Bauwirtschaft Februar 2015

GiNN-BerlinKontor.—In der deutschen Bauwirtschaft setzt sich der schwungvolle Jahresstart weiter fort: Wie der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) mitteilt, lag der Auftragseingang im Bauhauptgewerbe im Februar um nominal 17,5 % über dem Vorjahresmonat und erreichte damit den höchsten Februarwert seit fast 20 Jahren. Im Vergleich zum Vormonat sind die Aufträge nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes allerdings um 1,5 % zurückgegangen (arbeitstäglich-, saison- und preisbereinigt). In den ersten zwei Monaten lagen die Ordereingänge um 14,6 % über dem Niveau des vergleichbaren Vorjahreszeitraums.

Mittlerweile schlägt sich die gestiegene Nachfrage auch – dank der milden Temperaturen – in den Büchern nieder: Die Bauunternehmen mit 20 und mehr Beschäftigten meldeten für Februar ein Umsatzplus von nominal 12,1 %, damit ergibt sich für die ersten zwei Monate ein Plus von 5,9 %. Der Hauptverband erwartet, dass sich diese Entwicklung in den kommenden Monaten fortsetzt: Dank der seit Monaten steigenden Auftragseingänge liegt die Reichweite der Bestände im Branchendurchschnitt aktuell bei 3,2 Monaten, vor einem Jahr haben die Bauunternehmen im Rahmen des ifo Konjunkturtests lediglich 2,7 Monate gemeldet.

Dass die Unternehmen damit an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen könnten, sieht der HDB nicht. Aufgrund der gestiegenen Nachfrage investiert die Branche seit Jahren in neue Anlagen und baut ihren Personalbestand auf. Auch für 2016 sind die Investitions- und Beschäftigungspläne der Bauunternehmen positiv.

Alle Bausparten haben im Februar zugelegt – das stärkste Orderplus wurde im Öffentlichen Bau ausgewiesen: Dieser stieg im Vergleich zum Vorjahresmonat um nominal 27,9 % (Jan.-Feb.: + 22,9 %), dabei war der stärkste Treiber der Sonstige Tiefbau mit einem Plus von 51,0 % (Jan.-Feb.: + 15,0 %). Aber auch der Straßenbau legte zu (Feb.: + 21,7 %, Jan.-Feb.: + 31,9 %).

Der HDB führt dies auf die zusätzlichen Bundesmittel für die Straße für den Zeitraum von 2016 bis 2018 in Höhe von 2 Mrd. Euro zurück. In den Büchern hat sich die Entwicklung schon niedergeschlagen, der Umsatz stieg im Öffentlichen Bau um 9,1 % (Jan.-Feb.: + 3,9 %), im Straßenbau sogar um 20,6 % (Jan.-Feb.: + 7,2 %).

Die deutlichsten Umsatzzuwächse werden aber weiterhin im Wohnungsbau erzielt – die Baubetriebe meldeten im Februar ein Umsatzplus von 21,6 % (Jan.-Feb.: + 12,8 %). Auch die Nachfrage nach Wohnraum ist ungebrochen: Die Auftragseingänge zogen im Februar um 17,3 % an (Jan.-Feb.: + 18,0 %). Die Bausparte profitiert nach wie vor von den niedrigen Zinsen, der guten Arbeitsmarktlage und den Wanderungsbewegungen. Entsprechend wurde im vergangenen Jahr der (Neu- und Um-)Bau von über 300.000 Wohnungen genehmigt, so viele wie seit der Jahrtausendwende nicht mehr.

Positive Signale kamen auch aus dem Wirtschaftsbau: Die Nachfrage stieg im Februar um 8,4 % und der Umsatz lag um 9,3 % über dem Niveau des Vorjahreswertes (Jan.-Feb.: + 6,4 % bzw. + 3,6 %). Besonders stark gestiegen ist die Nachfrage im Wirtschaftshochbau (+ 11,9 %, Jan.-Feb.: + 7,8 %), auch der Umsatz legte zu (+ 8,6 % bzw. + 0,9 %). Demgegenüber fiel das Orderplus im Wirtschaftstiefbau trotz zusätzlicher Bundesmittel für die Bahn mit 3,0 % unterdurchschnittlich aus (Jan.-Feb.: + 4,3 %). Dagegen schlugen sich die im vergangenen Jahr bereitgestellten zusätzlichen Bahnmittel schon im Umsatz nieder: Dieser stieg im Februar um 10,6 % (Jan.-Feb.: + 9,1 %). (Quellen: bauindustrie.de/destatis.de))

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