Beck: Union ist “kalt und ideologisch”

GiNN-BerlinKontor.—Der SPD-Vorsitzende Kurt BECK setzt die Attacken gegen den Koalitionspartner fort.  In der Großen Koalition sei es nach den Verhandlungen über gesetzliche Mindestlöhne zu einer  “inneren Abkühlung”  gekommen, “bis zur kühlen Nüchternheit”, sagte der Sozialdemokraten-Chef  dem stern.   Der   “mangelnde Respekt der anderen Seite vor hart arbeitenden Menschen”   habe ihn   “schon schaudern lassen. Das war kalt und ideologisch.”


Becks Vorschlag zur  “Vermögensbildung aller Mitarbeiter deutscher Firmen durch pleitesicheren Fonds”  stößt auf Kritik der eigener Partei, der Union und der Verbände.  Der SPD-Parteichef  hatte  einen  “Deutschlandfonds”  für Arbeitnehmer vorgeschlagen, in den sie einzahlen und   “der sich dann an ihren Unternehmen beteiligt“.

Nach den SPD-Vorstellungen  sollen dabei keine Gehaltsbestandteile fließen, sondern Bonus- oder Extrazahlungen der Firmen.  Durch die indirekte Beteiligung über den Fonds sollen die Arbeitnehmer – so Beck -  “vor dem Risiko von Pleiten geschützt werden” .  Beck: “Wenn der Deutschlandfonds Beteiligungen beispielsweise an 1000 Firmen besitzt, bricht er nicht zusammen, wenn mal zwei insolvent werden.“  Schon bestehende direkte Firmenbeteiligungen von Arbeitnehmern sollen erhalten bleiben und weiter gefördert werden. Er plädiert für ein professionelles Fondsmanagement. „Das könnten private Banken machen, aber auch die staatliche Kreditanstalt für Wiederaufbau.“

Zum Vorschlag des SPD-Vorsitzenden Kurt Beck zur Mitarbeiterbeteiligung erklärte die Präsidentin des Bundesverbands der Selbständigen (BDS), Dorothea STÖRR-RITTER: “Die Beteiligung der Mitarbeiter an Unternehmen ist seit langem ein erklärtes Ziel des BDS. Kurt Beck allerdings marschiert in die falsche Richtung. Fonds gibt es in allen Variationen wie Sand am Meer. Wer hier investieren will, kann das tun – und ordentlich gewinnen, oder auch verlieren. Einen weiteren Fonds zu schaffen, bei dem per staatlicher Garantie der Steuerzahler das Risiko trägt, ist Unsinn.”

Störr-Ritter weiter: “Beteiligungen sollen aufzeigen, dass in unseren Betrieben alle in einem Boot sitzen: Der Unternehmer segelt gemeinsam mit seinen Mitarbeitern. Mit dem nötigen Wind winkt der Erfolg, bei einer Flaute muss gemeinsam durchgehalten werden. Das schweißt die Betriebsmannschaft zusammen. Und genau dazu muss eine sinnvolle Mitarbeiterbeteiligung über den rein finanziellen Aspekt hinaus beitragen.”

Der BDS ist Deutschlands ältester und größter branchenübergreifender Mittelstandsverband.

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