Baustoffindustrie:Ausblick 2013

GiNN-BerlinKontor.—Mit vorsichtigem Optimismus bewertet die deutsche Baustoffindustrie die Aussichten im laufenden Jahr. Es kommt aber darauf an, dass sich die insgesamt positive Entwicklung bei Baugenehmigungen und Auftragseingängen als konkrete Nachfrage am Markt niederschlägt. „Die Potenziale, insbesondere für die Bauwirtschaft und Baustoffindustrie, sind vorhanden. Ihre Nutzung kann dazu beitragen, die gesamtwirtschaftlichen Probleme in den Griff zu bekommen“, so Andreas KERN, Präsident des Bundesverbandes Baustoffe – Steine und Erden (BBS). Sorgen bereiten der Branche die im internationalen Vergleich hohen Energiekosten.

Um die Wettbewerbsfähigkeit und Investitionssicherheit der Unternehmen zu gewährleisten, sei es wichtig, dass sich die Energiewende nicht zu einem unkalkulierbaren Kostenrisiko entwickelt. Notwendig sei vor allem eine durchgreifende Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). Kern: “Statt im Sinne aller Verbraucher der Überförderung der erneuerbaren Energien einen Riegel vorzuschieben, wird das Schwarze-Peter-Spiel zu Lasten stromintensiver Betriebe fortgesetzt“. Im Gebäudesektor seien zudem die ambitionierten Sanierungsziele sowie die Schaffung bezahlbaren Wohnraums nur mit höheren Anreizen für die energetische Sanierung und günstigeren Abschreibungssätzen zur Stärkung der Investitionstätigkeit zu realisieren.

Angesichts der eher durchwachsenen Aussichten für die Bautätigkeit in 2013 rechnet der BBS nur mit einem leichten Anstieg der Baustoffproduktion um maximal 1 Prozent, zumal auch die Nachfrage nach Steine-Erden-Gütern durch andere Industriezweige verhalten sei. Voraussetzung sei allerdings, dass die Bautätigkeit nach dem wetterbedingt schwachen ersten Quartal nicht erneut, etwa durch einen frühen Wintereinbruch, beeinträchtigt wird.

Nach den Erwartungen des BBS wird die Entwicklung der einzelnen Baubereiche in 2013 weiterhin recht unterschiedlich verlaufen. Während die Aussichten im Wohnungsbau aufgrund des erheblichen Nachholbedarfs und des niedrigen Zinsniveaus nach wie vor gut sind, sind die Erwartungen im gewerblichen und öffentlichen Bau eher verhalten. Vor allem beim Mehrfamilienhausbau rechnet die Branche mit einer positiven Marktentwicklung, nachdem die Genehmigungen im ersten Quartal dieses Jahres deutlich zulegten (+25 Prozent; Ein- und Zweifamilienhäuser: +7,6 Prozent). Auch für das Ausbaugewerbe ist eine positive Entwicklung absehbar. So dürfte sich im Jahresverlauf die verbesserte KfW-Förderung für energetisch Sanierungen bemerkbar machen. Hingegen ist im gewerblichen Bau aufgrund der verhaltenen gesamtwirtschaftlichen Lage ein leichter Rückgang der Investitionstätigkeit zu erwarten. Der öffentliche Bau dürfte sich nach dem in 2012 erfolgten Einbruch um mehr als 10 % auf niedrigem Niveau stabilisieren.

Insgesamt sei es „besorgniserregend, mit anzusehen, dass die Investitionen der öffentlichen Hand in die Verkehrsinfrastruktur preisbereinigt sinken, der Güter- und Personenverkehr aber erheblich steigt“, meint Kern. So betrug der Anteil der öffentlichen Tiefbauinvestitionen am BIP vor 20 Jahren bei deutlich niedrigerem Verkehrsaufkommen noch 1,3 %. 2012 hingegen waren es weniger als 0,8 %.

Diese Abwärtsspirale müsse gestoppt werden, so Kern. Politik und Verwaltung sollten endlich begreifen, dass Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur keine Belastung für die öffentlichen Haushalte, sondern Impulsgeber für die wirtschaftliche Entwicklung sind. Die schnellere Umsetzung von Infrastrukturprojekten sei zur Zukunftssicherung des Standorts Deutschland unabdingbar. Mehr Verlässlichkeit und vor allem konsequente Zweckbindung der Verkehrsinvestitionen sollten daher genutzt werden, um den gewaltigen Ausbau- und Erhaltungsstau vor allem bei Brücken an Bundesfernstraßen und im kommunalen Bereich zu verringern. Kern: „Die chronische Unterfinanzierung der Infrastruktur und deren schleichender Verfall ist nichts anders als Ressourcenverschleiß“.

Der Bundesverband Baustoffe – Steine und Erden e.V. vertritt die wirtschaftspolitischen Interessen von 15 Fachverbänden mit 6.000 Betrieben und 135.000 Mitarbeitern. Die deutsche Baustoffindustrie erwirtschaftet einen Jahresumsatz von rund € 30 Milliarden. (Quelle: bvbaustofe.de)

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