Bayern LB und WestLB vor Fusionsgesprächen

GiNN-BerlinKontor.—Die Bayerische Landesbank (Bayern LB)  und die Westdeutsche Landesbank (WestLB),  wollen Gespräche über eine Fusion  “mit dem Ziel der Gründung einer “Universalbank” -  aufnehmen, hiess es in München und Düsseldorf. Die BayernLB ist die Hausbank des Freistaates Bayern und Zentralbank für die bayerischen Sparkassen.  Eigentümer sind indirekt über die BayernLB Holding AG zu je 50 % der Freistaat Bayern und der Sparkassenverband Bayern.  Als Folge der Finanzkrise kündigte Im November 2008  die Bayerische Staatsregierung an,  die Bank bis bis 2014 teilweise und bis Ende 2015 vollständig privatisieren zu wollen.

Das BayernLB mit Hauptsitz in München führt die Bayerische Landesbodenkreditanstalt und die öffentlich-rechtliche Bausparkasse Bayerns. Darüber hinaus widmet sich die Bayern LB geld- und kreditwirtschaftlichen Dienstleistungen im Privat-, Industrie-, Beteiligungs- und Auslandsgeschäft. Hierzu gehören unter anderem Vermögensverwaltung, Wertpapierhandel und finanzwirtschaftliche Beratung.

Die früher einmal zweitgrößte Landesbank Deutschlands war das sechstgrößte deutsche Kreditinstitut und gehörte durch seine Ausgabe von Anleihen und Schuldverschreibungen zu den bedeutendsten Emissionshäusern.

Als Folge der Finanzkrise, in der auch die Bayern LB  in erhebliche Schieflage geriet, mussten Bundesregierung und die bayerische Staatsregierung massive Unterstützung gewähren. Viele Niederlassungen wurden geschlossen und man beschloss, die Bank  bis Ende 2015 vollständig zu privatisieren.

Bei der Übernahme der Hypo Group Adria verlor die  Bayern LB fast € 4 Milliarsden.  Für einen symbolischen Wert von einem Euro wurde die Hypo Group Adria im Dezember 2009 wieder an die Republik Österreich verkauft.

Die WestLB  galt als jahrelang als größte und am stärksten international ausgerichtete Landesbank in Deutschland. Im dritten Quartalsbericht 2007 berichtete die Bank von noch verkraftbaren Belastungen aus der beginnenden weltweiten Finanzkrise in Höhe von € 355 Millionen, im Februar 2008 mussten die Eigentümer dann allerdings umfangreiche Rettungsmaßnahmen beschließen. Die Bank gliederte risikobehaftete Wertpapiere im Wert von € 23 Milliardenin eine Zweckgesellschaft außerhalb der Bank aus. Dadurch befreite sich die Bank von bilanzwirksamen Belastungen aus diesem Portfolio. Die Finanzierung der Zweckgesellschaft erfolgte durch Garantien der Eigentümer in Höhe von € 5 Mrd., wobei die ersten € 2 Mrd. quotal und darüberhinausgehende Belastungen allein vom Land Nordrhein-Westfalen würden.  Das Geschäftsjahr 2007 endet für die WestLB mit einem Verlust in Höhe von € 1,6 Milliarden.

Die risikoreichen Wertpapierbestände und verschiedene Aktiva im Volumen von mindestens € 87 Mrd. wurden in eine Bad Bank ausgelagert. Der Bund gab eine Kapitalspritze von € 4 Mrd., die damalige NRW- Regierung und -Sparkassen stellten Garantien in Höhe von jeweils einer Milliarde Euro zur Verfügung.

Schon im Jahr 2007 begann die WestLB Fusions-Verhandlungen mit den Landesbanken Baden-Württemberg (LBBW)und  Hessen-Thüringen (Helaba), die beide ergebnislos verliefen. Nun sollen Gespräche mit der BayernLB wieder belebt werden. Im Juni 2010 beauftragte der Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung – SoFFin den ehemaligen Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion,Rechtsanwalt Friedrich MERZ damit, den Verkaufsprozess der WestLB an einen privaten Käufer vorzubereiten.

Übrigens: Thilo SARRAZIN (SPD) hatte sich schon Ende Januar 2008  für die Abwicklung oder den Verkauf der Landesbanken in Deutschland ausgesprochen. Der deutsche Sparkassenverband hatte 2007 die Berliner Landesbank für  € 5,3 Milliarden erworben,  “damit waren alle übrigen Landesbanken für Sparkassenzwecke überflüssig geworden und könnten insoweit abgewickelt beziehungsweise fusioniert und irgendwann an private Interessenten verkauft werden”, schlug Sarrazin als damaliger Finanzsenator in Berlin vor. Zur Unterstützung der Sparkassen sei bundesweit “nur eine einzige Landesbank” notwendig, sagte Sarrazin der Rheinischen Post.

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