BDI-Chef kritisiert Brüderle wegen HOCHTIEF

GiNN-BerlinKontor.—”Die am 5. Dezember 2010 beschlossene Kapitalerhöhung um 10 %  bzw. ihr Vollzug wurde am 10.12.2010 vom Amtsgericht Essen in das Handelsregister der HOCHTIEF Aktiengesellschaft eingetragen.”  Wie die HOCHTIEF AG weiter mitteilt, erfolgte die Erhöhung unter teilweiser Nutzung des genehmigten Kapitals durch die Ausgabe von 6.999.999 nennwertlosen Stückaktien gegen Bareinlage unter Ausschluss des Bezugsrechts der bestehenden Aktionäre. Sämtliche Aktien wurden von der Qatar Holding LLC, Doha, gezeichnet. Damit ist die Kapitalerhöhung wirksam vollzogen. Mit der Eintragung in das Handelsregister stieg das Grundkapital der HOCHTIEF Aktiengesellschaft auf  € 197.119.997,44.  Die Qatar Holding hält nunmehr 9,1 % am neuen Grundkapital Hochtief.

Herbert LÜTKESTRATKOTTER, Hochtief-Vorstandsvorsitzender, erklärte zum “Übernahmekampf ” mit dem spanischen Baukonzern ACS in DER SPIEGEL:  “Ich rede nicht von einer feindlichen Übernahme. Ich bin ein Mann des Gesprächs und für jeden Dialog offen – natürlich auch mit ACS.” Lütkestratkötter sagte zur Beteiligung der Qatar Holding LLC: “Das war kein Verzweiflungsakt, das ist Strategie”,  Man wolle beim Bau der Großstadien für die Fußball-Weltmeisterschaft 2022, die in das Emirat Qatar vergeben wurde, “eine wichtige Rolle spielen”. Qatar Holding betonte,  ein “konstruktiver Mediator” sein zu wollen, um ein “positives Ergebnis für alle Aktionäre” sicherzustellen.

Hans-Peter KEITEL, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industie (BDI), kritisierte die Haltung der Bundesregierung  im Übernahmestreit Hochtief-ACS – besonders die der FDP.  Bundeswirtschaftsminister Rainer BRÜDERLE (FDP hatte in der Rheinischen Post erklärt:  „In der sozialen Marktwirtschaft ist es grundsätzlich nicht die Rolle des Staates, die Eigentümerstruktur einzelner Unternehmen zu beeinflussen. Firmenübernahmen seien normale wirtschaftliche Vorgänge. Als offene und international extrem vernetzte Volkswirtschaft wollen wir möglichst keine Schutzzäune – weder bei anderen noch bei uns“, so der FDP-Minister.

Auch  der Finanzexperte der FDP, Volker WISSINGi, Vorsitzender des Finanzausschusses im Deutschen Bundestag, sekundierte seinem Parteifreund, es sei  “allgemein nicht Aufgabe des Staates, Übernahmen zu verhindern”. Im ZDF sagte er, es könne  “nicht erwartet werden, dass die Regierung Fehler von Unternehmen ausbüglt.”

Derartige Stellungnahmen  – so der BDI-Chef Keitel -  würden “im Ausland als Distanzierung wahrgenommen und machten das Geschäft der Deutschen noch schwerer”. Der Süddeutschen Zeitung  sagte Keitel: “Man kann über den Änderungsbedarf im Übernahmerecht zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen. Aber es war und ist für Geschäftspartner irritierend, wenn die ablehnende Haltung wieder und wieder und von einigen undifferenziert öffentlich dokumentiert wird.” Der BDI – so Keitel – fordere eine “neue” Industriepolitik, bei der “die Regierung sich zwar nicht direkt in Unternehmen einmischt, aber im internationalen Standortwettbewerb deutlicher als bisher für deutsche Interessen eintritt – etwa in der Rohstoffpolitik”. Hans Peter Keitel war  bis 2007 Vorstandschef von Hochtief  und Präsident des Deutschen Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie (HDB).

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