BDI warnt vor irreversiblen Atomausstieg

GiNN-BerlinKontor.—-Mit dem Verzicht auf Kernenergie bis 2022 will Deutschland  international zum Vorbild werden, sagte Bundeskanzlerin Angela MERKEL (CDU) am 30.05. vor der Presse in Berlin. Deutschland könne als erste große Industrienation zum Vorreiter für den Umstieg auf erneuerbare Energien werden, sagte sie. Die Wende in der Energiepolitik biete Chancen für Exporte, Entwicklungen, Technologien und Arbeitsplätze. Der Weg zum Umstieg auf erneuerbare Energien – so Merkel – sei jedoch bisher “nicht ausreichend beschrieben” worden. Die CDU/CSU/FDP-Regierung werde dies nun nachholen. Als “Leitlinien” nannte dfie Kanzlerin  Versorgungssicherheit, Bezahlbarkeit und Umwelt- und Klimaverträglichkeit.

Der Atomausstieg bis 2022 und der Ausbau erneuerbarer Energien bezeichnete Merkel als “riesige Chance für kommende Generationen”.  Sie betonte erneut, dass sie nach dem Kernkraft-Unglück in Fukushima habe “über die Rolle der Kernenergie” umdenken müssen. (BPA)

Scharfe Kritik kam vom Präsidenten des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Hans-Peter KEITEL, der  vor einem “irreversiblen Atomausstieg”, vor höheren Strompreisen und kritischen Netzschwankungen, warnte.

„Die deutlich erkennbare politische Absicht, in einem beispiellos beschleunigten Verfahren einen finalen und irreversiblen Schlusspunkt für die Nutzung von Kernenergie in diesem Land zu fixieren, erfüllt mich zunehmend mit Sorge. Ein so komplexes Vorhaben wie ein Atomausstieg, bei dem Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit, Klima- und Umweltfreundlichkeit und Sozialverträglichkeit erfüllt sein müssen, braucht die Möglichkeit zum Nachjustieren – auch auf der Zeitschiene”. erklärte Keitel in Berlin. Die Erreichung der Klimaschutzziele werde schwieriger und viel teurer, da der Wegfall der CO2-armen Kernkraft durch zusätzliche Kohle- und Gaskraftwerke zu kompensieren ist, betonte der BDI-Präsident.. Die Stromerzeuger würden also mehr Emissionszertifikate kaufen müssen. Keitel: “Das wird die Strompreise in die Höhe treiben. Wir verlangen Alternativen, die Wirtschaft, Verbraucher und Klima nicht über Gebühr belasten. Wir müssen in Deutschland Produktion und Arbeitsplätze sichern.“

Keitel erinnerte daran, dass Netze schon jetzt “bis an ihre Grenzen ausgelastet” belastet seien. “Industrieunternehmen mit empfindlichen Maschinen hatten durch kleinere Netzschwankungen im Millisekundenbereich bereits stundenlange Produktionsausfälle. Die zuverlässig gesicherte Stromversorgung rund um die Uhr gehört zu den Stärken des Industriestandorts Deutschland. Wenn sie nicht mehr gewährleistet ist, schwächt dies das Industrieland Deutschland. Die Politik muss bei der Energiewende die Netz- und Systemstabilität garantieren“, warnt Keitel. (BDI)

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