BDI: Mittelstand bewältigt Krise

GiNN-BerlinKontor.—Die mittelständischen Industrieunternehmen werten ihre Wirtschaftslage durchweg positiver als noch im vergangenen Herbst. Auch für den weiteren Jahresverlauf  “stehen die Zeichen auf Erholung”.  Dies ist ein Ergebnis der Umfrage des BDI-Mittelstandspanels 2010. Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) erklärte dazu:  „Der Trend des Stimmungsbarometers zeigt nach oben. Ein Stimmungsplus verbuchen vor allem die Unternehmen, die exportorientiert sind“, so der Vorsitzende des BDI/BDA-Mittelstandsausschusses Arndt G. KIRCHHOFF. Von einer tiefgreifenden und eindeutig positiven Entwicklung könne jedoch noch nicht gesprochen werden.

Die BDI-Umfrage zeige jedoch auch,  dass die Bundesregierung die Erwartungen eines wirtschaftspolitisch gestützten Aufschwungs bislang noch nicht erfüllen konnte. 90 % gehen davon aus, dass in naher Zukunft keine wesentlichen wirtschaftspolitischen Verbesserungen umgesetzt werden.  Eine Mehrheit von 83 % befürwortet eine Kürzung der Staatsausgaben zur Konsolidierung.  Aus der Sicht von 54 % der Industrieunternehmen ist eine  “Stimulierung des Wachstums durch investive Ausgaben des Staates sinnvoll.”

„Der deutsche Mittelstand hat bewiesen, dass er mit der Krise sehr gut fertig werden kann. Aber jetzt muss er zeigen, dass er auch für den Aufschwung gerüstet ist“, sagte Peter ENGLISCH, Partner bei Ernst & Young. Eine gute Voraussetzung, “von Krise auf Wachstum umzuschalten”, sei die Innovationskraft gerade mittelständischer Unternehmen.  Englisch: „Innovationen können in einem fragilen konjunkturellen Umfeld das eigene Unternehmen stabilisieren und besser aufstellen.“ Vor diesem Hintergrund sei es ein ermutigendes Signal, dass rund die Hälfte der befragten Unternehmen des BDI-Mittelstandpanels in Forschung und Entwicklung aktiv ist und sich intensiv mit möglichen Innovationen beschäftigt.

Eine allmähliche Belebung der Investitionstätigkeit erwartet IKB-Chef-Volkswirt Kurt DEMMER, wenn sich die derzeit positiven Konjunktursignale als nachhaltig erweisen: „Dann werden immer mehr Unternehmen Investitionspläne wieder aus der Schublade holen, die sie in der Krise  vorübergehend ad acta gelegt haben“, sagte Demmer. Im Vordergrund stehen Ersatzbeschaffungen und Modernisierungen. „Mit Prozessoptimierungen, einer verbesserten IT-Ausstattung und dem Einsatz modernster Fertigungstechnologie wollen sich die Unternehmen für den Aufschwung rüsten“ betonte Demmer. Dazu sei in den meisten Fällen auch ein ausreichender Finanzierungsspielraum vorhanden. Die Umfrage zeige auch, dass sich der Zugang zu Investitionskrediten etwas verbessert habe. „Steigende Erträge werden sich nach und nach positiv auf die Bonitäten auswirken. Zudem verfügen viele Firmen durch ihren strikten Sparkurs über erhebliche Liquiditätspolster, auf die sie nun zurückgreifen“, der IKB-Chef-Volkswirt..

Der BDI stellt fest: Der konjunkturelle Aufschwung in der deutschen Industrie stabilisiert sich. Dies belegen auch die Unternehmenskennzahlen: Nach zum Teil hohen zweistelligen Umsatzeinbrüchen im Jahr 2009 erwarten 42 % der Industrieunternehmen 2010 steigende Umsätze, allerdings in der Regel nur im einstelligen Bereich. „Bis das Niveau von vor der Krise wieder erreicht ist, wird einige Zeit vergehen.

Positive Impulse für den Arbeitsmarkt sind von den mittelständischen Industrieunternehmen in 2010 kaum zu erwarten, und auch die Renditen werden sich auf breiter Front nur langsam erholen“, kommentiert Professor Frank WALLAU vom Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn. „Im internationalen Vergleich sind die deutschen Unternehmen durch ihre Innovationsfähigkeit für die zukünftigen Herausforderungen jedoch gut aufgestellt.“

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