Bayern-Atomkraftwerk Isar 1 abgeschaltet

GiNN-BerlinKontor.—Die von der Bayerischen Staatsregierung angekündigten Sicherheitsüberprüfungen aller Kernkraftwerken im Freistaat Bayern sind angelaufen. Um ältere Meiler endgültig stilllegen zu können, müsse der Bund jedoch noch “klare rechtliche Grundlagen” schaffen, sagte  Umweltminister Markus SÖDER (CSU) in München. Sein Umweltministerium ordnete dennoch die Betriebseinstellung für das AKW  “Isar 1″ an. Der AKW-Betreiber E.ON bestätigte die  “Reaktorschnellabschaltung” am 23.03.2011. Die Staatsregierung in München erklärte, es sei  “schwer vorstellbar, dass das Kraftwerk wieder ans Netz geht”.

“Die Frage der Sicherheit kann nicht hoch genug bewertet werden. Ergibt sich aus den Sonderprüfungen Verbesserungsbedarf, wird nachgerüstet”, betonte Söder. Bei allen Maßnahmen gelte die Devise: Sicherheit geht vor Wirtschaftlichkeit. Die Sonderprüfungen sollen zudem von der neuen Bayerischen Kommission für Reaktorsicherheit begleitet werden.

“Je schneller wir den Umstieg auf erneuerbare Energien schaffen, desto kürzer sind die Laufzeiten. Investitionen müssen vor allem in die Standortländer fließen. Wir brauchen Planungssicherheit”, so Söder. Es müsse alles unternommen werden, um die Energiewende hin zu erneuerbaren Energien zu beschleunigen. Der Freistaat Bayern fordert vom Bund Sonderinvestitionsprogramme über rund € 6 Milliarden für Erneuerbare Energien. Insbesondere gehe es darum, diese “grundlastfähig” zu machen.

Bayern unterstützt einheitliche europäische Sicherheitsanforderungen für Kernkraftwerke. Die Teilnahme an europaweiten Stresstests für Atommeiler sollte nach den Worten von Europaministerin Emilia MÜLLER zugleich verpflichtend und nicht nur freiwillig sein. “Bestmögliche Sicherheit erreichen wir nur, wenn auch wirklich alle bei dieser Überprüfung mitmachen. Hier muss noch wichtige Überzeugungsarbeit bei unseren europäischen Partnern geleistet werden.”

Mit Blick auf die Ereignisse in Japan plädiert Staatsministerin Müller dafür, die Kompetenzgrundlagen für einheitliche Sicherheitsnormen im europäischen Recht zum Schutz der Bevölkerung weit auszulegen. “Wir benötigen insgesamt eine Neujustierung der Sicherheitsstandards. Nötig sind auch einheitliche europäische Vorgaben zur Sicherstellung der Stromversorgung im Krisenfall, Bedingungen für die Standortwahl und Sicherheitsanforderungen im Hinblick auf gezielte Angriffe von außen. Bei all diesen Fragen muss Europa jetzt seine Handlungsfähigkeit unter Beweis stellen. (Quelle: csu de.)

E.ON hatte noch im September 2010 mitgeteilt, das Unternehmen habe rund € 800 Millionen für Modernisierungsmaßnahmen investiert.(e.on)

Im Gegensatz zu dem japanischen Kernkraftwerk Fukushima-Daiichi liegt in der Nähe von “Isar 1″ ein Wasserkraftwerk (Niederaichbach). Bei einem Ausfall der beiden Anbindungen an das Netz und des AKW-Generators hätte das Wasserkraftwerk vom Netz getrennt werden und  über eine Direktverbindung als zusätzliche Notstromversorgung des AKWs eingesetzt werden können.

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