BDI sieht 2 % “nachhaltiges Wachstum”

GiNN-BerlinKontor.—Der Bundesverband der deutschen Industie (BDI) hält aufgrund von aktuellen Branchendaten und Exporterwartungen ein Wachstum von 2 % im laufenden Jahr für wahrscheinlich. Somit ist der BDI optimistischer als Bundesregierung und Wirtschaftsforschungsinstitute.  “Eine 2 % vor dem Komma ist machbar – wenn es keine Rückschläge in der Weltwirtschaft gibt, wenn Energie- und Rohstoffpreise im kalkulierbaren Rahmen bleiben und wenn eine flächendeckende Kreditklemme ausbleibt“, sagte BDI-Präsident Hans-Peter KEITEL am 19.04. auf der BDI-Pressekonferenz zur Hannover Messe.

„Entscheidend für die Weltwirtschaft sind rasche Erfolge bei der internationalen Finanzmarktregulierung“, so Keitel.  Angesichts der Handels- und Wettbewerbsverzerrungen auf Rohstoffmärkten sollte die Politik sich dieser Themen nicht nur in der EU, sondern auf allen international zur Verfügung stehenden Ebenen annehmen, etwa im Rahmen der G20. Die Gefahr einer Kreditklemme habe abgenommen, sei aber  – so der BDI-Chef – “noch nicht vom Tisch”.

Die Aussichten für die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland sind laut Keitel  trotz weiter bestehender Risiken gut.  Die deutsche Wirtschaft profitiere zunehmend vom Anziehen des Welthandels. „Die konjunkturelle Erholung wird wie auch in früheren Zyklen über die Wachstumsmaschine Export laufen. Das ist keine Entscheidung irgendeiner zentralen Export-Agentur, sondern Ausdruck der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie auf den Weltmärkten.“

Kritische Stimmen aus dem Ausland an deutschen Exportüberschüssen wies der BDI-Präsident zurück. „Zumindest die vorgeschlagenen Rezepte, etwa Lohnerhöhungen, sind der falsche Weg, um Ungleichgewichte zu beseitigen. Vielmehr muss Deutschland durch bessere Standortbedingungen die Investitionstätigkeit stärken. Das ist der Beitrag, den die Politik für nachhaltiges Wachstum leisten kann und muss.“

Keitel hob hervor, dass die Politik mit einer nachhaltigen Wachstumspolitik sogar dauerhaft 2 % erreichen könne. Ganz oben auf der wirtschaftspolitischen Agenda der Bundesregierung müsse jetzt die Konsolidierung der öffentlichen Haushalte stehen. „Bislang fehlt die erforderliche Stringenz in der Rückführung der Verschuldung. Wir brauchen eine klare Exit-Strategie“, betonte der BDI-Präsident. „Konsolidierung und Wachstum bedingen sich gegenseitig.“

2 % Wachstum brächten etwa € 12 Milliarden zusätzliche Steuereinnahmen pro Jahr – nicht zuletzt durch etwa 120.000 zusätzliche Jobs“, sagte Keitel voraus. Dies erfordere eine kluge Wirtschaftspolitik. Ein Beispiel sei die Einführung einer steuerlichen Forschungsförderung für alle Unternehmen.

Auch Bundeskanzlerin Angela MERKEL (CDU) äußerte sich bei der Eröffnung der diesjährigen  Hannover-Messe optimistisch über die Konjunkturentwicklung. Die Messe sei ein Zeichen der Hoffnung für die Überwindung der Krise, sagte Merkel. Bis zum 23.04. stellen rund 4.800 Aussteller mehr als 4.000 neue Produkte vor. In diesem Jahr ist Italien Partnerland der Hannover-Messe.

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