Bau: Moderat positiv gestimmt

GiNN-BerlinKontor.—Die deutsche Bauwirtschaft bleibt  ”auch vor dem Hintergrund eines labilen gesamtwirtschaftlichen Umfeldes positiv gestimmt”, so die Präsidenten des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie (HDB) Thomas BAUER  und des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes (ZDB), Hans-Hartwig LOEWENSTEIN , auf einer Gemeinsamen Pressekonfernz in Berlin am 09.01. Sie  erwarten für das laufende Jahr ein nominales Wachstum der baugewerblichen Umsätze im deutschen Bauhauptgewerbe von 2 %.

Damit stabilisiere sich die Baukonjunktur real auf Vorjahrsniveau, hieß es auf der gemeinsamen Jahrsauftaktpressekonferenz. Nach dem starken Beschäftigungsaufbau in den Vorjahren (+ 40.000 Erwerbstätige seit 2009) werde die Zahl der Beschäftigten im Bauhauptgewerbe 2013 im Jahresdurchschnitt mit 745.000 auf Vorjahresniveau liegen.

„Wachstumsmotor für das Bauhauptgewerbe wird – wie bereits in den Vorjahren – der Wohnungsbau bleiben. Alle wichtigen Rahmenbedingungen senden unverändert positive Signale“, erklärte Loewenstein. Ein anhaltend hoher Beschäftigungsstand, steigende verfügbare Einkommen und historisch niedrige Hypothekenzinsen würden vor allem den Mietwohnungsneubau beflügeln.

Hinzu komme die Attraktivität der deutschen Wohnimmobilien für Investoren auf der Suche nach wertbeständigen Kapitalanlagen. Das Umsatzplus des Bauhauptgewerbes in dieser Sparte werde im laufenden Jahr bei 3,5 % liegen, die Zahl der fertiggestellten Wohnungen nochmals deutlich zulegen und etwa 230.000 Einheiten erreichen.

Im Wirtschaftsbau hätten sich Genehmigungen und Auftragseingänge 2012 positiv entwickelt. Bei einem hohen Auftragsbestand von gut € 11 Milliarden zum Jahresende sei damit die Produktion im 1. Halbjahr 2013 schon nahezu ausgelastet, so HGB-Prsäident Bauer. „Für die weitere Entwicklung wird es entscheidend darauf ankommen, ob die deutsche Volkswirtschaft – nach einem vermutlich schwächeren 1. Quartal – im Jahresverlauf wieder an Fahrt gewinnt.“

Bei den Investitionen der Industrie sei daher erst einmal Skepsis angebracht, während bei Dienstleistern und im Logistiksektor mit zunehmenden Investitionen zu rechnen sei. Daher erwarteten die Verbände für den gewerblichen Bau eine nominale Umsatzzunahme von 1 %.

“Moderat positiv gestimmt” sind HDB und ZDB auch für den Öffentlichen Bau, da die Steuereinnahmen der Gebietskörperschaften um weitere € 13 Milliarden auf den neuen Rekordwert von € 587 Milliardensteigen sollen. Der Bund habe den zunehmenden Finanzierungsspielraum bereits genutzt: Die Aufstockung der Investitionen in die Verkehrswege im laufenden Jahr von € 600 Millionen sei  ein positives Signal. Bei den Gemeinden sei  dagegen – nach dem deutlichen Einbruch im Vorjahr – 2013 nur mit einer Stabilisierung der Bauausgaben zu rechnen. “Wir erwarten daher für den Öffentlichen Bau ein leichtes Umsatzwachstum von 1,5 %“, erklärten Bauer und Loewenstein.

Zur Umsetzung der EU-Zahlungsverzugsrichtlinie in deutsches Recht erklärte ZDB-Präsident . Loewenstein, der von der Bundesregierung vorgelegte Gesetzentwurf führe zu dramatischen Zahlungsverzögerungen und vekehre die Intention der Richtlinie in ihr Gegenteil und eführe zu dramatischen Zahlungsverzögerungen. “Denn die Auftragnehmer müssen zukünftig viel länger auf ihr Geld warten und ihren Auftraggebern über mehrere Monate zinslose Darlehen zur Verfügung stellen. Dieses ist angesichts der geringen Eigenkapitalquote nicht hinnehmbar”,  warnte Loewenstein. Beide Präsidenten appellierten daher an die Abgeordneten des Deutschen Bundestages, die 2. und 3. Lesung des Gesetzes dafür zu nutzen, noch entsprechende Änderungen vorzunehmen.

Das zweite Thema, das der Bauwirtschaft unter den Nägeln brennt, ist der Versuch von Großkonzernen, das AGB-Recht einseitig zu ihren Gunsten auszuhebeln und noch mehr Vorteile durch Vertragsbestimmungen in Anspruch zu nehmen, die bislang unwirksam waren, weil sie den Vertragspartner unangemessen benachteiligen.

Die Präsidenten der beiden Spitzenverbände der deutschen Bauwirtschaft kritisierten darüber hinaus Richtlinien-Vorschläge, die seitens der EU insbesondere den deutschen Bauarbeitsmarkt nachhaltig verändern würden, sollten sie unverändert in Kraft treten. HDB-Präsident Bauer kritisierte vor allem die sog. Enforcement-Richtlinie, deren Ziel die Bauwirtschaft zwar grundsätzlich begrüßt, nämlich die Durchsetzung der Entsenderichtlinie in den Mitgliedsstaaten zu verbessern, die Umgehung von Rechtsvorschriften zu verhindern sowie die grenzüberschreitende Zusammenarbeit der Kontrollbehörden zu verbessern. Bauer äußerte aber erhebliche Zweifel, ob dieses Ziel durch den vorgelegten Richtlinienentwurf erreicht werden könne. (Quelle: HDB)

 

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