Särge der gefallenen  deutschen Fallschirmjäger aus Niedersachsen mit deren Angehörigen in Empfang nehmen.

Der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion,  Gernot ERLER,  nannte den Überfall der Taliban auf die Bundeswehr einen “feigen Anschlag gegen die Interessen der afghanischen Bevölkerung”.Die deutschen Soldaten hätten vor Ort “Minen räumen und Vorbereitungen für einen Brückenbau treffen wollen”, sagte Erler der “SonntagAktuell”.

Forderungen nach einem Abzug der deutschen Soldaten aus Afghanistan wies Erler zurück. “Das ist die blutigste Forderung, die ich mit vorstellen kann.” Deutschland würde damit die afghanische Gesellschaft in einen neuen Bürgerkrieg taumeln lassen.

Die radikal-islamischen Taliban in Afghanistan und Pakistan hatten mehrfach gedroht:  “Sollten die Deutschen weiterhin in Afghanistan bleiben, werden sie weitere Todesopfer erleiden”, so Sabiullah Mudschahid, ein Sprecher der Taliban. Die Taliban hätten  Bundesregierung und Bundestag gewarnt und aufgefordert,  aus Afghanistan abziehen, sagte der Taliban-Sprecher. “Aber sie haben nicht gehört.

Afghanistans Präsident Karsai soll vor Stammesführern erklärt haben, er werde die geplante NATO-Offensive in der Region Kandahar durch sein Veto  blockieren, wenn die Bevölkerung sich gegen die militärische Operation wehre. Karsai behauptete zudem, die “westlichen” Wahlbeobachter hätten den Ausgang der Wahlen beeinflußt, man wolle ihn, den Präsidenten, “schwächen”. Die US-Regierung verlangte sofortige “Klarstellung”.

Laut Wall Street Journal soll Karsai vor afghanischen Parlamentariern zudem gedroht haben, der  Aufstand der Taliban könnte zu einer “legitimen Widerstandsbewegung” werden, wenn die USA und ihre Verbündeten “der Regierung in Kabul weiter Vorschriften machten”.

In Peshawar/Pakistan wurde das dortige US-Konsulat angegriffen.  Mindestens fünf Menschen wurden getötet.  Zuvor hatte ein Selbstmordattentäter 25 Menschen in den Tod gerissen.

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